SR-Medienkunstpreis 2007 für "Die Redner"

  17.12.2009 | 14:53 Uhr

Der SR-Medienkunstpreis ging im Jahr 2007 an die Performance-Gruppe "Die Redner" für ihre JFK-Show in der Saarbrücker "sparte 4". Der Preis wurde bereits zum achten Mal verliehen.

SR-Medienkunstpreis 2007

"Die Redner"

Der SR-Medienkunstpreis ging im Jahr 2007 an die Performance-Gruppe "Die Redner" für ihre JFK-Show in der Saarbrücker "Sparte 4" Der Preis wurde bereits zum achten Mal verliehen.

(21.12.2007) Medienkunst – ein saarländisches Ensemble widerlegt alle Vorurteile gegenüber dieser zeitgenössischen Kunstform. "Die Redner" haben mit ihrer "JFK-Show" ein multimediales Projekt geschaffen, das hochpolitisch ist, technisch auf aktuellem Niveau – und gleichzeitig unterhaltsam. Diese erfrischende Produktion, aufgeführt in der "sparte 4" des Saarländischen Staatstheaters, war 2007 wie geschaffen für den SR-Medienkunst-Preis, der in jenem Jahr bereits zum achten Mal vergeben wurde.


Fünf Jahre nach dem Medienkunstpreis

2007 überzeugte der Mix aus Videokunst, Worten und Musik
die Jury des SR. Redner-"Kopf" Oliver Strauch erinnert sich: "Wir
haben uns inhaltlich weiterbewegt", so sein Fazit fünf Jahre
danach.

Zum Audio:
Bild: Audiobanner
SR-Mediathek: "Die Redner - vom Medienkunstpreis 2007 bis zum September 2012" [SR 2 KulturRadio, 29.06.2012, Länge ca. 4:37 Min.]


Mitte 2012 hat sich Claas Willeke von der Gruppe "Die Redner" mit dem SR über die Zeit nach der Preisverleihung unterhalten:

SR: Herr Willeke, was hat der Preis der Gruppe seinerzeit gebracht?

Claas Willeke: "Als 'junge Künstlergruppe' war es für DIE REDNER 2007 eine große Ehre, für das Erstlingswerk den Medienkunstpreis des Saarländischen Rundfunks zu erhalten. Durch die Auszeichnung haben wir in der Öffentlichkeit – auch über die Grenzen des Saarlandes hinaus - viel Beachtung erfahren. Diese hat dazu beigetragen, dass die JFK-Show in Deutschland, Luxemburg und Frankreich aufgeführt werden konnte. Diese erste Show und die Besonderheit des Formats, auch durch den Preis dokumentiert, sind die entscheidenden Punkte für die erfolgreiche Etablierung eines mittlerweile internationalen Projekts."

SR: Was macht die Gruppe eigentlich seitdem?

Claas Willeke: "DIE REDNER arbeiten im Moment an ihrer fünften Produktion. Angeregt durch die Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, Frau Annegret Kramp-Karrenbauer, entwickeln wir gerade eine Performance zum Jubiläum der deutsch-französischen Verträge. Basis dieser Arbeit ist die unvergessene, in deutsch gehaltene Rede Charles de Gaulles im Jahr 1962, mit der er sich an die deutsche Jugend gewandt hat. Die Uraufführung dieser Show findet am 9. September 2012 im Saarländischen Staatstheater statt. Es folgen Konzerte in Deutschland und Frankreich bis Juli 2013. ARTE produziert mit DIE REDNER eine eigene Fernsehproduktion, inspiriert und generiert aus unserem Stück "Elysée63". Weitere Werke:

2009: EuroVision: Die Versöhnung Deutschlands nach Osten.
Die Rede Willy Brandts zu den Ostverträgen

2011: responseUNability: Eine Auseinandersetzung mit Verantwortung in Zeiten von Krieg und Terror: inspiriert von Helmut Schmidts bewegender Rede nach der Ermordung Schleyers und mit einem Interview mit Heike Groos.

2012: im Auftrag des Goethe-Institus fahren DIE REDNER zweimal in den Senegal und erstellen einen REDNER-FILM über Léopold Sédar Senghor und seine Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahr 1968 an ihn in der Frankfurter Paulskirche."

SR: Was ist für "Die Redner" Medienkunst? 

Claas Willeke: "Die neuartige und spannende Kombination mehrerer Medien, die, live-gespielt, einen Klang- und Reflektionsraum eröffnen, den sie für sich allein noch nicht haben. Das Spiel zwischen dem Dokument und der Fiktion, dessen Grenzen fließend, unscharf sind, die Schichtung, Verbindung und Verarbeitung von Worten, Bildern, Erlebtem und Gelebtem zu einem Gesamterlebnis. Neuartigen Perspektiven entstehen dadurch und regen den Zuschauer an, anders oder überhaupt erst über das Menschsein, das Politische oder die Geschichte nachzudenken."

Rückblick - anno 2007:

Wort, Musik, Video

Die "JFK-Show" basiert auf einer richtungweisenden Rede, die US-Präsident John F. Kennedy in seinem Todesjahr 1963 gehalten hatte. Die im Originalton eingespielte Rede wird in der "Show" eingebettet in Live-Musik und in raffinierte Video-Projektionen - und entfaltet so ihre volle Wirkung.

Die ursprüngliche Idee stammt vom Schlagzeuger Oliver Strauch. Er wird musikalisch begleitet von Claas Willeke, Bernhard Wittmann und Florian Penner, der auch für die Visualisierung verantwortlich zeichnete.

Die Auszeichnung mit dem SR-Medienkunstpreis, der am 21. Dezember im Rahmen einer Wiederaufführung der "JFK-Show" verliehen wurde, war zugleich auch eine Anerkennung für die Arbeit der neuen Saarbrücker Theaterspielstätte "sparte 4". (Rainer Petto/prt)

Hintergrund: der SR-Medienkunstpreis

Im Jahr 2000 hatten SR 2 KulturRadio und das Fernsehmagazin "Kulturspiegel“ den Preis initiiert, weil der Saarländische Rundfunk Künstler fördern wollte, die auch mit Medien arbeiten, dabei aber ganz andere Wege gehen als ein Rundfunk- und Fernsehsender.

Die bisherigen PreisträgerInnen des SR-Medienkunstpreises:

  • 2000 (damals noch: SR Kunstpreis Neue Medien) Natalie Bewernitz
  • 2001 Klaudia Stoll und Jacqueline Wachall (Duo Stoll & Wachall, für die Video-Klanginstallation "dream stereo"
  • 2002 Gast Bouschet, Video-und Klangkünstler, für sein Projekt "The Trust"
  • 2003 Rudolf Frieling, Wissenschaftler, ZKM Ludwigsburg, für seine Verdienste um die Vermittlung von Medienkunst
  • 2004 Gab Heller für ihre Video-Film-Projektion "Tunnels"
  • 2005 Anita Beckers für ihre Vermittlungs-Tätigkei als Video-Galeristin
  • 2006 Su-Mei Tse für ihre Video-und Klanginstallationen

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