v.l.n.r. die Autorin Annick Lefebvre, die den Preis für die gelungenste Übersetzung in Vertretung ihrer Übersetzerin Sonja Finck entgegennahm, und die Preisträgerin des Autor*innenpreises Alexandra Badea  (Foto: Astrid Karger)

Alexandra Badea beim Festival Primeurs ausgezeichnet

  20.11.2022 | 11:26 Uhr

Das Festival Primeurs ist am Samstag mit der Verleihung der Prix Primeurs zu Ende gegangen. Die Preise gingen in diesem Jahr u.a. an Alexandra Badea für ihr Theaterstück "Aus dem Schatten: Thiaroye“ und die Übersetzerin Sonja Finck für ihre Übertragung des Stückes "Stacheldraht" (Les barbelés) von Annick Lefebvre.

In diesem Jahr standen bei dem Festival Primeurs Themen wie etwa eine genderfluide Weltbetrachtung, die Auswirkungen kolonialer Gewalt oder die Kritik an einer mitteleuropäischen Wohlstandsgesellschaft im Zentrum der insgesamt sechs Wettbewerbsstücke. Nach vier Tagen Festival wurden am Samstag zum Abschluss die Prix Primeurs verliehen.

Hauptpreis ging an Alexandra Badea

Der Autorinnenpreis ging an Alexandra Badea für ihr Theaterstück "Aus dem Schatten: Thiaroye". Das Stück erzählt von einem durch französische Kolonialtruppen im 2. Weltkrieg verübten Massaker an einer Gruppe von Senegalschützen.

"Die Autorin Alexandra Badea schöpft die Möglichkeiten des Theaters auf brillante Weise aus", hieß es in der Jurybegründung. In seiner puzzle-artigen Komposition vermittele Thiaroye den großen historischen Stoff anhand von fünf Figuren und bietet durch die Parallelführung mehrerer Zeitschienen zahlreiche inszenatorische Möglichkeiten.

"Sparsame Dialoge und kraftvolle Monologe, die ein großer Spannungsbogen verbindet, machen sowohl die geschichtlich-politischen Zusammenhänge als auch die Schicksale Einzelner erfahrbar."

Der Saarländische Rundfunk und das Saarländische Staatstheater stiften den mit 3000 Euro dotierten Preis mit der Unterstützung der Freunde des Saarländischen Staatstheaters bereits seit 2008.

Sonja Finck erhielt Preis für gelungenste Übersetzung

Der Preis für die gelungenste Übersetzung ging an Sonja Finck für ihre Übertragung des Stückes "Stacheldraht" (Les barbelés) von Annick Lefebvre und wurde von der Autorin entgegengenommen. „Soja Finck vermag es, Lefebvres Musikalität und Rhythmik aufzugreifen und in einem ebenso kunstvoll gestalteten wie gut sprechbaren Deutsch wiederzugeben“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Sie löse sich dabei vollständig von der Vorlage, finde ganz eigene Wendungen und Bilder, jedoch ohne ihre übersetzerischen Ideen über das Original zu stellen.

Publikumspreis für „Die lieben Eltern“

Den Publikumspreis erhielt das Stück „Die lieben Eltern“ (Les chers parents) des Geschwisterpaares Armelle & Emmanuel Patron. Die Komödie fragt am Beispiel einer vom Lottogewinn heimgesuchten Familie nach der Verantwortung, die Reichtum mit sich bringt.

Das frankophone Theaterfestival fand dieses Jahr vom 16. bis zum 19. November statt und wurde in Spielstätten des Saarländischen Staatstheaters sowie des Theaters Le Carreau in Forbach ausgetragen.

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