Polizisten im Einsatz (Foto: picture alliance/Silas Stein/dpa)

GdP lehnt Tarifangebot ab

  03.05.2019 | 11:38 Uhr

Die Gewerkschaft der Polizei GdP lehnt das Angebot der saarländischen Landesregierung zur Erhöhung der Beamtenbesoldung ab. Bei einer Mitgliederbefragung hätten sich rund 93 Prozent der Mitglieder gegen das Angebot ausgesprochen.

Die Landesregierung hat unter anderem eine Gehaltserhöhung um 8,1 Prozent angeboten, die ab dem 1. August wirksam werden soll. Die Polizisten stören sich nach Angabe der Gewerkschaft vor allem daran, dass die Erhöhung erst im August beginnen und nicht schon rückwirkend ab Januar greifen soll. Aus Sicht der Gewerkschaft fällt das Saarland damit im Bundesvergleich weiter zurück. Insgesamt nahmen bei der Befragung der Gewerkschaft 996 Mitglieder teil, gut 93 Prozent stimmten gegen das Angebot.

Gewerkschaft sieht Hans in der Pflicht

Für den GdP-Landesvorsitzenden David Maaß ist das Ergebnis der Befragung unmissverständlich: "Meine Kolleginnen und Kollegen sind extrem frustriert und kurz vor der inneren Kündigung gegenüber ihrem Beruf, aber auch gegenüber der Politik." Die Gewerkschaft fordert daher eine rückwirkende Erhöhung der Bezüge - insgesamt eine Million Euro für die Polizei zusätzlich pro Jahr. Maaß sieht nun Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) in der Pflicht.

Der Linken-Landtagsabgeordnete Dennis Lander unterstützt die Forderungen der Gewerkschaft: "Die Polizistinnen und Polizisten arbeiten im Saarland schließlich nicht schlechter oder weniger als in den anderen Bundesländern. Ihnen würde eine bessere Entlohnung sicher mehr bringen, als wenn sich Regierungsmitglieder vor laufenden Kameras eine Anstecknadel anheften." Auch er betonte, dass das Saarland jetzt schon Schlusslicht bei den Bezügen sei und nicht noch weiter zurückfallen dürfe.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 03.05.2019 berichtet.

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