Die Lyirkerin Louise Glück bei der Verleihung der National Humanities Medal (Medaille für Geisteswissenschaften) im Weißen Haus (Foto: picture alliance/Shawn Thew/dpa)

Louise Glück erhält Literaturnobelpreis

  09.10.2020 | 14:07 Uhr

Die US-amerikanische Dichterin Louise Glück erhält den Literatur-Nobelpreis 2020. Das teilte die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm mit.

„Wir freuen uns unheimlich für Louise“

„Der Literaturnobelpreis für Louise Glück“, das konnte die Literaturwissenschaftlerin und Psychoanalytikerin Uta Gosmann kaum fassen! Sie lebt in den USA, hat über Louise Glück promoviert und kennt sie persönlich. Die einzigen Übersetzungen von Glücks Gedichten, die aktuell in Deutschland erhältlich sind, erschienen in Zeitschriften wie Sinn und Form etwa, hat Uta Gosmann übersetzt. Louise Glück, geboren 1943 in New York, hat 1968 ihren ersten Lyrikband veröffentlicht („Firstborn“). Die hierzulande nahezu unbekannte Dichterin ist in den USA mit vielen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Pulitzer Preis und dem National Book Award. Nun bekommt sie den mit 950.000 Euro dotierten Literaturnobelpreis für ihre Gedichte, in denen Sie „mit strenger Schönheit die individuelle Existenz universell“ macht, so die Begründung der schwedischen Akademie. 

Gedichte als Heilmittel gegen Demagogie

Gespräch mit Uta Gosmann über Louise Glück
Audio [SR 2, Roland Kunz, 09.10.2020, Länge: 05:50 Min.]
Gespräch mit Uta Gosmann über Louise Glück

Für Uta Gosmann aber sind Glücks Gedichte vor allem eines: persönlich und zugänglich, nicht hermetisch. Glücks Zugang zur Lyrik sei nicht nur literaturtheoretisch, sondern psychoanalytisch, sagt Gosmann. Glück hinterfrage die Sprache und ihre Leerstellen.

Und der Literaturnobelpreis für Louise Glück hat auch eine politische Dimension, meint Gosmann: Sie sieht Glücks Lyrik vor allem als Heilmittel gegen Demagogie.

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