Iris Berben (Foto: dpa/Jens Kalaene)

Ehrenpreis geht an Iris Berben

  12.12.2018 | 16:11 Uhr

Iris Berben wird in der kommenden Ausgabe des Filmfestivals mit dem Ehrenpreis bedacht. Die Grande Dame des deutschen Films erhält diese Auszeichnung für ihre Verdienste um den deutschen Filmnachwuchs.

Iris Berben gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Schauspielerinnen der deutschen Film- und Fernsehbranche. Seit 2010 ist sie Präsidentin der Deutschen Filmakademie und vertritt in dieser Position die Interessen von über 1800 kreativen Mitgliedern der Filmbranche.

Dazu Festivalchefin Svenja Böttger: "Als Vorbild für persönliches Engagement lebt sie seit vielen Jahren aktiv vor, für eine lebendige Kinokultur und die Pflege eines diversen Filmnachwuchses ebenso stark einzustehen wie für soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft. Ich freue mich sehr, Iris Berben im Januar in Saarbrücken begrüßen zu dürfen.”

Für Leistung und Engagement ausgezeichnet

Berbens Karriere begann mit Kurzfilmen an der Hamburger Kunsthochschule. In Rudolf Thomes "Detektive" (1968) stand sie zum ersten Mal für einen abendfüllenden Kinofilm vor der Kamera. Seitdem spielte sie in zahlreichen Kino- und TV-Produktionen. Für ihre Rolle als Bertha Krupp ("Krupp – Eine deutsche Familie", 2009) war Iris Berben 2010 bei den amerikanischen Emmys als beste Schauspielerin nominiert. Zu den Auszeichnungen für ihre Leistungen zählen mehrfach der Adolf-Grimme-Preis, die Goldene Kamera, der Bambi, die Romy und der Bayerische Fernsehpreis für ihr Lebenswerk.

Berben war es neben ihrer schauspielerischen Tätigkeit immer auch ein Anliegen, in der Öffentlichkeit Haltung zu zeigen und für Toleranz und Mitmenschlichkeit sowie gegen das Vergessen der Nazi-Diktatur und gegen Antisemitismus einzutreten. Für ihr politisches Engagement erhielt sie unter anderem das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und wurde vom Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet. 2013 ehrte sie das Jüdische Museum Berlin mit dem Preis für Verständigung und Toleranz.

Mit Ecken, Kanten und Würde

Politisiert wurde Iris Berben bereits in frühen Jahren. Als Teenager nahm sie Ende der 1960er Jahre an Demonstrationen in Hamburg teil und hatte engen Kontakt zur damaligen Studenten- und Protestbewegung. Sie setzte sich für Frauenrechte und Emanzipation ein – und war gleichzeitig Sexsymbol einer ganzen Generation. Ihr "Doppelleben" als politische Person und populäre Künstlerin hat Iris Berben nie als Widerspruch begriffen, sondern immer wieder dazu genutzt, für sie relevante gesellschaftliche Themen in die öffentliche Debatte zu bringen.

Zum Vorbild für viele wurde die 68-Jährige in den letzten Jahren durch ihren Umgang mit dem fortschreitenden Alter. "Wäre das Gesicht ein Musikinstrument, dann wäre jede Falte eine weitere Saite", sagte sie in einem "Spiegel"-Interview. Eine Grande Dame mit Ecken und Kanten, die bis heute die gesamte Klaviatur der Schauspielkunst beherrscht, von eindringlich ernst bis brüllend komisch.

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