Sabine Janowitz  (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Was man gesehen haben sollte: Donnerstag

Katrin König   20.01.2016 | 20:00 Uhr

Ganz langsam sind alle Wettbewerbsfilme über die Leinwände geflimmert. Kulturredakteurin Sabine Janowitz hat aber trotzdem noch ein paar Tipps, was man sich am Donnerstag nicht entgehen lassen sollte.

Max Ophüls Preis 2016
Langfilme am Donnerstag
Am Donnerstag gehen fünf weitere Wettbewerbsfilme an den Start. "Schrotten!", "Lenalove", "Einer von uns", Fado" und "Sex&Crime". SR.de hat sich auch diese Filme angeschaut und rezensiert.

"Was die Langfilme angeht, ist der Donnerstag nicht mein Lieblingstag", gesteht Sabine Janowitz. Trotzdem: "Schrotten!" könne man sich gut ansehen. "Der Film spielt in einem schönen Milieu und ist handwerklich perfekt gedreht", sagt sie. Zu Lachen gibt es dabei auch was - ein etwas leichterer Film, der zwischen all den anderen, teils schweren Produktionen eine schöne Abwechslung sei. Thematisch sei "Lenalove" höchst aktuell. Darin geht es um Jugendliche, die in sozialen Netzwerken gemobbt werden. Insgesamt sei ihr das Thema aber zu schwarz-weiß dargestellt - Zwischentöne fehlten.

Kampf der Kulturen und moralische Fragen

Sehenswert sei die Dokumentation "Girls don't fly", die in Ghana spielt. "Darin kann man einen Culture-Clash erleben, der sich zwischen einer jungen ghanaischen Frau und einem Briten vollzieht, der in Ghana eine Flugschule betreibt", so Janowitz. "Hinter dem Schneesturm", ebenfalls eine Dokumentation, zeigt die bedrückende Geschichte eines Mannes, der seinen Großvater dazu bringen möchte, über seine Kriegserlebnisse zu sprechen. "Sehr düster. Wenn man sich aber für die Geschichte des Krieges interessiert, kann man richtig in den sich qualvoll langsam ereignenden Prozess eintauchen, bis der Großvater endlich ein wenig spricht", verrät Janowitz.

Von den Kurzfilmen empfiehlt sie "Mayday", der sich, wie viele andere Filme in diesem Jahr, mit der Flüchlingsproblematik beschäftigt. "Eindringlich und beklemmend. Die moralische Frage "Wie würde ich mich verhalten", die sich die Figuren im Film stellen müssen, kann man auch problemlos sich selbst stellen", erklärt die Kulturredakteurin. Generell gefällt Janowitz an dem Flüchtlingschwerpunkt, dass die abstrakte Masse "Flüchtlinge" in den Filmen aufgelöst würde und man die Möglichkeit bekäme, eine Momentaufnahme aus dem echten Leben zu erhalten.

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