Iris Wolff (Foto: Andreas Thies)

Iris Wolffs „Rede an die saarländischen Abiturient*innen“ 2022

  22.06.2022 | 12:15 Uhr

„Tu, was du willst!“ Iris Wolffs „Rede an die saarländischen Abiturient*innen“ 2022 am Donnerstag, 7. Juli, 15.00 Uhr, im Silo, Saarbrücker Osthafen, im Rahmen von „Literaturrausch“

Gemeinsamer Pressetext des saarländischen Ministeriums für Bildung und Kultur, der Peter und Luise Hager-Stiftung und des Saarländischen Rundfunks

Zum ersten Mal findet die vom Saarländischen Rundfunk, der Peter und Luise Hager-Stiftung und dem saarländischen Bildungsministerium veranstaltete „Rede an die Abiturient*innen“ im Silo am Saarbrücker Osthafen in größerem Rahmen statt.

Neben Abiturrednerin Iris Wolff tritt die Saarbrücker Poetry-Slammerin und Textdichterin Clara Brill auf, es gibt Gespräche mit den beiden Autorinnen, Musik von Stella & Band, Essen und Getränke. Die saarländischen Abiturientinnen und Abiturienten 2022 und alle, die sich für den neuen „Literaturrausch“ und die Rede von Iris Wolff interessieren, sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Gleichzeitig ist der „Literaturrausch“ der Auftakt zum Hafenfest am Silo.

„Tu, was du willst!“

Was ist das? Eine Aufforderung zur Anarchie? Zum hedonistischen In-den-Tag-Hineinleben ohne Verpflichtungen, ohne Gewissen? Nein, was die Autorin Iris Wolff den saarländischen Abiturientinnen und Abiturienten schon im Titel ihrer Rede nahelegt, ist, nach innen zu horchen, sich nicht von fremden Erwartungen oder gesellschaftlichen Rollenvorstellungen (ver)führen zu lassen. Gleichzeitig ist der Satz ein Zitat aus dem wohl berühmtesten Werk deutscher Kinderliteratur, Michael Endes großem Roman „Die unendliche Geschichte“. Endes Held Bastian wird vom „bunten Tod“, einem Löwen, belehrt, dass es um den Weg des wahren Willens geht. Darum, in höchstem Maße wahrhaftig und aufmerksam zu sein, um nicht von diesem Weg abzukommen. Wie Iris Wolff diesen Weg für sich gefunden hat und warum sie ihn auch manchmal heute noch sucht, das erzählt sie in ihrer Rede an die Abiturient*innen.

„Ich beneide Menschen, die gerne zur Schule gegangen sind“

1977 in Hermannstadt (Rumänien) geboren, kam Iris Wolff im Alter von acht Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Als jemand, der nicht nur mehrfach die Schule sondern auch das Land gewechselt hat, erinnert sich Wolff ungern an diese Zeit: „Ich gehöre zu der vielleicht gar nicht seltenen Spezies, die die Schule von der ersten bis zur letzten Klasse als Zwang, als Zumutung, als nicht zu vermeidende Strafe angesehen haben“, gibt sie zu. Was sie formte und leitete, waren Reisen, Gespräche und Lektüren. Denn „Literatur schenkt uns neue sprachliche Bilder, jenseits von Klischee und Kitsch“, stellt Wolff fest. Bilder, die nie unverrückbar feststehen, die immer wieder neu erzählt werden können, auch in unterschiedlichen Sprachen: Iris Wolff stammt aus dem Banat, einer politisch aufgespaltenen und sprachlich babylonischen Region. Das hat sie mit der Abiturrednerin von 2001 gemein, Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller.

Zur "Rede an die Abiturient*innen" reisen jeden Sommer bedeutende deutschsprachige Autorinnen und Autoren ins Saarland: etwa Sibylle Lewitscharoff, Lukas Bärfuss, Anne Weber oder Clemens Meyer. Die Texte ihrer Reden erscheinen in Buchform im saarländischen Conte Verlag.

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