Doris Dörrie (Foto: dpa/picture alliance/Michael Kappeler)

Ophüls-Ehrenpreis für Doris Dörrie

  15.12.2017 | 16:14 Uhr

Zum siebten Mal vergibt das Filmfestival Max Ophüls Preis einen Ehrenpreis für Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film. Im Jahr 2018 erhält Doris Dörrie diese Auszeichnung. Durch kreative Vielfalt und den Mut, neue Wege zu gehen, inspiriere sie seit vielen Jahren die Entwicklung junger Filmschaffender, lautet die Begründung des Festivals.

In die Liste der Ehrenpreisträger des Filmfestivals Max Ophüls Preis reiht sich im kommenden Jahr die Regisseurin, Schriftstellerin und Filmproduzentin Doris Dörrie ein. "Doris Dörries Leidenschaft, Geschichten für ein großes Publikum zu erzählen und dafür kontinuierlich alle nötigen medialen, kulturellen und formalen Grenzen zu überschreiten, macht sie nicht nur zu einer Ausnahmeerscheinung im deutschen Film. Durch ihre kreative Vielfalt und den Mut, neue schöpferische Wege zu gehen, inspiriert sie seit vielen Jahren die Entwicklung junger Filmschaffender“, so Svenja Böttger, Leiterin des Filmfestivals Max Ophüls Preis.

Vita

1975 begann Dörrie ein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München und verfasste nebenbei Filmkritiken für die Süddeutsche Zeitung. Nach dem Studienabschluss drehte sie zunächst Dokumentarfilme, um mit dem Beziehungsdrama "Mitten ins Herz" ihren ersten großen Spielfilmerfolg zu feiern. Nach der Uraufführung bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig gewann "Mitten ins Herz" beim Filmfestival Max Ophüls Preis 1984 den damals erstmals vergebenen Publikumspreis Spielfilm, den Preis der Leserjury der Saarbrücker Zeitung sowie den La femme-Förderpreis für die Hauptdarstellerin Beate Jensen.  

Schon mit ihrem nächsten Film "Männer" gelang Dörrie 1985/86 mit über fünf Millionen Kinozuschauern ein epischer Erfolg, der ihr nicht nur Deutsche Filmpreise für Drehbuch und Bester Film bescherte, sondern der einen nachhaltigen Paradigmenwechsel in der Entwicklung des westdeutschen Kinos markiert. Es folgten unter anderem die Tragikomödie "Paradies" (1986), die Bestseller-Verfilmung "Ich und er" (1988) sowie "Happy birthday, Türke!" (1992).  

Professur in München

Mit "Keiner liebt mich" (1995) und "Bin ich schön?" (1998) brachte Dörrie erstmals auch Figuren aus eigenen literarischen Werken auf die Leinwand. Seit 1998 veröffentlicht sie Kurzgeschichten, Romane und Kinderbücher, so wurde sie 2003 für "Das blaue Kleid“ mit dem Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet. Ab 2001 inszenierte Doris Dörrie darüber hinaus zahlreiche Opern unter anderem an der Berliner Staatsoper und den Salzburger Festspielen. Mit Filmen wie "Kirschblüten-Hanami" (2008) und zuletzt "Grüße aus Fukushima" (2016), die im Wettbewerb beziehungsweise dem Panorama der Berlinale uraufgeführt wurden, setzte sie sich wiederholt vielschichtig mit der japanischen Kultur auseinander. Insgesamt hat sie über 30 Spiel- und Dokumentarfilme für Kino und Fernsehen produziert sowie etwa 20 Bücher veröffentlicht. 

Seit 1997 arbeitet Dörrie als Professorin für Angewandte Dramaturgie und Stoffentwicklung mit Studierenden der Hochschule für Fernsehen und Film München und hat in diesen über 20 Jahren mit Generationen von jungen Filmschaffenden Wissen, Erfahrung und wertvolle Impulse geteilt.

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