Günter Rohrbach Filmpreis 2019 (Foto: SR)

Günter Rohrbach Filmpreis 2019 geht an „Systemsprenger“

  08.11.2019 | 22:00 Uhr

Das Drama „Systemsprenger“ von Regisseurin Nora Fingscheidt ist am Freitag mit dem diesjährigen Günter Rohrbach Filmpreis ausgezeichnet worden. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Bei der Preisverleihung in Neunkirchen wurden vier weitere Preise vergeben.

In dem Siegerfilm geht es um Benni, ein neunjähriges, verhaltensgestörtes Mädchen, mit dem weder ihre Mutter noch das Sozialsystem fertig werden. Die Hauptrolle spielt die erst elfjährige Helena Zengel. Als deutscher Beitrag in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ soll „Systemsprenger“ 2020 auch um den Auslands-Oscar ins Rennen gehen.

Video [aktueller bericht am Samstag, 09.11.2019, Länge: 2:31 Min.]
Drama „Systemsprenger“ gewinnt Günter Rohrbach Filmpreis

Darstellerpreise für Rosalie Thomass und Rainer Bock

Als beste Darsteller wurden Rosalie Thomass und Rainer Bock geehrt. Rosalie Thomass verkörpert in „Rufmord“ die Lehrerin Luisa, die wegen ihrer frischen Unterrichtsmethoden sehr beliebt ist. Aus einem unbedacht angefertigten Privatfoto entwickelt sich im Laufe des Films eine lebensbedrohliche Verleumdungskampagne. Rainer Bock gewann den Preis für seine Rolle als Walter im Film „Atlas“. Beide Preise sind mit 3000 Euro dotiert.

Preis des Saarländischen Rundfunks

 (Foto: Pendorf/SR)
SR-Preisträger Albrecht Schuch bedankte sich per Videobotschaft (Foto: SR)

Der mit 5000 Euro dotierte Preis des Saarländischen Rundfunks ging an Albrecht Schuch gleich für zwei Wettbewerbsfilme, nämlich „Atlas“ und „Systemsprenger“. In beiden Produktionen spielt Schuch einen liebevollen Vater, der seine Familie beschützen will. Schuch gelinge in beiden Filmen eine synergetische Interaktion mit seinen Filmpartnern, ohne diese an die Wand zu spielen, heißt es in der Jurybegründung. Die Laudatio hielt SR-Intendant Prof. Thomas Kleist.

Preis der Saarland Medien GmbH

Der Preis der Saarland Medien GmbH ging in diesem Jahr an den Kameramann des Films „Deutschstunde“, Frank Lamm. Die im Oktober bundesweit in den Kinos angelaufene Produktion basiert auf dem gleichnamigen Roman von Siegfried Lenz aus dem Jahre 1968. Im Fokus steht ein Maler, dessen Werke von den Nazis als „entartete Kunst“ verfemt werden und von einem Dorfpolizisten, der sein Pflichtbewusstsein über jegliche persönliche Emotion stellt. Der Preis ist mit 3500 Euro dotiert.

Preis des Oberbürgermeisters

Verleihung des Günter Rohrbach Filmpreises 2019
Audio [SR 2, Julia Becker, 09.11.2019, Länge: 03:16 Min.]
Verleihung des Günter Rohrbach Filmpreises 2019

Mit dem Preis des Oberbürgermeisters (2500 Euro) wurden die beiden Film-Editoren Julia Kovalenko und Stephan Bechinger für den Schnitt von „Systemsprenger“ ausgezeichnet. Oberbürgermeister Jörg Aumann würdigte die überzeugende Montage, die den Film spannend, schlüssig und visuell aufregend macht: „Durch Wiederholungen und sorgfältig gewählte Übergänge wird unterstrichen, dass die junge Benni durch ihre unkontrollierten Wutausbrüche von niemandem zu bändigen ist, und sie so immer wieder in eine neue Umgebung und immer tiefer in einen Teufelskreis gerät.“

Filmpreis wird seit 2011 verliehen

Der Günter Rohrbach Filmpreis wird seit 2011 an deutschsprachige Fernseh- und Kinofilme verliehen, deren Fokus auf dem Themenfeld „Arbeitswelt und Gesellschaft“ liegt und die mindestens eine Länge von 80 Minuten haben. Aus den 61 in diesem Jahr eingereichten Wettbewerbsbeiträgen wählte die sechsköpfige Jury um die Vorsitzende Margarethe von Trotta die Preisträger aus.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten am 08.11.2019 berichtet.

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