Ein süchtiger Filmliebhaber

Das Interview führte Anne Schubert   27.01.2017 | 10:07 Uhr

Michael Klotz ist Filmliebhaber durch und durch. Seit 1980 ist er ein treuer und begeisterter Besucher des Festivals. Nur eine der 38 Auflagen hat er verpasst. Für den 67-Jährigen ist das Festival eine der Höhepunkte des Jahres und hat klaren Suchtcharakter, wie er im Gespräch mit SR.de erzählt.

Von Kindesbeinen an ist Michael Klotz immer gerne ins Kino gegangen - diese Leidenschaft hat ihn bis heute nicht verlassen. Mit seiner Frau geht er mindestens einmal pro Woche ins Kino und ist froh, dass sie sein Hobby teilt. Denn ein Leben ohne Film könnte sich der pensionierte Diplombiologe nicht vorstellen. Deswegen lässt sich Michael Klotz auch nicht das Festival Max Ophüls Preis entgehen und genießt es, pro Tag vier bis fünf Filme zu gucken - und das seit mittlerweile 38 Jahren. Mit einer Ausnahme.


SR.de: Nur 2015 konnten Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht am Festival teilnehmen. Was reizt Sie so an Max Ophüls, dass Sie nach all den Jahren immer noch nicht genug haben?

Michael Klotz: Ich mag die besondere Atmosphäre beim Festival. Die kleinen Dinge stimmen hier. Das Persönliche, die Nähe zu den Filmschaffenden. Ich habe in all den Jahren noch nie Ablehnung erlebt. Jeder ist immer für ein Gespräch bereit.

SR.de: Sie suchen also auch immer gezielt das Gespräch mit den Filmschaffenden?

Klotz: Ja, absolut. Filme arbeiten noch lange mit mir und manche Filme kann man nicht alleine verarbeiten. Da braucht man eine Erklärung von den Regisseuren, um die Idee hinter dem Film zu verstehen und sich mit dem ein oder anderen Film auch versöhnen zu können.

SR.de: Schauen Sie Filme mittlerweile mit einem kritischeren Auge?

Klotz: Ich gucke Filme auf jeden Fall anders als früher, denn ich habe in den Jahren schon viel gelernt. Aber ich gucke immer noch mit Leidenschaft, mit meiner Seele und meiner Persönlichkeit. Ich will Filme nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen erleben. Und so muss ich auch nicht mit der Meinung anderer übereinstimmen und lasse mich auch nicht von Experten belehren.

SR.de: Ist Ihnen in all den Jahren ein Film besonders in Erinnerung geblieben?

Klotz: Ich kann mich noch sehr gut an den Film „Taxi zum Klo“ erinnern. Der Film hat 1981 den Max Ophüls Preis für den besten Film gewonnen und ich werde ihn nie vergessen. Es war ein schöner, lustiger Film. Und ich mag Filme, bei denen ich lachen kann. Ich will nicht immer nur Probleme gezeigt bekommen.

SR.de: Hat sich das Festival im Laufe der Jahre verändert?

Klotz: Das heutige Festival ist auf jeden Fall nicht mehr mit den allerersten Ausgaben vergleichbar. Damals sind nur ein paar Leute gekommen. Einerseits ist es toll, dass das Festival immer größer geworden ist, aber es birgt auch Gefahren. Ich mache mir Sorgen, wenn nach 30 Minuten schon keine Karten mehr für Vorstellungen verfügbar sind. Ich hoffe, dass die Festivalverantwortlichen es auch in Zukunft schaffen, dass die Atmosphäre des Festivals erhalten bleibt.

SR.de: Steht der Termin fürs Festival im nächsten Jahr schon dick im Kalender?

Klotz: Klar. Das Festival ist einer der Höhepunkte des Jahres für mich. Der Termin ist immer geblockt. Mein Arbeitgeber wusste früher immer schon, dass ich dann nicht da bin. Seitdem ich Rentner bin, ist es natürlich noch einfacher. Jetzt kann ich meiner Leidenschaft für Filme noch mehr nachgehen und das Festival genießen, denn das hat für mich absolut Suchtcharakter.

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