Simin Sadeghi und Carl Rolshoven in der SR Lounge (Foto: Christoph Stein)

Ein Muss für Filmfans am Wochenende

Annabell Brockhues   18.01.2019 | 19:00 Uhr

Beim Filmfestival Max Ophüls Preis stehen häufig die Spielfilme im Mittelpunkt. Aber auch in den anderen Wettbewerbsreihen gibt es interessante Stoffe. Simin Sadeghi und Carl Rolshoven geben hier für das Festival-Wochenende ihre Filmempfehlungen ab.

Was sollte man gesehen haben?

Carl: Die ganze Kurzfilm-Reihe 1 im Wettbewerb ist zu empfehlen, weil da sehr starke Filme dabei sind.

SR Lounge: Jägerin
Video [SR.de, (c) SR, 17.01.2019, Länge: 05:16 Min.]
SR Lounge: Jägerin

Simin: Wie zum Beispiel „Die Jägerin“, der mit Schauspielerin Luise Heyer sehr gut besetzt ist. Wichtig, denn Heyer spielt die ganze Zeit alleine. Im Grunde genommen ist es eine tragische Geschichte, weil sie ihre Familie bei einem Autounfall verloren hat und in den Wald fährt um sich umzubringen. Aber sie schafft es nicht und so zeigt sich im Film immer ein schmaler Grat zwischen Lebensmut und Lebensmüdigkeit. Es sind schöne Szenen dabei, in denen man sieht, sie will gar nicht sterben.

SR Lounge: Midas
Video [SR.de, (c) SR, 17.01.2019, Länge: 04:39 Min.]
SR Lounge: Midas

Carl: Auch gut ist „Midas oder die schwarze Leinwand“. Der Film besticht durch das oppulente Szenenbild, das keine Wünsche offen lässt. Die Regisseurin und Ausstatterin des Films hat das Szenenbild komplett selbstgebaut. Und das ist wirklich schön geworden! Der Film beruht auf der gleichnamigen Vorlage von Friedrich Dürrenmatt. Er ist auch toll besetzt, wieder mit Österreichern.

Welchen Spielfilm empfehlt ihr?

SR Lounge: Electric Girl
Video [SR.de, (c) SR, 17.01.2019, Länge: 05:30 Min.]
SR Lounge: Electric Girl

Simin: In „Electric Girl“ hält sich die Hauptfigur den ganzen Film über für eine Animé-Superheldin. Und wir fragen uns, ist das ein Superhelden-Film und will sie die Welt retten oder bildet sie sich das Ganze nur ein? Der Film liegt zwischen den Genres Superheldenfilm und Sozialdrama. Die Hauptfigur ist manisch-depressiv. Die Hauptdarstellerin zeigt aber nur die manische Seite, die depressive Seite wird von einem zweiten Darsteller gespielt, sodass man das zusammenbringen kann. Das ist eigentlich ganz schön verquickt.

Welche Dokumentation lohnt sich besonders?

SR Lounge: Congo Calling
Video [SR.de, (c) SR, 18.01.2019, Länge: 06:06 Min.]
SR Lounge: Congo Calling

Carl: Ich empfehle „Congo Calling“. Der Autor Stephan Hilpert hat Entwicklungshelfer bei ihren unterschiedlichen Projekten im Kongo begleitet. Wie zum Beispiel Peter, der Straßenkindern helfen will oder Anne-Laure, die ein Musikfestival organisiert. Man sieht, dass die Republik Kongo auf die Hilfe angewiesen ist und gleichzeitig auch wo Entwicklungshilfe immer wieder an ihre Grenzen stößt. Wo Kulturen aneinander scheitern und man sich fragt: Was bringt das überhaupt?

Und sonst?

Die Schwingen des Geistes: Eine offene Rechnung
Video [SR.de, 16.01.2019, Länge: 06:56 Min.]
Die Schwingen des Geistes: Eine offene Rechnung

Simin: „Die Schwingen des Geistes“, ist der dritte Teil aus der Szabo-Fitzthum-Reihe. Die zwei vorherigen Teile waren auch schon im Wettbewerb: „Die Last der Erinnerung“ 2016 als Kurzfilm, „Der Sieg der Barmherzigkeit“ 2018 als mittellanger Film. Man hat das Gefühl, dass die Hauptdarsteller Albert Meisl und Rafael Haider sich selbst spielen. Das ist lustiger österreichischer Humor.


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