"Lenalove" (Foto: Verleihfirma)

Lenalove

Drama, Drama, Drama

Eine Rezension von Carla Sommer   20.01.2016 | 20:00 Uhr

Lena steckt mitten in der Pubertät und muss einige Lebenskrisen durchmachen. Sie vertraut sich ihrem Internet-Freund Noah an. Ein fataler Fehler. "Lenalove" ist ein Coming-Of-Age-Drama mit Zügen eines Thrillers. Der Film ist gut gemacht, mit überzeugenden Schauspielern und einer ansprechenden Kulisse. Inhaltlich verlangt er seinen Zuschauern aber einiges ab.

Bewertung: Zwei von drei Herzen

Obwohl die 16-jährige Lena kreativ, hübsch und feinfühlig ist, ist sie in ihrer Klasse nicht besonders beliebt. Nur ihre beste Freundin Nicole steht zu ihr – bis sie sie für die coole und beliebte Stella sitzen lässt. Doch in ihrem geheimnisvollen Klassenkameraden Tim findet Lena einen Seelenverwandten, der ihre Probleme versteht und genauso kreativ ist wie sie. Doch dann beginnt eine Serie schrecklicher Ereignisse für Lena: Nachdem sich Nicole an Tim herangemacht hat, vertraut Lena sich ihrer Internetbekanntschaft Noah an. Ohne zu wissen, wer wirklich hinter dem Social-Media-Profil steckt. 

Aktuelles Thema: Internet-Mobbing

Der Film „Lenalove“ behandelt das sensible und allgegenwertige Thema Internet-Mobbing. Dass sich gerade ein Nachwuchsfilm dieses Themas annimmt, ist mutig und wichtig in einer Zeit, in der laut einer Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Münster und Hohenheim jeder dritte Jugendliche von Cybermobbing betroffen ist.

Lieblingszitat: "Ich fühl' mich dir so nah. Obwohl wir uns nicht kennen."

Die Krisen, die Lena im Film durchlebt sind ansprechend dargestellt und ermöglichen dem Zuschauer eine 90-minütige Fahrt in Lenas Achterbahn der Gefühle. Wobei diese Achterbahn aber nicht auf und ab, sondern eigentlich immer nur bergab geht. Regisseur Florian Gaag spricht zwar im Regiekommentar von „Höhen und Tiefen des Coming-Of-Age“. Doch von den Höhen ist in diesem Film kaum etwas zu bemerken. Er erscheint eher wie ein andauernder Teenie-Alptraum, gesäumt von Drogen, Mobbing, Verrat, Verlust und Enttäuschung. Die Frage „Kann es noch schlimmer kommen?“ kann man in regelmäßigen Abständen mit ja beantworten.

Story ein Stück zu dramatisch

Alle Ängste, die ein Teenager haben kann, werden in „Lenalove“ in 93 Minuten gepresst und das ist einfach zu viel. Vor allem, weil es unrealistische Ausmaße annimmt und es rätselhaft bleibt, warum Lenas ehemals beste Freundin ihr plötzlich so einen Schaden zufügen will. Denn bei besagtem Mobbing handelt es sich nicht mehr nur um die Streiche pubertärer Mädchen, sondern beinahe um die bewusste Zerstörung einer Existenz.

Vor diesem Hintergrund bleiben die Figuren in „Lenalove“ inhaltlich leider etwas flach. Dennoch: Schauspielerisch liefern alle Darsteller eine gute Leistung ab. Besonders die Hauptdarsteller Emilia Schüle und Jannik Schümann, der auch für den Nachwuchsdarstellerpreis nominiert ist, überzeugen in ihren Rollen. Die Verzweiflung, die beide im Film durchmachen müssen, nimmt man ihnen ohne weiteres ab.

Alles was man der Protagonistin Lena wünscht, ist ein kleines Fünkchen Glück in ihrem Leben. Handwerklich ist der Film aber gut gemacht, mit tollen Bildern und einer beeindruckenden Kulisse. Gerade für Teenager mit einem Hang zur Dramatik ist „Lenalove“ sicherlich empfehlenswert.

Regie: Florian Gaag
Deutschland 2016

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