Szene aus dem Film 'Adrian ist nicht Achill' (Foto: Filmwerk Kalliope)

Adrian ist nicht Achill

Eine Rezension von Leonie Rottmann   16.01.2019 | 00:00 Uhr

Uhrmacher Adrian und Schauspielerin Florina sind seit einiger Zeit getrennt. Als Florina in die Kleinstadt Rottweil zurückkehrt, flammt die Beziehung der beiden neu auf. "Adrian ist nicht Achill" erzählt in verwirrenden und in die Länge gezogenen Szenen die Geschichte einer Liebe, die dem Alltag nicht gewachsen ist.  

Bewertung: Null von drei Herzen

SR Lounge: Adrian ist nicht Achill
Video [SR.de, (c) SR, 17.01.2019, Länge: 05:39 Min.]
SR Lounge: Adrian ist nicht Achill

Als Adrian (Moritz Weber-Jänichen) plötzlich ein Paket von seiner Ex-Freundin Florina (Agnes Decker) bekommt, in dem sie ihm seine persönlichen Sachen zurückschickt, reißen bei ihm alte Wunden auf. Sie kündigt außerdem in einem Brief an, dass sie in ihre Heimatstadt zurückkehren wird, dorthin, wo Adrian bis heute lebt. Nach einem Wiedersehen mit seiner Ex-Freundin lässt sich Adrian trotz aller Warnungen und Bedenken seiner Familie noch einmal auf eine Beziehung mit Florina ein. Es entsteht ein Wechselspiel zwischen Streit und Versöhnung.

Andeutungen führen zu Verwirrung

Der junge Uhrmacher Adrian unterhält sich zu Beginn des Films von Regisseurin Sophia Schiller mit einer Freundin in seiner Uhrenwerkstatt, die vom Motiv her eher einem Arbeitszimmer ähnelt. Wer diese Freundin ist und welche Funktion sie in der Geschichte hat, bleibt allerdings unklar. Ebenso unklar bleibt, wer oder was Achill überhaupt ist und warum Adrian nicht Achill sein kann, wie es der Filmtitel andeutet.

Das wohl tiefsinnig gemeinte Gespräch zwischen der unbekannten Freundin und Adrian über Horoskope ist für den Zuschauer eher verwirrend als hilfreich und versandet schlussendlich im Nichts.

Wenig Handlung und verwackelte Aufnahmen

In teils endlos wirkenden Szenen wird die Liebesgeschichte von Adrian und Florina unnötig in die Länge gezogen. Die Gespräche der beiden sind vorwiegend ohne Aussage und es bleibt oft wenig verständlich, weshalb sie in einem Moment glücklich sind und sich in der nächsten Sekunde anschreien. Da hilft es auch nicht, dass Hauptdarsteller Moritz Weber-Jänichen es schafft, dem Zuschauer Adrians zerbrechliche Seite zu offenbaren.      

Verwirrend und ablenkend sind zudem die vorwiegend unruhige Kameraführung. Häufige harte Schnitte ergänzen Unschärfen im Bild. So wird zum Beispiel ein Türrahmen zwischendurch in voller Schärfe gezeigt, während sich die Protagonisten in der Küche unterhalten.

Emotionen und Gefühle finden in der Geschichte von "Adrian ist nicht Achill" trotz der Länge des Films wenig Platz. Eine Geschichte, die in wenigen Sätzen erzählt werden kann, erstreckt sich über 80 Minuten in wackeligen Bildern und unendlichen Dialogen auf der Leinwand.“

Regie: Sophia Schiller
Deutschland 2019


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