Die Festival-Jury mit Moderatorin Isabelle Sonnabend (2.v.l.) (Foto: Felicitas Fehrer)

„filmreif!“-Premiere ein voller Erfolg

Felicitas Fehrer   08.06.2018 | 07:50 Uhr

Popcorn und jede Menge neugierige Zuschauer und Filmschaffende aus ganz Deutschland auf einem Fleck. Der Eröffnungsabend des Bundesfilmfestivals „filmreif!“ war ein voller Erfolg.

Wenn man mühevoll ein neues Event auf die Beine stellt, ist oft die größte Angst, dass am Ende keiner kommt. So ähnlich ging es auch dem Orga-Team des Filmfestivals „filmreif!“, das am Donnerstag in der Stadthalle St. Ingbert Premiere gefeiert hat. Doch am Ende des Abends konnten die Festivalleiter getrost aufatmen: Die Sitzreihen waren gut gefüllt und die Emotionen, die die Filme beim Publikum ausgelöst haben, deutlich spürbar. Da haben sich die zwei Jahre Arbeit doch gelohnt. „Als Jörn vor zwei Jahren auf mich zukam und mir von seiner Idee erzählte, das hier auf die Beine zu stellen, war ich sofort begeistert“, sagte Bürgermeister Hans Wagner bei seiner Ansprache. „Zu Sankt Ingbert als heimlicher Kulturhauptstadt passt ein solches Event perfekt. Dieses Festival wird eine große Party.“

Subjektive Bewertung

Insgesamt 15 Preise werden im Rahmen des Festivals verliehen, darunter der Preis für einen besonderen gesellschaftlich relevanten und der Preis für einen besonderen nachhaltigen Film. Nach welchen Kriterien hier „Punkte verteilt“ werden, da hat jedes Jurymitglied seine ganz eigenen Ansichten. Max-Ophüls-Preisträgerin Sung-Hyung Cho zum Beispiel hält nichts von einer objektiven Bewertung: „Wenn ich einen Film sehe, dann will ich, dass er mir ganz persönlich gefällt. Ich bewerte immer subjektiv, der Film soll ja etwas in mir bewegen.“

Festivalleiter Michaely sieht das ähnlich: „Der Film muss berühren. Wenn wir beim Schauen eines Films mitleiden, werden wir an das Gute erinnert, das in uns wachgehalten wird.“ Unkonventionelle Filme, die nach keinem bestimmten Schema funktionieren - denen will Michaely in diesem Festival eine Plattform geben.

Fremde und Zukunft

Inhaltlich setzt sich ein großer Teil der Festival-Filme mit den Themen Fremde und Zukunftsvisionen auseinander. Dass die jungen Regisseure thematisch und stilistisch eine große Bandbreite abdecken, wurde am Eröffnungsabend bereits deutlich. Von einem frechen, animierten Film über eine Biene mit Komplexen bis hin zu einem bewegenden Gänsehaut-Streifen über Kindesabschiebung ist alles mit dabei. Auch skurriler Stoff, wie zum Beispiel der Film „Das Ei“, der aus einer einzigen Kameraeinstellung besteht: ein Ei in einem Blumentopf. Unschematisch eben. Noch bis Sonntag trifft man in St. Ingbert zahlreiche junge Regisseure, Drehbuchautoren und Schauspieler, die ihre Filme präsentieren. Wenn das Wetter mitspielt, werden die Filme jeden Tag unter freiem Himmel vorgeführt - auf dem Marktplatz. Aber auch in der Kinowerkstatt und im Neuen Regina Kinocenter gibt es Vorstellungen.

Artikel mit anderen teilen