Gisela Zick 1966 im SR-Schneideraum. (Foto: G. Zick/SR)

Gisela Zick: vom SR-Funkkind zur erfolgreichen Film-Cutterin

 

Auch wenn sie es damals natürlich nicht ahnte: Schon als die Saarbrückerin Gisela Zick 1953 im Alter von 7 Jahren bei Radio Saarbrücken als „Funk-Kind“ zum ersten Mal Radioluft schnupperte, wurde der Grundstein zu ihrer späteren Karriere als Film-Cutterin gelegt.

Von Gisela Zick

Geboren wurde ich als Gisela Kühn 1944 in Saarbrücken, machte ab dem 7. Lebensjahr mit im Kinderfunk bei „Tante Christa“ (Heimrich-Frischkorn) – zuerst noch bei „Radio Saarbrücken“, ab 1957 dann beim Saarländischen Rundfunk. Erst mit 16 Jahren hörte ich beim Kinderfunk auf.

Alles, was ich dort erlebte, war eine Öffnung zu einer Welt, die faszinierend schien. An einen späteren Beruf beim Fernsehen habe ich allerdings noch nicht so ernsthaft gedacht. An der Möglichkeit berühmt zu werden, zweifelte ich damals (!) allerdings nicht. Das hat man nur in diesem Alter. Und ich war halt ein Teenager zu der Zeit.

Nach der Mittleren Reife folgte ein Semester in der Saarbrücker „Schule für Kunst und Handwerk“ mit der Grundlehre „Schule des Sehens“ bei Oskar Holweck, wovon ich heute noch profitiere. Mit Christa Heimrich-Frischkorns Hilfe bekam ich danach eine Ausbildung als Toncutterin beim Hörfunk des Saarländischen Rundfunks. Anschließend lernte ich beim SR-Fernsehen Filmcutterin (bei Chefcutterin Ursula Keese-Ehmke im Bereich Dokumentation).

Ein paar Jahre später, ich war schon Mutter, vertiefte ich freiberuflich die Ausbildung in Richtung Fernsehspiel bei Ilse Voigt (Telefilm Saar, Saarbrücken). Daraus ergaben sich Skript und Regieassistenz, u. a. bei den Regisseuren oder Filmemachern H. B. Theopold, Frank Strecker, Hark Bohm und Martin Graff. Auch eigene Filme für das Jugendprogramm konnte ich realisieren.

Dreharbeiten zum Fernsehfilm „Kraftprobe“ 1981. (Foto: G. Zick)

Nach dem Umzug 1980 nach München arbeitete ich weiter als Regieassistentin mit Klaus Emmerich, Frank Strecker und Heidi Genée. Das Foto links entstand während der Dreharbeiten zum Fernsehfilm „Kraftprobe“ (1981); zu sehen sind (v. l.) Heidi Genée mit Kameramann Jürgen Jürges, Kamera-Assistent Hans Günter Bücking, der heute Regie führt und Gisela Zick (Regieassistenz). Der Film wurde produziert von der Telefilm Saar und dem BR. Häufig kombinierte ich Regieassistenz und Schnitt. Eigene Regiearbeiten und mehrere Dokumentationen (45 Min.) konnte ich ebenso realisieren wie Kinderprogramm-Filme (z. B. „Bildergeschichten“ für den BR und Filme für die „Die Sendung mit der Maus“).
Als Studioregisseurin arbeitete ich bei Unterhaltungssendungen für den Bayerischen Rundfunk, z. B. für die Sendung „Dingsda“, 107 Folgen „Herzblatt“ mit Rudi Carell und ähnliche Programme.

Film-Cutterin Gisela Zick mit Regisseur und Filmemacher Andreas Kleinert 2014 im Schneideraum in Berlin. (Foto: G. Zick/SR)

Ab 1992 gab ich den Schneidetisch auf und wendete mich der Computertechnik am Avid-System zu. Nach der Begegnung mit dem Regisseur Andreas Kleinert (1996) verlagerte ich allmählich meine Tätigkeit wieder komplett hin zum Schnitt. Dabei arbeitete ich dann zusammen mit den Regisseuren Peter F. Bringmann, Christoph Hochhäusler, Felix Möller, Stefan Krohmer, Dirk Kummer und vielen anderen.
Mit Andreas Kleinert hat sich eine intensive Arbeitsbeziehung und Freundschaft entwickelt. Seine Filme bieten mir immer neue Herausforderungen. 2004 zog ich nach Berlin um.

 (Foto: SR)
Dr. Hans Emmerling (l.) und Manès Sperber während der Dreharbeiten. (Redaktion: Günther Halkenhäuser, Kamera: Klaus Peter Weber). (Foto: SR)

Stolz bin ich auf viele Produktionen, an denen ich beteiligt war. Aus der Saarbrücker Zeit sind es z. B. der Film (1974) über den österreichisch-französischen Schriftsteller, Sozialpsychologen und Philosophen Manès Sperber (Grimme-Preis/siehe Foto links) und Telemack mit Hans Emmerling. Von Andreas Kleinert mag ich besonders die „Wege in die Nacht“, die u. a. mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet wurden. Zwei unserer aktuelleren Filme wurden 2014 für den „Grimme-Preis“ nominiert: „Die Frau von Früher“ nach einem Theaterstück von Roland Schimmelpfennig und der Kieler Tatort „Borowski und der Engel“.

Artikel mit anderen teilen