Just drifting (Foto: Frers Production)

Just drifting along

Eine Rezension von Katrin König   22.01.2018 | 20:00 Uhr

Eine durchzechte Nacht, eine Leiche und die Frage: Was tun? Verschwinden lassen heißt die Antwort! Aber wie? Und wer könnte das übernehmen? "Just drifting along" ist zwar keine Komödie, bei der man sich fortwährend auf die Schenkel klopft, aber ein durchaus amüsanter Film mit Schmunzelpotenzial.

Bewertung: Zwei von drei Herzen

Steffen und Lennart haben ein Problem: Nach einer viel zu langen Partynacht mit viel zu viel Alkohol und anderen Rauschmitteln wird Kumpel Ben unglücklich von der Stereoanlage getroffen und ist sofort tot. Schnell steht fest: Die Leiche muss unauffällig entsorgt werden. Da Steffen der Pechvogel war, der die Anlage vom Regal gestoßen hat, beschließt Lennart, ihn mit dem Problem alleine zu lassen. Heillos überfordert weiht Steffen seinen Cousin David ein und bittet ihn um Hilfe. David wiederum wendet sich an den zwielichtigen Theo, der - nicht ganz uneigennützig - zusagt, bei der Entsorgung zu helfen.

Zufall auf Zufall

Just drifting along: "Leben wie durch einen Fernseher"
Kifferparty mit Leiche - so die kurze Zusammenfassung von "Just drifting along". Regisseur Jan Frers und Darsteller Martin Geisen, wie sie auf die Idee zu dem Film kamen und warum es sich dabei eigentlich um ein Drama handelt.

Theo hat allerdings kein Auto. Deswegen trifft er sich mit seiner Schwester, tischt ihr eine herzergreifende Story auf, damit sie ihren Freund überredet, Theo sein Auto zu leihen. Nach und nach tauchen zufällig immer mehr Bekannte und Freunde von Ben auf und werden in den Fall hineingezogen - auch Bens derzeitige Freundin (stark gespielt von Stefanie Wennmann), die keine Ahnung vom Ableben ihres Liebhabers hat. Mit einer Freundin zieht sie um die Straßen und genießt einen Mädelsabend, der mit einem unfreiwilligen Besuch auf der Polizeiwache allerdings jäh endet.

Theo, David und Steffen kümmern sich unterdessen um das Problem "Ben" und haben dabei mehr Glück als Verstand, dass sie nicht auffliegen. Der Zufall will es, dass sich die mittlerweile wieder auf freiem Fuß befindlichen Freundinnen genau an dem Ort einfinden, den sich das Dreiergespann für die Leichenentsorgung ausgesucht hat.

Gelungener Erstling

Einige Szenen in Jan Frers erstem Spielfilm hätten gerne gestraffter und mehr auf den Punkt sein dürfen. So ziehen sich vor allem die Gespräche zwischen Theo und seiner Schwester Lilly und zwischen Lilly und ihrem Freund arg in die Länge. Statt gefühlt ewig langen Dialogen hätten der ansonsten kurzweiligen Geschichte weitere Zufälle sicher gut getan.

Insgesamt ist "Just drifting along" aber ein durchaus gelungener Nachwuchsfilm, der mit vielen kleinen Schmunzelmomenten auf den Zuschauer wartet. Erwähnenswert auch die angenehm gute Kameraführung von Detlev Niehbur und die überzeugende Leistung von Jannik Büddig, der den Theo verkörpert und unter anderem durch diverse Tatort-Produktionen bekannt geworden ist.

Regie: Jan Frers
Deutschland 2017


Max Ophüls Preis 2018
Spielfilme im Wettbewerb
16 Produktionen treten in der kommenden Ausgabe des Filmfestivals Max Ophüls Preis in der Kategorie "Spielfilm" an. Die Hälfte der Filme wird in Saarbrücken uraufgeführt, die andere Hälfte sind deutsche Erstaufführungen. Insgesamt werden in dieser Kategorie sieben Preise vergeben.

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