Szene aus dem Spielfilm "Die Migrantigen" (Foto: Filmproduktion)

Die Migrantigen

Eine Rezension von Carla Sommer   25.01.2017 | 12:34 Uhr

Die Freunde Marko und Benny haben zwar "Migrationshintergrund", leben aber komplett integriert in Wien. Durch einen Zufall geraten sie in den Fokus einer Reportage über ein multikulturelles Wiener Vorstadtviertel. In "Die Migrantigen" spielt Regisseur Arman T. Rihani absolut gekonnt mit Klischees und Vorurteilen über Migranten. Zum Schreien komisch!

Bewertung: Drei von drei Herzen

Die Migrantigen: Mit Klischees aufräumen
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Die Migrantigen: Mit Klischees aufräumen

Marko leitet eine erfolglose Werbeagentur und hat einen jugoslawischen Migrationshintergrund. Benny ist Halb-Ägypter und arbeitet – ebenfalls erfolglos – als Schauspieler. Durch einen Zufall und wegen ihres ausländischen Aussehens werden die beiden Hauptdarsteller in einer Dokuserie über den Rudolfsgrund, einem ethnisch durchmischten Vorstadtviertel in Wien.

Benny: "Wir wollen wieder mehr so Ausländer sein."
Die Migrantigen im Publikumscheck
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Die Migrantigen im Publikumscheck

Als Benny seine Chance als Schauspieler wittert und Marko durch den neu erworbenen Ruhm plötzlich Werbeaufträge erhält, studieren die beiden das Milieu und geben sich als die kleinkriminellen Ausländer Omar und Tito aus. Durch ihr skurriles Spiel ergeben sich für beide plötzlich ganz neue Möglichkeiten. Gleichzeitig stürzen sie das ganze Viertel in Probleme und ziehen damit den Unmut des Rudolfsgrunds auf sich.

Mix aus Sozialkritik und Satire

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"Die Migrantigen" ist ein multikultureller Mix aus ernster Sozialkritik und zum Schreien komischer Satire. Arman T. Riahi, der auch am Drehbuch beteiligt war, thematisiert Klischees über Migranten auf absolut humorvolle Weise. Das gelingt ihm nicht nur dramaturgisch, sondern auch durch Musikauswahl und Kameratechnik.

An manchen Stellen ist der Film etwas einfach gestrickt und gerade das Ende ist doch etwas zu simpel gedacht. Gerade das gibt dem Film aber auch seine herrliche Skurrilität und macht ihn möglicherweise zu einer Hoffnung für eine Auszeichnung im Spielfilmwettbewerb.

Regie: Arman T. Riahi
Österreich 2017

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