Axel der Held (Foto: Ostlicht Film Georges Pauly)

Axel, der Held

Eine Rezension von Markus Person   24.01.2018 | 20:00 Uhr

Mitten in Absurdistan: Axel, ein Träumer und Hasenfuß, hat große Schulden bei Manne, dem Besitzer der örtlichen Hühnerfarm und des Spielcasinos. Und dann ist der Dorfmogul auch noch mit seiner Jugendliebe Jenny (Emilia Schüle) liiert. In dem Einzelgänger Heiner (Christian Grashof) findet Axel einen Freund, der ihm im Kampf gegen Manne zur Seite steht. Wenn nur nicht immer diese Tagträumereien dazwischen kommen würden…

Bewertung: 2 von 3 Herzen

Regisseur Hendrik Hölzemann präsentiert dem Zuschauer ein Märchen: Manchmal ist es eine Komödie, manchmal eine Tragödie. Dabei kombiniert er schräge Figuren mit einer noch schrägeren Dorfkulisse. Protagonist Axel schleicht als Verlierer durch diese Welt, der ständig in Tagträumereien abdriftet – dort ist er meist der Held, furchtlos und mutig. Sein bald bester Freund Heiner ist die Quasi-Reinkarnation des Apachen-Häuptlings Winnetou, was Axel recht schnell in die Rolle seines Blutsbruders Old Shatterhand drängt, nur vielleicht nicht ganz so mutig.

Sprunghafter Plot, wenig Überraschungen

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Axel der Held:"Den Geschmack am Leben finden"
Axel ist nicht der Hellste, hat Schulden und wird rumgeschubbst. Regisseur Hendrik Hölzemann erklärt, welche Entwicklung seine Hauptfigur nimmt und was seinen Film zu einem Märchen macht.

Auf dieser Erzählgrundlage wird kaum ein Märchenklischee ausgelassen, wenn auch mit viel Witz und so überkarikiert, dass man es dem Regisseur nicht übelnehmen will. Einige Dorfbewohner sehen aus, als wären sie direkt aus einem Märchenbuch gepurzelt, andere wiederum, wie beispielsweise Axels Tante, wirken fast schon "über-real".

Ein stringenter Erzählstrang spielt in der Geschichte eine untergeordnete Rolle. Der Kampf von "Axel Old Shatterhand" und "Heiner Winnetou" gegen den übermächtigen Hühnerbaron verläuft erwartbar. Auf Erfolge folgen Rückschläge, alte Pläne werden verworfen, neue geschmiedet. Dabei wechselt die Story zwischen dem Hier und Jetzt und Axels Tagträumen. Das alles bringt Hölzmann mit viel Liebe zum Detail, kleinen Computeranimationen und vor allem einem sehr guten Cast auf die Leinwand. Den Darstellern merkt man an, dass sie Spaß daran hatten, Teil der Erzählung zu sein.

Märchenstunde mit Witz und Charme

Auch wenn die Story letztlich recht erwartbar mit wenigen Überraschungen abläuft - vor allem für diejenigen, die die alten Winnetou-Filme kennen - ist Regisseur Hölzmann ein über weite Strecken kurzweiliger Film gelungen, der oft witzig, hintersinnig und manchmal schon melancholisch anmutet. Das trifft vor allem dann zu, wenn Axel sich durch seine Träume in eine, zumindest für ihn, bessere Welt flüchtet. Fazit: Größenteils gelungene Märchenstunde mit Witz und Charme.

Regie: Hendrik Hölzemann
Deutschland 2018

Spielfilme im Wettbewerb
16 Produktionen treten in der kommenden Ausgabe des Filmfestivals Max Ophüls Preis in der Kategorie "Spielfilm" an. Die Hälfte der Filme wird in Saarbrücken uraufgeführt, die andere Hälfte sind deutsche Erstaufführungen. Insgesamt werden in dieser Kategorie sieben Preise vergeben.

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