Volker - Haustechniker im Cinestar Saarbrücken (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Beim MOP hinter den Kulissen

Felicitas Fehrer   26.01.2018 | 13:29 Uhr

Hunderte Filme, ausverkaufte Kinosäle und prominente Gäste, die aus ganz Deutschland anreisen, um ihre Filme zu präsentieren: Das Filmfestival Max Ophüls Preis ist ein großes Highlight der Stadt Saarbrücken. Aber wer sorgt eigentlich dafür, dass alles läuft? Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen.

Schöne Bilder festhalten

Die Festivalfotografen Oliver und Sebastian

Die Festivalfotografen Sebastian (l.) und Oliver (r.) (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Um die wichtigsten Momente und Gesichter des Festivals festzuhalten, stehen die beiden Fotografen Oliver und Sebastian in der Ophülswoche jeden Tag mit der Kamera bewaffnet auf der Matte. Und das oft bis tief in die Nacht.

Ihre Fotos sieht man nicht nur auf der Festival-Webseite, sondern auch in sozialen Netzwerken und bei der großen Preisverleihung am Ende der Woche.

Festivalfotograf Oliver (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

"Ich erinnere mich an ein Jahr ganz besonders. Dort liefen bei der Preisverleihung die Bilder auf einer riesigen Leinwand. Da war ich wirklich stolz und habe es genossen, den Leuten dabei zuzuschauen, wie sie die Bilder betrachten", erzählt Oliver. Oliver und seine Kamera findet man in der Ophüls-Woche hauptsächlich auf Veranstaltungen außerhalb des Kinos: In Lolas Bistro, bei der MOP Industry und bei verschiedenen Empfängen.

Festivalfotograf Sebastian (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Sein Kollege Sebastian fotografiert im Gegensatz dazu hauptsächlich Prominente vor der blauen Fotowand in der Cinestar-Lounge. Aber Sebastian hat nicht immer hinter der Kamera gestanden: "Ich war selbst schon als Kameramann an einigen Ophüls-Filmen beteiligt. Da hat mich Oliver auch schon mal vor der blauen Wand fotografiert", erinnert er sich.

Auch wenn es nicht immer ganz leicht ist, unter Zeitdruck mit zehn Kilo Technik-Ausrüstung von Termin zu Termin zu eilen, macht Oliver seine Arbeit großen Spaß. Und auch für Sebastian ist das Max Ophüls Festival jedes Jahr wieder ein Highlight: "Ich freue mich immer schon Ende des Jahres darauf, dass es Ende Januar wieder losgeht."

Hinter den Kulissen des Ophüls Festivals


Sonnenschein hinter der Theke

Servicekraft Marilena

Marilena - Servicekraft im Cinestar (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Marilena arbeitet seit zweieinhalb Jahren an der Bar im CineStar. Normalerweise beginnt ihre Schicht um 13.00 Uhr – in der Ophüls-Woche geht es schon um 9.00 Uhr los. Aber dass sie früher kommen muss als sonst, stört sie nicht. Im Gegenteil: "Ich finde das hier total spannend. Gerade hier an der Bar ist in der Festivalwoche besonders viel los. Im normalen Kinobetrieb kommen nur ein paar Kunden und jetzt stehen hier schon alle am Morgen und möchten Kaffee und Hörnchen“, sagt Marilena.

Unter den Gästen, die Marilena bedient, sind auch Regisseure und Schauspieler. Sie kommen gerne mal auf den ein oder anderen Drink an die Bar - für längere Gespräche bleibt aber oft keine keine Zeit. Kein Problem für Marilena: "Das ist okay, ich versuche immer, ganz schnell alles fertig zu bekommen, damit jeder zufrieden ist", so die Servicekraft. Übrigens: In diesem Jahr sind Mexikostangen und natürlich - wie jedes Jahr - Kaffee die absoluten Verkaufsschlager.


Alle Bildschirme im Blick

Technischer Leiter Volker

Volker - Haustechniker im Cinestar Saarbrücken (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Ohne Volker läuft im CineStar gar nichts. Seit 18 Jahren arbeitet er als technischer Leiter im Saarbrücker Kino. Er betreut die komplette Haustechnik und ist damit für die Stromversorgung, Lüftung, Heizung und alles was dazugehört verantwortlich. Volker schaltet und waltet von seinem Büro aus, das sich oberhalb der Kinosäle befindet.

"Wenn ich das heutige Max Ophüls Festival mit früher vergleiche, ist schon vieles anders", sagt Volker. "Früher, als alles noch analog war, war es körperlich deutlich anstrengender. Heute ist alles digitalisiert." Und obwohl Volker das Festival jetzt schon fast zwei Jahrzehnte betreut, ist die Nervosität nicht ganz verflogen. "Das wird auch immer so bleiben. Man ist von früh bis spät unter Spannung und will, dass alles läuft."

Normalerweise ist der technische Leiter ganz alleine in seinem Arbeitsbereich, aber in der Ophüls-Woche bekommt er Verstärkung von fünf Mitarbeitern. "Das macht den Einzelgänger, der hier sonst alleine arbeitet, immer nervös", lacht Volker. "Und dann kommen manchmal kurz vor der Filmaufführung noch die Regisseure hoch zu uns, weil sie ihrem eigenen Material nicht trauen und nochmal ‚was testen wollen’."

In dem ganzen Trubel kann aber natürlich auch mal etwas schiefgehen. „Vor ein paar Jahren habe ich aus Versehen den Ophüls-Eröffnungsfilm rückwärts abgespielt, weil der Regisseur kurzfristig eine neue Version gebracht hat. Die Filmrolle habe ich in der Hektik falschrum eingesetzt."


Film ab!

Paul und Anna von der Kinotechnik

Die Kinotechniker Paul und Anna (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Seit sechs Jahren kommen die beiden Techniker Paul und Anna von BIG cinema aus Leipzig extra für das Festival nach Saarbrücken. Sie sorgen dafür, dass alle Filme laufen. Und zwar ruckelfrei und in der richtigen Sprachfassung. "Wir schauen in jeden Film rein und überprüfen zum Beispiel, ob das Format und die Untertitel stimmen ", erklärt Paul. "Denn seit der Digitalisierung heißt es nicht mehr einfach nur: Rolle einlegen und los geht’s."

Eine Woche vor dem Festivalstart sind sie angereist – bewaffnet mit kiloweise Technikausrüstung, Tischen und Stühlen. Denn normalerweise stehen dort, wo sie arbeiten, keine Möbel.

Wenn die beiden Luft haben, setzen sie sich auch mal ins Kino und schauen sich privat einen Film an. "Das finde ich so inspirierend am Max Ophüls Festival", schwärmt Anna. "Einen Einblick in diese ganzen Filme zu bekommen, die man sonst eher nicht so auf dem Schirm hat. Und was auch schön ist: Wir sind hier inzwischen wie eine große Familie. Wenn wir zwei im Januar ins Saarbrücker CineStar kommen, ist die Freude auf beiden Seiten immer groß."

Artikel mit anderen teilen