Hans Emmerling (mit Brille links) erhält den Grimme Preis (Foto: SR)

Filmemacher Hans Emmerling ist tot

Ein Blick ins SR-Archiv von Burkhard Döring   27.04.2022 | 18:52 Uhr

Am 16. April ist der saarländische Filmemacher und Autor Hans Emmerling im Alter von 89 Jahren in Saarbrücken verstorben. Von Anfang der 1960er Jahre bis 2004 arbeitete er freiberuflich für den Saarländischen Rundfunk. Mehrfach wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, auch für eine Produktion des Saarländischen Rundfunks.

Der saarländische Filmemacher Hans Emmerling ist am 16. April im Alter von 89 Jahren verstorben. Bis 2004 arbeitete er für den Saarländischen Rundfunk.

Porträts über Fassbinder und Zender

Emmerling war der Autor von über 450 Kultur-Reportagen und Porträts: Dazu zählen Künstler wie Heinz Mack und Otto Piene, ebenso wie die Autoren Eugène Ionesco, Alain Robbe-Grillet, Manès Sperber und Nobelpreisträger Pablo Neruda.

Außerdem porträtierte er den Aktionskünstler Joseph Beuys. Zusammen mit SR-Kameramann Klaus Peter Weber realisierte der Autor zudem zwei große Porträts über den Filmemacher Rainer Werner Fassbinder.

Eine seiner letzten Produktionen für den Saarländischen Rundfunk war am 25. Februar 1996: Ein Musikporträt über den langjährigen SR-Chefdirigenten Hans Zender unter dem Titel „Intuition und Rationalität“.

Ausgezeichnete Produktionen

Der Film von Hans Emmerling aus der SR-Reihe „Lebensgeschichte als Zeitgeschichte“ über den österreichisch-französischen Schriftseller und Philosophen Manès Sperber (gesendet am 31. Oktober 1974) erhielt 1975 einen Adolf Grimme-Preis in Silber.

Tele Mack, Tele-Mack, Telemack
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 18.04.1969, Länge: 45:49 Min.]
Tele Mack, Tele-Mack, Telemack

„Tele Mack, Tele-Mack, Telemack“, eine Produktion von Hans Emmerling über den Düsseldorfer Künstler Heinz Mack aus der Reihe „Optische Monographien“ (gesendet am 18. April 1969) stellte eine ambitionierte Form zeitgenössischer Kunstbetrachtung dar.

Der Film lief 1970 mit Erfolg im Programm sowie auf der Biennale von Venedig und bekam eine Anerkennung der Grimme-Preis-Jury in Gestalt des „Silbernen Löwen“. Außerdem erhielt die Produktion den Preis für das beste Farbfernseh-Programm beim „VI. Hollywood-Festival of World Television 1971“.

„Westmagazin“ - Der grenzüberschreitende Blick

Unter der Federführung von Hans Emmerling wurde zudem am 1. Oktober 1963 im Regionalprogramm das erste „Westmagazin“ mit Kulturinformationen live gesendet.

Aufgabe des zweisprachigen „Westmagazins“ sollte sein, die selbst auferlegte Rolle des SR als „Sender der Verständigung“ zu erfüllen, also die ostfranzösischen Zuschauerinnen und Zuschauer über kulturelle Ereignisse in Deutschland zu informieren und umgekehrt die Saarländer über die Vorgänge in Frankreich.

Rückblicke auf Emmerlings Schaffenszeit

In unseren SR-„Fundstücken“ blicken zwei langjährige Wegbegleiter von Emmerling auch auf dessen Schaffenszeit beim SR zurück.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 27.04.2022 berichtet.

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