Die Sängerin Jennifer Waack mit Achim Schneider am Piano bei einem Auftritt in Mandy's Lounge in Homburg (Foto: Isabel Winzer / Arbeitskammer Saarland)

Konzert-Streams statt Zuschauer-Ströme

  22.04.2020 | 14:50 Uhr

Die Livemusik-Szene trifft der Corona-Shutdown im Kern. Ohne Auftritte fehlen Austausch und Einnahmen. Eine Online-Konzertreihe im Saarland sorgt zumindest für etwas Unterstützung.

Musiker leben nicht nur vom Applaus, sondern auch von den Eintrittstickets der Zuschauer. Doch weil die in Corona-Zeiten ausgesperrt bleiben, fallen sowohl für die Künstler als auch für die Veranstalter wichtige Einnahmen weg. Die Arbeitskammer und das Kultusministerium im Saarland haben deshalb Anfang April die Initiative  „Support your local act, don't forget your favourite location“ gestartet.

Freiberufliche saarländische Musiker geben dabei an bekannten Veranstaltungsorten halbstündige Konzerte - zwar ohne Livepublikum, dafür mit Kamera. Die entstandenen Mitschnitte werden auf der Facebook-Seite sowie dem Youtube-Kanal der Arbeitskammer veröffentlicht. Sowohl die Musiker als auch die Lokalitäten erhalten dafür eine Gage bzw. ein Nutzungsentgelt.

Gage sofort, Gig später

Insgesamt 17 Konzerte wurden so an Spielstätten im ganzen Saarland bislang produziert. „Die Initiative ist ein großer Erfolg. Bereits nach dem siebten Konzert haben wir rund 100.000 Aufrufe der Konzert-Videos“, sagt Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer. „Wir freuen uns, damit einen Beitrag für die Kultur im Saarland leisten zu können. Gerade in der Krise zeigt sich, dass Kultur für die Menschen unverzichtbar ist.“ Informationen über die Auftritte gibt es auf der Webseite des Bildungszentrums der Arbeitskammer.

Auch die Konzertreihe „Pop goes on!“ von Oliver Elm Marketing und dem PopRat Saarland versucht, saarländische Musiker und Spielstätten in Krisenzeiten zu unterstützen. Bands, DJs und andere Musiker erhalten ihre Gage von der Initiative unmittelbar als Soforthilfe für die Zeit des Corona-Shutdowns, der Gig wird nach der Corona-Zeit gespielt. Die Spielstätten dürfen die Ticketeinnahmen und Getränkeeinnahmen behalten. Bewerbungen für die „Pop goes on!“-Reihe sind möglich über die Seite poprat-saarland.de/popgoeson/.


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