SR 1 Band Battle 2019: Frau Wolf (Foto: Dirk Guldner)

Frau Wolf: Keine Lust auf Retortenpop

Matthias Braun   29.01.2020 | 07:43 Uhr

Authentisch zu bleiben ist nicht der einfachste Weg, den man als Künstler gehen kann. Die Saarlouiser Sängerin Frau Wolf zum Beispiel macht konsequent ihr eigenes Ding, ohne sich dabei um aktuelle Trends zu scheren. Mit ihrem Debütalbum geht sie jetzt auf Deutschlandtour.

In ihrer Facebook-Biografie schreibt Frau Wolf selbstbewusst: „Anfragen für TV-Musik-Casting-Shows kann man auch ablehnen, wenn man zum Beispiel schlicht und einfach keine Lust hat, in der Retortenpopprinzessinen-Welt mitzutanzen.“ Das sagt viel darüber aus, was ihr Musik bedeutet. Seit 2006 spielt die Saarlouiserin in diversen Bands und ist regelmäßig als Gastsängerin mit der Punkband „Pascow“ bundesweit unterwegs. Jetzt ist es Zeit für etwas Eigenes.

„Legenden lügen nicht“ heißt das Debütalbum, das am 31. Januar erscheint und an dem sie und ihre Band vier Jahre lang gearbeitet haben. Das macht niemand, dem es auf Chartplatzierungen oder schnellen Erfolg ankommt. Wenn das Ziel ist, die eigene Vision unverfälscht auf die Platte beziehungsweise auf die Bühne zu bringen, dann braucht es eben jede Menge Zeit und Herzblut. Ihr größter Antrieb sei dabei ihre Leidenschaft fürs Musikmachen, sagt sie – neben dem positiven Feedback des Publikums.

Geben und Nehmen

Frau Wolf live in Saarbrücken (26.01.20) (Foto: SR/Matthias Braun)
Frau Wolf live in Saarbrücken (26.01.20)

Trotzdem ist Frau Wolf nicht angetreten, um sich bejubeln zu lassen, sondern um sich mit den Menschen auszutauschen, die ihr zuhören wollen. Tatsächlich ist auffällig, wie respektvoll beide Seiten während des Konzerts am vergangenen Sonntag in der Saarbrücker Garage miteinander umgehen. Es ist ein spürbares Geben und Nehmen in beide Richtungen, und am Ende haben alle etwas davon. Sie selbst nennt es „einen schönen Kreislauf“, wenn sich nach all der Arbeit jetzt Menschen bei ihr meldeten, die sie mit ihrer Musik habe bewegen können.

Persönliches Songwriting

In ihren Texten gibt die 29-Jährige sehr persönliche Einblicke in ihre Gedankenwelt. Universelle Themen wie Liebe, Abschied, Zukunftsängste und die Frage „Was mache ich eigentlich mit meinen Leben?“ prägen das kluge und stets authentische Songwriting. Dazu passend verpackt sie ihre Botschaften in eingängige Refrains und griffige Melodien, die aber niemals anbiedernd oder aufgesetzt wirken.

Ja, es ist Deutsch, ja es ist Pop, aber es ist ehrlich und echt und hat mit stromlinienförmiger Gebrauchsmusik nicht das Geringste zu tun. Das werden die Menschen in Köln, München oder Hamburg sicher genauso zu schätzen wissen, denn dorthin wird es Frau Wolf und ihre Band im Rahmen der Tour auch noch verschlagen.

2020 kommen lassen

Daneben will sie in diesem Jahr „so viele Konzerte und Festivals mitnehmen, wie es nur geht“, auch eine weitere Studiosession schließt sie nicht aus. „Ansonsten lasse ich mich überraschen und alles mal auf mich zukommen.“ Das scheint bisher jedenfalls ganz gut zu funktionieren.

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