Filmrollen (Foto: dpa)

Dokumentarfilme im Wettbewerb

 

Aus etwa 130 gesichteten Werken wurden zwölf für den Wettbewerb Dokumentarfilm des diesjährigen Filmfestivals Max Ophüls Preis ausgewählt. Zehn der Wettbewerbsfilme sind Uraufführungen, bei den zwei weiteren handelt es sich um deutsche Erstaufführungen. Davon wurden neun Filme in Deutschland, zwei in Österreich und einer in Deutschland und Marokko produziert.

Der Wettbewerb um den Max Ophüls Preis "Bester Dokumentarfilm" ist mit 7500 Euro dotiert. Außerdem wird in dieser Kategorie der Preis für die beste Filmmusik vergeben, der mit 5000 Euro dotiert ist.


Bruder Jakob (Foto: Mischief Films)

Bruder Jakob, schläfst du noch?

Regie: Stefan Bohun
Österreich 2018 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 81 Min. | Dt., Port. mit dt. UT | Uraufführung

Jakob nahm sich das Leben. Zwei Jahre später machen sich seine vier Brüder, darunter der Regisseur, auf eine Spurensuche in die Vergangenheit, die im Tiroler Lareintal beginnt und schließlich in einem Hotelzimmer in Porto endet. Nach und nach formen die unterschiedlichen Erinnerungen an den Verstorbenen ein Familienbild, in dem jeder – auch als Erwachsener – seinen Platz erst finden musste. Ein Film über einen langsamen Abschied und die Notwendigkeit der Trauer.


diese süße Wiese (Foto: Jasmin Preiss)

Diese süße Wiese

Regie: Jasmin Preiß
Deutschland, Marokko 2018 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 71 Min. | Uraufführung

Begegnungen mit dem Künstler Karim Aouaj El Kasmi. Sein Wunsch, sich von den Beschränkungen des Alltags zu befreien, manifestiert sich in einer exzessiven Suche nach einem selbstbestimmten Leben außerhalb der Norm. In seiner Direktheit und Schonungslosigkeit bleibt Karim unantastbar und einem konkreten Bild entrückt.


Dorf der Vergesslichen

Regie: Madeleine Dallmeyer
Deutschland 2018 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 90 Min. | Thai, Dt. mit dt. UT | Uraufführung

Demenzpatienten aus Europa, mitten in einem thailändischen Dorf. Hier im Norden Thailands werden sie Tag und Nacht gepflegt und versorgt. In Paaren bewegen sich Patienten und Pfleger durch die Straßen. Die Kulturen könnten kaum unterschiedlicher sein – und doch funktioniert der eine nicht ohne den anderen. Ein Film über das Vergessen und Erinnern, über Liebe und Freundschaft.


Germania (Foto: Dino Osmanovic)

Germania

Video
"Germania" sorgt für kontroverse Diskussionen im Publikum
Lion Bischof ist Regisseur der Dokumentation "Germania". Darin geht es um eine Studentenverbindung. Beim Publikum in Saarbrücken hat er für Diskussionen gesorgt. Klar ist: Schwarz und weiß gibt es - wie so häufig - auch in Burschenschaften nicht.

Regie: Lion Bischof
Deutschland 2018 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 77 Min. | Uraufführung

Für die Mitglieder des Corps Germania ist ihre Studentenverbindung eine Festung gegen die Beliebigkeit und Brüchigkeit der digitalisierten und globalisierten Gegenwart. Für Außenstehende ist ihre Welt ein dunkler Kosmos mit autoritären Strukturen und merkwürdigen Ritualen.

Der Film folgt einer Gruppe von jungen Burschenschaftlern in München zwischen strenger Etikette und derben Witzen, Trinkspielen und der ersten Mensur. Ein Coming-of-Age-Film über die Frage, was es heißt, heute ein Mann zu sein.


Global Family (Foto: MADE IN GERMANY Filmproduktion)

Global Family

Regie: Andreas Köhler, Melanie Andernach
Deutschland 2018 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 91 Min. | Dt., Som., Ital. mit dt. UT | Uraufführung

Shaash war einer der besten Fußballspieler Somalias, doch der Bürgerkrieg machte alles zunichte und verstreute ihn und seine Familie über die ganze Welt. Er lebt in Deutschland, einer seiner Brüder in Italien, andere Familienmitglieder in Kanada. Imra, Shaashs 88 Jahre alte Mutter, hat es nach Äthiopien verschlagen. Als Imra plötzlich gezwungen ist, ihr Exil verlassen, muss die Familie schnell eine Lösung finden. Shaash fährt nach Äthiopien und sieht zum ersten Mal seit 30 Jahren seine Mutter wieder.


Erich und Schmitte (Foto: Corso Film- und Fernsehproduktion)

Erich und Schmitte - entscheidend ist am Beckenrand

Video
Erich und Schmitte: "Das Leben geht immer weiter"
Zwei Senioren-Schwimmer wollen es noch einmal wissen und trainieren für einen Schwimmwettbewerb. Der Regisseur der Doku, Stefan Eisenburger, verstarb während der Dreharbeiten bei einem Badeunfall. Hannah Dörr, Carina Mergens und Janina Jung haben den Film zu Ende geführt und erklären, wie sie dabei vorgegangen sind.

Regie: Stefan Eisenburger, Hannah Dörr, Janina Jung, Carina Mergens
Deutschland 2018 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 80 Min. | Uraufführung

In seinem Film „Erich und Schmitte“ portraitiert der Filmemacher Stefan Eisenburger zwei Seniorenschwimmer aus Essen. Er begleitet die beiden im Alltag, zu Wettkämpfen und ins gemeinsame Hotelzimmer beim Trainingscamp auf Teneriffa. Getragen wird das Leben der Essener – trotz Alter (86 und 68) von Humor und dem Motto: Weiter geht’s! Ein lakonischer Film über Freundschaft, den Tod und das normale besondere Leben.


Farewell Yellow Sea (Foto: INDI FILM Produktion)

Farewell yellow sea

Regie: Marita Stocker
Deutschland 2018 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 90 Min. | Dt., Chin. mit dt. UT | Uraufführung

Im tiefsten Schwarzwald trifft die 23-jährige chinesische Altenpflegerin Qing auf Menschen im letzten Lebensabschnitt, eine resolute Pflegedienstleiterin und immer wieder auf Käsebrot. Für die Senioren wird das flinke „Chinesamädle“ bald zur willkommenen Abwechslung im Heimalltag, vor allem für Frau Wohlfahrt, die Qings Intelligenz dem Konsum von Fischaugen zuschreibt. Ein Film über das Wandern zwischen den Welten und das Ankommen im eigenen Leben.


Following Habeck (Foto: Blockhaus Filmproduktion)

Following Habeck

Regie: Malte Blockhaus
Deutschland 2018 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 75 Min. | Uraufführung

Robert Habeck ist Umweltminister in Schleswig-Holstein. Im Mai 2015 bestätigt er, was viele bereits vermutet haben: Er will in die Bundespolitik und Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen bei der Bundestagswahl 2017 werden. Als Underdog tritt er in einer Urwahl gegen die Parteigrößen Cem Özdemir und Anton Hofreiter an. Der Film begleitet den Politiker über mehrere Monate. Eine Nahaufnahme zwischen Wahlkampf und Ministeramt, Provinz und Großstadt, Sieg und Niederlage.


Ins Ungewisse (Foto: Morgen Filmproduktion, Morpho Film)

Ins Ungewisse

Regie: Inigo Westmeier
Deutschland 2017 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 96 Min. | Dt., Russ. mit dt. UT | dt. Erstaufführung

Eine Gruppe von Menschen, die zwischen zwei Welten leben: der deutschen und der russischen. Sie haben in einem hessischen Theater zusammengefunden, um das Erich Maria Remarque-Melodram „Die Nacht von Lissabon“ zu erarbeiten. Immer wieder stellen sich die russisch-deutschen Schauspieler die Frage, die auch  Helen, die Hauptfigur Remarques, umtreibt: Wo bin ich zuhause? Emotionen wie Entwurzelung, Heimweh und Einsamkeit schöpfen die Akteure aus einem Schatz persönlicher Erfahrungen. Einige Szenen aus dem Stück holt Regisseur Inigo Westmeier von der Probebühne, um sie filmisch zu inszenieren. In der Montage von dokumentarischen und szenischen Elementen treten die Konflikte der Protagonisten in einer neuen Klarheit und Intensität hervor. Ein Film in Zeiten massenhafter Flucht, der das Gefühl von Heimatlosigkeit erlebbar macht.


KINDSEIN Ich sehe Was, was Du nicht siehst (Foto: Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf)

Kindsein - Ich sehe was, was du nicht siehst!

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Kindsein: "Die Magie des Alltags"
Regisseurin Lilian Nix hat für ihre Doku "Kindsein, ich sehe was, was du nicht siehst" vier Kinder auf vier Kontinenten mit ihrer Kamera begleitet.

Regie: Lilian Nix
Deutschland 2018 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 90 Min. | Japan., Span., Dt., Hindi, Marathi mit dt. UT | Uraufführung

Die Lebenswelten von vier Kindern aus vier Ländern: Kurumi in Tokyo, Jorgito in Havanna, Sean in Berlin und Rekha in Mumbai. Allen Unterschieden und teilweise schwierigen Umständen zum Trotz verbindet sie, dass sie durch ihren Blick auf die Welt die Magie im Alltäglichen sehen.


Relativ Eigenständig (Foto: FilmFilm)

Relativ eigenständig

Regie: Christin Veith
Österreich 2017 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 66 Min. | dt. Erstaufführung

Zwei Schulen, zwei Welten, ein filmisches Experiment: In der Grazer Fröbelgasse liegen eine private Modellschule und eine Mittelschule keine 50 Meter voneinander entfernt. Die einen Schüler kommen aus der intellektuellen Mittelschicht, die anderen stammen aus Migrantenfamilien. Mit zwei Kameras filmten sich 13- und 14-Jährigen drei Jahre lang selbst. Ihre Geschichten verbinden sich zu einem Coming-of-Age-Film im Selfie-Style, in dem sich die konträren Lebenswege immer enger miteinander zu verweben beginnen.


Swimming Pool am Golan (Foto: zischlermann filmproduktion)

Swimming Pool am Golan

Regie: Esther Zimmering
Deutschland 2018 | Dokumentarfilm | digital | Farbe | 88 Min. | Dt., Engl., Hebr. mit dt. und engl. UT | Uraufführung

Eine Suche nach den großen Ideen, denen eine jüdische Familie gefolgt ist. Die eine Hälfte kehrte nach dem Krieg zurück nach Ostdeutschland, um am Aufbau des Sozialismus mitzuwirken, die andere Hälfte schloss sich in Israel der Kibbuz-Bewegung an. Die Filmemacherin, eine Enkelin der Familie, stößt auf unterschwellige Konflikte und Geheimnisse – und fragt: Was ist übriggeblieben von den alten Idealen?


Rund um Ophüls 2018
Die großen Abräumer der 39. Ausgabe des Filmfestivals Max Ophüls Preis: "Landrauschen" und "Cops", die jeweils mit drei der begehrten Trophäen ausgezeichnet wurden. Alle Infos zum Festival gibt's hier.

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