Gruppenbild  (Foto: DFJP/Sasso &Silvain Renard)

DFJP-Preisträger in Paris ausgezeichnet

  03.07.2019 | 20:26 Uhr

In Paris ist am Mittwochabend der Deutsch-Französische Journalistenpreis vergeben worden. Dabei hat die SR-Journalistin Carolin Dylla den Preis in der Kategorie Nachwuchs erhalten. Der große Deutsch-Französische Medienpreis ging an Serge und Beate Klarsfeld für ihren persönlichen Einsatz gegen Antisemitismus.

Zum 36. Mal ist am Mittwochabend der Deutsch-Französische Journalistenpreis (DFJP) verliehen worden. Die Auszeichnung in den Kategorien Textbeitrag, Multimedia, Video, Audio und Nachwuchs erfolgte in diesem Jahr bei Radio France in Paris. Zudem erhielten Beate und Serge Klarsfeld den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis für ihr Lebenswerk und ihr Engagement für ein demokratisch verfasstes Europa.

Video [aktueller bericht, 04.07.2019, Länge: 4:30 Min.]
Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises

Auszeichnungen in den Kategorien

In der Kategorie Audio ist Caroline Gillet für „Foule continentale“ geehrt worden. Kirsten Esch erhielt den Preis in der Kategorie Video für ihren Beitrag „Forschung und Verbrechen – Die Reichsuniversität Straßburg“. In der Kategorie Textbeitrag wurde Lena Kampf für ihren Artikel „Die unendliche Geduld von Papier“ ausgezeichnet. Studierende des CUEJ Strasbourg wurden im Bereich Multuimedia für „Champs de bataille“ geehrt.

Nachwuchspreis für Journalistin des Saarländischen Rundfunks

Den Nachwuchspreis erhielt Carolin Dylla vom Saarländischen Rundfunk für „Der Aachener Vertrag oder „Élysée 2.0“ – Upgrade für die deutsch-französische Zusammenarbeit?“Die Jury begründete die Entscheidung damit, dass Dylla sich einem Thema gewidmet habe, "das vielen, auch unter Journalisten, als unattraktiv gilt." Sie habe "den schwierigen juristischen Text des Aachener Vertrags detailliert analysiert" und in einer einfachen, verständlichen Form darüber berichtet.

Bilder von der Preisverleihung

Kleist: Klarsfeld als Vorbild

Anlässlich der Verleihung des Großen Deutsch-Französischen Medienpreises des DFJP an Beate und Serge Klarsfeld für ihr außergewöhnliches Engagement für Gerechtigkeit und Menschenwürde sowie gegen Antisemitismus und Rassismus sagte der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Professor Thomas Kleist, in seiner Begrüßungsrede: „Hasskommentare, absurde Verschwörungstheorien, Judenhass und antisemitische Straftaten haben im vergangenen Jahr in Frankreich und in Deutschland dramatisch zugenommen. Deshalb ist die Arbeit des Ehepaars Klarsfeld wider das Vergessen auch und gerade in Zeiten des Internets von großer Bedeutung. Beide sind für uns Vorbilder.“

Laschet: Pressefreiheit ist zwingend

DFJP-Preis für SR-Autorin Carolin Dylla
"Das ist immer noch völlig surreal"

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Bevollmächtigte für die deutsch-französischen Kulturbeziehungen, Armin Laschet, war in diesem Jahr als Ehrengast auf der Preisverleihung. Dabei betonte er die Wichtigkeit der Meinungs- und Pressefreiheit.„Beate und Serge Klarsfeld haben wachgerüttelt, als viele schweigen und vergessen wollten. Sie haben Finger in Wunden gelegt und verkörpern dadurch bis heute beispielhaft die Wächterfunktion von Journalismus. In Zeiten, in denen die Sorgen vor Populismus und Manipulation sowie vor Einschränkung der Pressefreiheit wachsen, erhält diese Rolle umso mehr Bedeutung. Wir Deutschen und Franzosen müssen gemeinsam daran erinnern, dass für eine funktionierende Demokratie die Meinungs- und Pressefreiheit zwingend ist."

Veil: Verteidigung der Brüderlichkeit

SR-Intendant Kleist für Journalismus-Gütesiegel
Audio [SR.de, (c) SR, 03.07.2019, Länge: 00:40 Min.]
SR-Intendant Kleist für Journalismus-Gütesiegel

Die Intendantin von Radio France und zweite Gastgeberin der Zeremonie, Sibyle Veil, erinnerte in ihrer Begrüßungsrede ebenfalls an die Bedeutung von Zivilcourage und Engagement der europäischen Bürgerinnen und Bürger, wenn es um die Verteidigung der Brüderlichkeit, des Friedens und der demokratischen Werte gehe. Sie betonte die Rolle des Journalismus bei der Verankerung des Europas der Bürger: „Der Journalismus, den wir heute feiern, bringt Europa den Bürgerinnen und Bürgern näher und bestärkt unsere gemeinsame Kultur. Er kann den Europäern auch Lust darauf machen, sich zu engagieren, und ihnen erklären, wie sie das machen können. Möge das Engagement unserer Ehrengäste Beate und Serge Klarsfeld den jungen Generationen auf ihrer Suche nach Sinn und Fortschritt als Beispiel dienen!“

Moderiert wurde die Preisverleihung im großen Saal von Radio France (Maison Ronde) von den beiden Journalisten Emmanuel Laurentin (Radio France) und Kerstin Gallmeyer (ARD/SR).

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