"Offline" - ein Film (nicht nur) für Gamer

Offline – Das Leben ist kein Bonuslevel

Eine Rezension von Christian Schwarz   18.01.2016 | 20:00 Uhr

Gamer und Zocker aufgepasst! Florian Schnells „Offline – Das Leben ist kein Zusatzlevel“ dürfte genau nach eurem Geschmack sein. Aber auch für alle anderen Kinogänger bietet die gekonnt umgesetzte Mixtur aus Film und Computerspiel beste Unterhaltung.

Bewertung: Zwei von drei Herzen

Der schüchterne Jan (Moritz Jahn) verbringt die meiste Zeit mit dem Computerspiel „Schlacht um Utgard“, wo er den tapferen Kämpfer Fenris verkörpert. Als jedoch kurz vor dem größten Turnier aller Zeiten, Ragnarök, sein Account, Handy und EC-Karte gehackt werden, ist er in der Realität gefordert. Gemeinsam mit der wilden Karo (Mala Emde), die ebenfalls gehackt wurde,  macht er sich auf den Weg, um den Spieler Loki zu finden, der hinter all den Machenschaften steckt.

Lieblingszitat: „Wenn ich in Utgard hundert Heiltränke kaufe, kann ich mich damit hundert Mal heilen. Und hier kriege ich nicht mal ne Dose auf.“ - Jan

Die beiden Protagonisten begeben sich dabei auf einen Weg voller Abenteuer, auf dem sich Realität und Computerspiel immer wieder miteinander vermischen. Höchst amüsant ist beispielsweise die Szene, als sich Jan in Manier eines guten alten „Point and Click-Spiels“ aus einer brenzligen Situation befreien kann. Nutze Colaflasche mit Mentos! Quest erfolgreich beendet! Das Experiment, Elemente der beiden Medien Film und Game miteinander zu vermischen, gelingt auch an vielen anderen Stellen. Immer wieder schlüpfen die Figuren in ihre Alter Egos und sorgen dabei nicht nur bei Hardcore-Zockern für beste Unterhaltung.

Alles andere als Langeweile

Darüber hinaus dürfte der Film bestens für alle Eltern geeignet sein, deren Kinder sich all zu oft in virtuelle Welten flüchten. Besser kann man ihnen die Alternative außerhalb der eigenen vier Wände nicht schmackhaft machen. Dafür sorgen nicht nur die Abenteuer, die in der Realität auf Jan und Karo lauern, sondern auch die beeindruckenden, teils märchenhaften Landschaften, durch die sie streifen. Der Satz „an die frische Luft gehen“ bekommt so eine ganz neue Bedeutung.

Für die Protagonisten wird der Ausflug in die Realität derweil zu einer Unternehmung voller skurriler Begegnungen, auf der vor allem der schüchterne Jan eine nachvollziehbare Entwicklung durchmacht. Aus dem Zocker wird ein Held – und zwar nicht nur als Fenris im Rollenspiel. Dabei zuzuschauen ist so kurzweilig, dass der Film nicht nur für Zocker und Gamer empfehlenswert ist, sondern auch für alle anderen Kinogänger.

Regie: Florian Schnell
Deutschland 2016

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