Prof. Dr. Uwe Hartmann (Foto: Iris Maurer)

Warum man nicht über einen Regenbogen laufen kann

Linda Grotholt   30.11.2019 | 16:40 Uhr

Eigentlich beschäftigt sich der Saarbrücker Experimentalphysiker Uwe Hartmann mit Nanostrukturforschung – jetzt hat er ein Kinderbuch geschrieben. Mit „APUS und die Geheimnisse hinter den Geheimnissen“ will er Kinder für den MINT-Bereich begeistern. Und erklärt komplizierte Phänomene kindgerecht.

Warum kann ein Wasserläufer über das Wasser laufen – während andere Insekten im Wasser versinken? Was kommt eigentlich genau aus der Steckdose? Und was ist überhaupt Zufall? All diesen Fragen geht Uwe Hartmann in seinem Buch „APUS und die Geheimnisse hinter den Geheimnissen“ nach. Ein Kinderbuch anstatt eines wissenschaftlichen Artikels für eine Fachzeitschrift schreiben – „das erforderte schon ein bisschen Mut, denn das gelingt ja auch nicht jedem“, sagt Hartmann.

Roboter als Geheimnislüfter

Die Hauptfiguren des Buches sind drei Roboter. Im Gegensatz zu uns Menschen sind sie mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, erklärt Uwe Hartmann. Davor müsse man keine Angst haben, denn künstliche Intelligenz ergänze uns Menschen: „Das wird an ganz vielen Beispielen in dem Buch deutlich, wo diese kleinen Roboter uns überlegen sind. Aber in mancherlei Hinsicht ist eben diese künstliche Intelligenz auch erstaunlich unterlegen.“

Prof. Dr. Uwe Hartmann - Apus (Foto: Verlag UBV/Grafik Anne Holtsch)
Das Buchcover.

Zudem haben die drei Roboter einen ganz besonderen und außergewöhnlichen Beruf, denn sie sind Geheimnislüfter. Die Probleme und Fragen, mit denen sie sich befassen, sind nicht lebenswichtig, aber liegen oftmals auf der Hand – beispielsweise wird erklärt, wie ein Regenbogen entsteht und warum man nicht darüber laufen kann. Und manche der Geheimnisse werfen auch neue Geheimnisse auf. „Mir ging es darum zu zeigen, wie man in der heutigen Welt vorgeht, wenn man Geheimnisse lüften möchte und was die beste Strategie dafür ist“, erläutert Hartmann.

Auf die Idee zum Kinderbuch ist der Physikprofessor durch eine Vorlesung bei der Kinderuniversität an der Saar-Uni gekommen. Dort erklärte er seinen jungen Studenten, wie alte Spielzeuge wie beispielsweise ein Bumerang oder die trinkende Ente funktionieren. Tatkräftige Unterstützung bekam er dabei von APUS, dem „Automatisierten Professor der Universität des Saarlandes“. Das kam nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei ihren Eltern sehr gut an: „Die haben mich nach der Vorlesung kontaktiert und gefragt, ob es das nicht in schriftlicher Form gibt.“ Als sich dann an seinem Lehrstuhl noch eine Grafikerin fand, die kindgerechte Bilder gestalten kann, war die Sache für Uwe Hartmann klar: „Es war dann eigentlich fast eine Verpflichtung, das Buch zu schreiben.“

Selbst noch etwas gelernt

Was spannend klingt, stellte den Hochschullehrer auch vor einige Herausforderungen: Einerseits wollte er die Dinge in ihrer vollen Komplexität erklären. Andererseits musste er aber erst lernen, sich kindgerecht auszudrücken: „Ich wurde sehr schnell ernüchtert, indem mir meine eigene Frau sagte, du sprichst viel zu kompliziert, kein Kind wird das verstehen.“ Im Endeffekt habe er das Buch in vier bis sechs Wochen geschrieben, „sozusagen Augen zu und durch“. Das Schreiben von Fachbüchern und Artikeln falle ihm aber viel leichter.

Für Naturwissenschaften begeistern

„APUS und die Geheimnisse hinter den Geheimnissen“ erscheint am 12. Dezember im Homburger Ulrich Burger Verlag. Es soll junge Leser zwischen acht und zwölf Jahren für den MINT-Bereich begeistern: „Ich möchte Kinder davon überzeugen, dass nichts so komplex ist, dass man es nicht verstehen kann."

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