Die Eröffnungsvorstellung des Filmfestivals Max Ophüls Preis 2018 (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

„Nachwuchs muss experimentieren dürfen!“

Katrin König   22.01.2018 | 21:21 Uhr

Die 39. Ausgabe des Filmfestivals Max Ophüls Preis ist eröffnet. Ehrenpreisträgerin Doris Dörrie rief in ihrer flammenden Rede dazu auf, den Filmnachwuchs zu ermutigen, experimentieren und scheitern zu dürfen. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bezeichnete das Festival als gute Startrampe für Filmschaffende.

Eine Woche blau – spätestens seit der Eröffnungsfeier des Filmfestivals am Montagabend befindet sich Saarbrücken im Ophüls–Fieber. Festivalleiterin Svenja Böttger trat als erste auf die Bühne zu den beiden Moderatoren Simin Sadeghi und Holger Büchner. Sie freue sich auf eine spannende Woche und darauf, neue Ideen einbringen zu können. In ihrem zweiten Jahr als Festivalleiterin könne man zudem anfangen, sich auszutesten.

Das Festival beginnt

Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) lobte die „wunderbare Zusammenarbeit“ mit Böttger. „Wir sind sehr glücklich, sie gefunden zu haben, denn sie verkörpert alles, was das Festival ausmacht“, sagte Britz. Auch Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ließ es sich nicht nehmen, den Eröffnungsfeierlichkeiten beizuwohnen. Zur Bedeutung des Festivals sagte sie, es sei nicht nur eine gute Startrampe für junge Filmschaffende, sondern auch eine wichtige Institution der Großregion. „Der Begründer des Festivals Max Ophüls hat weit über die Region und auch über Deutschland hinaus gewirkt. All diese Bemühungen fließen in unsere Großregion zurück und das ist das beste Ziel, das ein Festival erreichen kann. Darauf sind wir alle sehr stolz“, so Kramp-Karrenbauer.

Ein Plädoyer für „Ermunterung“

Das erste Herz der Festivalwoche, der Ehrenpreis, wird traditionell schon während der Eröffnungsfeier vergeben. Er geht an Filmschaffende, die sich auf besondere Art und Weise für den Branchennachwuchs engagieren. In diesem Jahr wurde Doris Dörrie damit ausgezeichnet. Seit mehr als 40 Jahren setze sie sich in einer von Männern dominierten Branche durch, mit ihrem Film „Männer“ habe sie einen Paradigmenwechsel im deutschen Kino eingeleitet, der bis heute anhielte, sagte Laudator und Programmleiter Oliver Baumgarten.

Video [aktueller bericht, 22.01.2018, Länge: 5:39 Min.]
Live-Schalte zur Eröffnung des Filmfestivals Max Ophüls Preis

Dörrie, 1984 mit ihrem Erstling selbst mit zwei Publikumspreisen und einem Förderpreis auf dem Max Ophüls Festival ausgezeichnet, hielt anschließend ein flammendes Plädoyer auf die „Ermunterung des Nachwuchses“. „Jeder Preis ist wichtig, weil er Ermunterung bedeutet. Und das ist für uns Filmschaffende ganz wichtig“, so Dörrie. „Ich weiß gar nicht, ob sich die Festivalmacher darüber bewusst sind, wie viel sie dazu beitragen, den Nachwuchs auf lange Sicht zu ermuntern“, schwärmte sie. In Deutschland neige man dazu, eher Kritik zu üben als zu loben. Gerade am Anfang einer Karriere müsse man aber auch experimentieren und auch scheitern dürfen. Dazu trage das Festival in Saarbrücken enorm viel bei.

SR-Lounge mit vielen Interviews

Der Ehrengast des diesjährigen Festivals, Mario Adorf, war bei der Eröffnungsfeier nicht anwesend. Er wird Ende der Woche zu einem Werkstattgespräch anreisen. Durch den Abend führten die beiden SR-Journalisten Simin Sadeghi und Holger Büchner, die während der kompletten Festivalwoche in der SR-Lounge im Foyer des Cinestar anzutreffen sind, wo sie zahlreiche Interviews mit den Nachwuchsfilmern führen werden.

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