Charles Aznavour (Foto: dpa)

Chanson-Sänger Charles Aznavour gestorben

  01.10.2018 | 15:14 Uhr

Mit Charles Aznavour ist einer der letzten großen Chansonniers gestorben. Der Nachwelt hinterlässt der französisch-armenische Sänger mehr als 1300 Lieder und das Bild eines Ausnahmekünstlers.

Zum Tod von Charles Aznavour
Audio [SR 2, Sabine Wachs, 01.10.2018, Länge: 03:32 Min.]
Zum Tod von Charles Aznavour

Der armenisch-französische Sänger, Liedtexter, Komponist und Schauspieler Charles Aznavour ist tot. Er starb am Montag im Alter von 94 Jahren, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seine Pressesprecherin mitteilte. Aznavour schrieb rund 1300 Chansons und verkaufte weltweit an die 200 Millionen Platten. Zudem war er über Jahrzehnte armenischer Botschafter in der Schweiz und Vertreter Armeniens bei den Vereinten Nationen in Genf.

Geboren wurde Aznavouram 22. Mai 1924 als Schahnur Waghinak Asnawuryan in armen Verhältnissen im Pariser Studentenviertel Quartier Latin. Seine Eltern, ein Künstlerpaar, waren vor dem osmanischen Völkermord aus der Heimat geflohen. Im Zweiten Weltkrieg versteckten sie in ihrer Pariser Wohnung Juden vor der Gestapo.

"Das Besondere war seine eigentlich kaputte Stimme"
Audio [SR 3, (c) SR 3 Gerd Heger, 02.10.2018, Länge: 03:20 Min.]
"Das Besondere war seine eigentlich kaputte Stimme"

Musiker und Schauspieler

Video [aktueller bericht, 01.10.2018, Länge: 1:44 Min.]
Nachruf Charles Aznavour

Der Durchbruch gelang Aznavour 1946, als ihn Edith Piaf als Tourneebegleiter engagierte. Bis zuletzt tourte er sogar international, einige seiner Lieder sang er auch auf Deutsch. Als Schauspieler wirkte Aznavour in rund 70 Filmen mit, unter anderem in Volker Schlöndorffs Günter-Grass-Verfilmung "Die Blechtrommel" 1979 und in Francois Truffauts „Schießen Sie auf den Pianisten“ (Tirez sur le pianiste) im Jahr 1960.

Auch beim Saarländischen Rundfunk war Charles Aznavour in den 70er-Jahren zu Gast - unter der Regie von Truck Branss nahm er eines seiner Chansons in den SR-Fersehstudios auf. Und seine allererstes richtiges Konzert gab er, wie er dem Republicain Lorrain anvertraute, in Metz:

Metz... Aber ja, da gab ich mein allererstes Konzert. Wirklich das erste. Ich war wohl neun oder zehn Jahre alt und gehörte zu einer Kindervariététruppe, wie es sie damals gab. Ich erinnere mich daran, dass mein Vater sich über mich lustig machte, weil ich die Hälfte meiner Gage für Essen ausgegeben hatte, im Bahnhofsrestaurant oder einem Restaurant direkt gegenüber, ich weiß nicht mehr genau... Die erste Tournee meines Lebens habe ich in Metz begonnen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 01.10.2018 berichtet.

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