Filmrolle (Foto: dpa)

Mittellange Filme im Wettbewerb

 

Aus etwa 120 gesichteten Einreichungen konkurrieren in diesem Jahr 14 mittellange um die Gunst der Jury und des Publukims. 13 Werke feiern in Saarbrücken ihre Uraufführung und eine Produktion ihre deutsche Erstaufführung.

Die für diesen Wettbewerb nominierten mittellangen Filme konkurrieren um zwei Preise. Der mit 5000 Euro dotierte Jurypreis wird ermittelt von einer im Einvernehmen zwischen der Festivalleitung und dem Programmleiter bestellten Jury. Außerdem wird ein Publikumspreis für den Film mit der besten Publikumswertung vergeben. Er ist ebenfalls mit 5000 Euro dotiert.


Programm 1


Death is so permanent (Foto: Gamutfilm)

Death is so permanent

Video [SR.de, 24.01.2018, Länge: 04:01 Min.]
Death is so permanent: "Erinnerungen nähern"
Ein Film im Film im Film und unendlich viele Väter. Verwirrt? Kein Problem: Der Regisseur des mittellangen Wettbewerbsbeitrags "Death is so permanent", Moritz S. Binder, klärt persönlich über seinen Film auf.

Regie: Moritz S. Binder
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 30 Min. | Dt., Engl. mit dt. UT | Uraufführung

Ein Regiestudent verfilmt die Kindheitsanekdote seines Vaters. Dessen Freundschaft zu einem mysteriösen G.I. – dem 12-Finger-Charley. Gab es ihn wirklich? Wie soll man das erzählen? Dokumentarisch? Interviews fallen flach, der Vater ist zu vergesslich. Szenisch? Das mag die Filmprofessorin so gar nicht. „All ist lost!“ Dieser Film kann sich nur selbst retten. So verschmelzen in der Hitze von Missouri, auf der Suche nach dem echten Charley, Fiktion und Wirklichkeit zu einer märchenhaften Melange.


Dieter Not Unhappy (Foto: Rabiatfilm)

Dieter not unhappy

Video [SR.de, 24.01.2018, Länge: 05:02 Min.]
Dieter not unhappy: "Realismus und Liebe"
Was ist eigentlich mit Dieter los? Er ist nicht unglücklich, aber so richtig glücklich nun auch wieder nicht. Als Hauptdarsteller konnte Regisseur Christian Schäfer Christop M. Orth gewinnen.

Regie: Christian Schäfer
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 28 Min. | Dt., Engl., Franz. mit dt. UT | Uraufführung

Künstler, Promis, Vernissagen, Fernsehinterviews – der international geschätzte Drucker und Verleger Dieter ist ein absoluter Workaholic und jettet durch die Welt. Doch das alles zählt bei der energischen Fotografin Marge nicht. Einsamkeit, unerwiderte Liebe, ein halbleeres Doppelbett – darauf richtet Marge ihr alles enthüllendes Objektiv. Wie kann Dieter da noch bestehen?


Eure Kinder (Foto: Interzone Pictures)

Eure Kinder

Regie: Aron Krause
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 33 Min. | Uraufführung

25 Jahre in einer halben Stunde: Im Mikrokosmos eines Mietshauses und in mehreren ineinander verwobenen Biografien wird die deutsche Geschichte vom Mauerfall bis in die Jetzt-Zeit erzählt. Ein Film über Kindheit und Erwachsenwerden, die erste Liebe und Coming-of-Age vor dem gesellschaftlichen und popkulturellen Hintergrund des letzten Vierteljahrhunderts.


Programm 2


IOX (Foto: Passanten Filmproduktion)

IOX

Regie: Gwendolin Stolz
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 26 Min. | Uraufführung

Deutschland im Jahr 2030. Die Konflikte um die „Working Droids“ haben einen neuen Höhepunkt erreicht: Linke Aktivisten schützen die Sklaven der neuen Welt, rechte Bürgerwehren hingegen gehen mit Gewalt gegen sie vor. Auch Ika verabscheut die künstlichen Intelligenzen. Auf der Flucht vor der Staatsmacht trifft er auf die rätselhafte Iox. Gemeinsam suchen sie Schutz im Labyrinth der Münchner Kanalisation. Doch als Ika das Geheimnis seiner neuen Freundin aufdeckt, kommt es zum Streit.


Fremde (Foto: Deutsche Film und Fernsehakademie Berlin)

Fremde

Regie: Tim Dünschede
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 30 Min. | Uraufführung

Marie lebt mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder im Wald in einem Bunker unter der Erde. Die Welt, wie wir sie kannten, gibt es nicht mehr. Als der Vater auf der Jagd versehentlich einen Fremden anschießt, bleiben ihm nur zwei Möglichkeiten. Das weiß auch Marie. Zuhause verarztet sie den bewusstlosen Mann. Während der Vater dem Fremden misstraut, nähert Marie sich ihm an. Für sie ist das vermeintliche Zuhause ein Gefängnis, aus dem sie ausbrechen möchte, und der Fremde könnte ihr vielleicht dabei helfen. Aber als drei Marodeure in den Bunker eindringen, ist Marie sich nicht mehr sicher, was ihr neuer Freund wirklich im Schilde führt.


Von Oben (Foto: Filmakademie Wien)

Von oben

Regie: Felix Krisai
Österreich 2018 | digital | Farbe | 30 Min. | Uraufführung

Eigentlich sollte es die seltsamen Wassergeräusche nicht mehr geben. Obwohl die Mieter aus der Wohnung über Irene endlich ausgezogen sind, fangen sie wieder an. Immer nachts und noch viel seltsamer als zuvor. Es ist ein schleichender, unheimlicher Terror. Wer ist dafür verantwortlich? Irenes Mann, der die Trennung nicht vertragen hat und ihr schaden will? Wie in einem Albtraum kehrt alles, was Irene hinter sich lassen wollte, in noch viel größerer Grausamkeit zurück.


Programm 3


Endling (Foto: Donndorffilm)

Endling

Regie: Alex Schaad
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 30 Min. | Uraufführung

Für Armin Kobzcick, einen alternden, aber stolzen Bergmann, bedeutet die Welt unter Tage alles. Doch 2018 schließt die letzte deutsche Steinkohlezeche und Armin verliert seinen Job. Mit der Arbeit aufzuhören, kommt für ihn nicht in Frage. Für was aber wäre er noch gut? Wie kann er seinem Leben einen Sinn geben in einer Welt, in der er sich nicht mehr gebraucht fühlt?


Es ist egal, aber (Foto: Mesmerfilm)

Es ist egal, aber

Regie: Christoph Ischinger
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 30 Min. | Uraufführung

Charlie ist ein Schlawiner. Mittlerweile 35, hat er sein Leben gründlich an die Wand gefahren und zieht wieder bei seinem Vater ein. Er trifft alte Freunde, seine Jugendliebe, er will zurück zu alter Leichtigkeit, zu alter Größe, zur Freude am Leben. Doch das kostet ihn den Job, den ihm sein Vater besorgt hat. Charlie fühlt sich vom Leben erniedrigt – und er will sich das so nicht gefallen lassen.


SIEBENPUNKT (Foto: Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf)

Siebenpunkt

Regie: Jonas Walter
Deutschland 2018 | Farbe | 29 Min. | Uraufführung

Rick, seine Schwester Monique und ihr Freund Marco feiern in einer Dorfdisco das Ende der Schulzeit. Es ist ein großer Abend zwischen Euphorie und Resignation. Viele Jugendliche haben sich verkleidet. Monique gefällt sich als Marilyn Monroe. Rick findet es witzig, als Marienkäfer zu gehen – doch da ist er der einzige. Er passt nicht in Marcos Selbstverständnis. Eine verhängnisvolle Nacht bricht an.


Programm 4


Bester Mann (Foto: FunFairsFilms)

Bester Mann

Video
Bester Mann: "Perfide Freundschaft"
Kevin ist ein Loser, Selbstvertrauen ist ein Fremdwort für ihn. Per Zufall lernt er Benny kennen, der das krasse Gegenteil von ihm selbst ist. Eine verhängnisvolle Freundschaft beginnt. Regisseur des mittellangen Films Florian Forsch erklärt, dass der Film auf wahren Begebenheiten beruht.

Regie: Florian Forsch
Deutschland, Österreich 2018 | digital | Farbe | 44 Min. | Uraufführung

Gemobbt zu werden ist für den Teenager Kevin Alltag. Doch eines Tages kommt ihm ein Unbekannter auf einem Motorrad zur Hilfe. Kevin ist sofort fasziniert von Benny, der fast doppelt so alt ist wie er, auch weil der ihm erzählt, dass er als Talentscout arbeitet und in seinem Bungalow professionelle Fotos macht. Kevin möchte unbedingt auch von Bennie fotografiert werden. Doch die Bilder werden viel freizügiger, als er dachte. Immer tiefer gerät er in eine Spirale aus emotionaler Abhängigkeit und Missbrauch.


Mein rechter rechter Platz ist frei (Foto: Rütz Verborg Produktion)

Mein rechter, rechter Platz ist frei...

Regie: Kerstin Rütz
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 46 Min. | Uraufführung

Der 18-jährige Mark kämpft mit den Erinnerungen an einen Amoklauf vor zwei Jahren an seiner Schule. Sein bester Freund Ole wurde dabei getötet und hinterließ eine – auch sichtbare – Lücke neben ihm in der Bank. Als der immer gut gelaunte Niklas neu in die Klasse kommt, kann Mark dessen Lebendigkeit kaum ertragen. Er will nur eines: Dass Niklas wieder verschwindet und ihn und seine Klassenkameraden nicht mehr daran erinnert, wie ein Leben aussehen könnte, wenn es ein Damals nie gegeben hätte.


Programm 5


Facing Mecca (Foto: Dschoint Ventschr Filmproduktion)

Facing Mecca

Regie: Jan-Eric Mack
Schweiz 2017 | digital | Farbe | 27 Min. | Schweizerdt., Arab., Engl. mit dt. UT | dt. Erstaufführung

Der syrische Flüchtling Fareed möchte seine Frau in der Schweiz nach muslimischem Brauch begraben. Doch die Grabfelder der Gemeinde sind nicht gegen Mekka ausgerichtet, und auch eine Bestattung innerhalb von 24-Stunden nach Eintritt des Todes kann nicht eingehalten werden. Der Pensionär Roli, der Fareed unterstützt, findet eigenhändig eine kreative Lösung: Ein Familiengrab, in dem der Leichnam diagonal bestattet werden kann. Doch schon bald tauchen neue bürokratische Hindernisse auf.


#wannadie (Foto: Karbe Film)

#Wannadie

Regie: Anja Badeck
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 40 Min. | Uraufführung

Dem Kletterstar Lars soll der Unterschenkel amputiert werden. Über die Plattform #wannadie verabredet er sich zum Gruppenselbstmord. Zum Treffpunkt kommt aber nur Kleiderdesigner Franz im Kaiser-Franz-Kostüm und mit gebrochenem Herzen. In einem Freibad beschweren sie sich mit Gewichten und springen. Unter Wasser entscheidet sich Lars weiterzuleben und rettet auch Franz. Doch Franz will sterben und ist außer sich. Was spricht für den Tod und was für das Leben?


Everyday (Foto: Internationale Filmschule Köln)

Everyday

Regie: Lutz Rödig
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 29 Min. | Uraufführung

Junggesellenabschied, Arztpraxis, Berufsverkehr. Absurde Tableaus suchen die Komik im Anblick der Einsamkeit und Ignoranz des urbanen Alltags. In einer Collage kleiner Grausamkeiten zeigt sich die Großstadt als ein Irrenhaus, in dem nicht klar ist, wer Besucher ist und wer Patient.


Rund um Ophüls 2018
Die großen Abräumer der 39. Ausgabe des Filmfestivals Max Ophüls Preis: "Landrauschen" und "Cops", die jeweils mit drei der begehrten Trophäen ausgezeichnet wurden. Alle Infos zum Festival gibt's hier.

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