Simin Sadeghi und Carl Rolshoven in der SR Lounge (Foto: Christoph Stein)

Ein Muss für Filmfans: Freitag

Annabell Brockhues   17.01.2019 | 20:00 Uhr

Beim Filmfestival Max Ophüls Preis stehen die Spielfilme im Mittelpunkt. Aber auch in den anderen Wettbewerbsreihen gibt es interessante Stoffe. Simin Sadeghi und Carl Rolshoven geben hier jeden Tag ihre Filmempfehlungen ab.

Welchen Spielfilm sollte man gesehen haben?

18. Januar - 21.30 Uhr, Cinestar
Preview: Tatort - Der Pakt
Schon vor der Fernsehausstrahlung am 27. Januar im Ersten wird am Freitag der neue SR Tatort "Der Pakt" beim Filmfestival Max Ophüls Preis gezeigt.

SR Lounge: Das melancholische Mädchen
Video [SR.de, (c) SR, 16.01.2019, Länge: 06:40 Min.]
SR Lounge: Das melancholische Mädchen

Carl:Das melancholische Mädchen“, weil der Film ein Gesamtkunstwerk ist. Der ist durch und durch komponiert bei allem, was ein Film braucht. Die Bilder sind extravagant, die Texte sind literarisch, da sitzt jedes Wort, die Musik ist ganz toll. Der Film erzählt uns das Schwere leicht. Insofern stimmt da wahnsinnig viel und ich könnte mir vorstellen, dass die Autorin und Regisseurin Susanne Heinrich mit schwererem Gepäck nach Hause fährt.

Currywurstreport mit Mark Waschke
Video [SR.de, (c) Pasquale D'Angiolillo, 17.01.2019, Länge: 03:10 Min.]
Currywurstreport mit Mark Waschke

Simin:Der Geburtstag“ mit Mark Waschke in der Hauptrolle ist deshalb schon sehenswert, weil Waschke einfach ein toller Schauspieler ist. Die Geschichte ist einfach: ein getrenntes Pärchen, der Sohn hat Geburtstag. Waschke spielt den Vater, der sich kümmern muss, aber nicht so richtig Zeit hat. Das Problem: Am Ende wird ein Kind auf der Geburtstagsfeier vergessen. Und Waschke hastet permanent durch den ganzen Film, um die Mutter des Kindes wiederzufinden. Ich finde, der ist gut gemacht, weil das alles in sehr kurzer Zeit spielt und sein Stress überträgt sich auf den Zuschauer, in dem Sinne, dass man mitfühlt. Es gibt viele skurrile, witzige Szenen.

Carl: Das ist der verfilmte Horror eines Kindergeburtstages, schlimmer kann es nicht werden. Und trotzdem ist es ein schöner Film.

Welche Dokumentation lohnt sich besonders?

SR Lounge: Thinking like a Mountain
Video [SR.de, (c) SR, 17.01.2019, Länge: 05:18 Min.]
SR Lounge: Thinking like a Mountain

Simin: „Thinking like a mountain“ kann man für jeden empfehlen, der sich gerne Naturdokumentationen anschaut. Da gibt es ganz tolle Aufnahmen aus der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien. Der Autor Alexander Hick begleitet ein indigenes Volk, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, ihr Land zu beschützen. Das ist ihre Lebensaufgabe. Gleichzeitig bekommt man noch ehr viel Politisches mit, wie das Friedensabkommen mit der Rebellengruppe FARC und was das für die indigenen Völker bedeutet. Die Geschichte ist ganz ruhig erzählt mit tollen Landschaftsaufnahmen.

Carl: Für mich ist die Erkenntnis des Films: Wir sind es nicht mehr gewohnt, uns der Natur unterzuordnen. Das gibt es eigentlich nicht. Dieses Volk, die den Berg schützen will, macht aber genau das. Das können wir vielleicht nicht mehr nachvollziehen, aber der Film schafft ein Bewusstsein für das Verhältnis zwischen Mensch und Natur.

Und sonst?

Simin: Im Kurzfilmprogramm 4 gibt es noch etwas, „In Zeiten der Teleportation“. Das ist einfach ganz süß. Man kann einen Film machen mit einer Idee: Ein Junge will sich auf eine Raumfahrtstation teleportieren und trifft ein Mädchen, das einen Teleporter hat. Um zur Raumstation zu kommen, muss der Junge einen Tanz lernen – so funktioniert der Teleporter. Der Junge lernt also den Tanz und teleportiert dann. Das ist einfach ein netter Film.


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