Kinderbücher von Renate Treinen (Foto: SR/Sebastian Knöbber)

„In Kinderbüchern kann ich meine Fantasie ausleben“

Manuela Weichsel   02.04.2019 | 15:18 Uhr

Heute wird der Internationale Kinderbuchtag gefeiert. Dass es nicht kinderleicht ist, ein Kinderbuch zu schreiben, weiß Renate Treinen. Die Saarländerin hat dafür im späten Berufsleben studiert und letztes Jahr ihr zweites Kinderbuch veröffentlicht.

„Mir ist es wichtig, eine Botschaft rüberzubringen. Aber spielerisch – ohne, dass man es direkt merkt“, sagt Renate Treinen darüber, worauf es bei ihren Büchern ankommt. 2016 hat die St. Ingberterin ihr erstes Kinderbuch herausgebracht: „Tammi und die Dorfkids“. Letztes Jahr kam die Fortsetzung. Beide Bücher sind im saarländischen Geistkirch-Verlag erschienen.

Ein Mädchen liest in dem Buch 'Räuber Hotzenplotz' (Foto: dpa/Bildfunk/Della_Valle)

SPIEGEL-Bestseller: Kinderbuch

  1. Mein Lotta-Leben. Wer den Wal hat (Alice Pantermüller)
  2. Die Schule der magischen Tiere. Hin und weg! (Margit Auer)
  3. Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe (Michael Ende, Wieland Freund)
  4. Bitte nicht öffnen: Bissig! (Charlotte Habersack)
  5. Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete (Otfried Preußler)

In Treinens Abenteuerbüchern geht es um den Schutz von Wildtieren. „Das ist mir eine Herzensangelegenheit, dass das in die Köpfe der Menschen kommt.“

Dieses Anliegen hat die Rentnerin mit ihrer Leidenschaft fürs Geschichtenerfinden und -erzählen verbunden.  Deshalb schreibt sie auch für Kinder und nicht für Erwachsene: „Da kann ich meine Fantasie ausleben.“

Die hatte sie bereits in der Grundschule. Damals fing sie an, Geschichten zu schreiben. „Das ist dann eingeschlafen, ich hab sehr viel gearbeitet, da blieb das auf der Strecke.“

Treinen hatte ein abwechslungsreiches, bewegtes Berufsleben. Sie arbeitete erst bei einer Bank, machte sich dann als Galeristin selbstständig und arbeitete bis zu ihrer Rente 2018 als Vertriebsmanagerin.

Durch die Enkelin zum Schreiben

Kinderbuchautorin Renate Treinen (Foto: Privat)
Kinderbuchautorin Renate Treinen

Durch ihre Enkelin Tamara kam sie vor knapp zehn Jahren wieder zu ihrer Leidenschaft. Die mittlerweile 12-Jährige konnte von den Abenteuergeschichten der Großmutter nicht genug bekommen. So kam ihr die Idee, ein Kinderbuch aus den Geschichten zu machen.

Treinen ist keine Träumerin, sondern eine, die ihre Wünsche auch in die Tat umsetzt. Und zwar ganz systematisch. „Erzählen ist gut, aber du musst auch das Handwerkszeug haben“, dachte sie sich damals und begann ein Fernstudium an der „Schule des Schreibens“ in Hamburg. Da hat sie nicht nur Schreiben gelernt: „Ich hätte nie gedacht, dass man für ein Kinderbuch so tief in die Psychologie des Kindes einsteigen muss.“

Erstes Buch zu Weihnachten

Mit dem Studium begann Treinen auch, „Tammi und die Dorfkids“ zu schreiben. Am Anfang war sie noch nicht zufrieden, „irgendwas hat gefehlt. Mit zunehmendem Studium hat sich das verändert, ist flüssiger geworden. Da konnte man genau sehen, auf welchem Stand ich im Studium war. Das war total interessant.“ Drei Monate nach dem Abschluss, Weihnachten 2016, brachte sie das erste Tammi-Buch raus.

Renate Treinens Bücher

  • Tammi und die Dorfkids. Viel Aufregung um Dodo
  • Tammi und die Dorfkids in Namibia
Beide Bücher sind im Geistkirch-Verlag erschienen und kosten jeweils 13,80 Euro.

Nicht nur das Studium, sondern auch ihre Enkelin haben ihr dabei geholfen. Tamara ist sehr aufmerksam und Treinens beste Kritikerin. „Sie hat alles gelesen, Anmerkungen an den Rand geschrieben und Fehler gefunden.“ Die Autorin ist sichtlich stolz auf ihre Enkelin: Sie hat ihr den Debütroman „Viel Aufregung um Dodo“ gewidmet.

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