Empfangsgerät für DVBT-Fernsehen (Foto: dpa)

Was ist DVB-T?

  18.01.2005 | 14:22 Uhr

1. Was ist DVB-T?

DVB-T (Digital Video Broadcasting – Terrestrial) ist das digitale terrestrische Antennenfernsehen. Es handelt sich - wie DVB-S für die digitale Satelliten-übertragung und DVB-C für die digitale Kabelübertragung - um einen internationaler Übertragungsstandard für das Fernsehen. Mit DVB-T findet nun auch die terrestrische Übertragung - also mittels auf der Erde stehender Sendemasten – digital statt.

In den letzten Jahren haben innovative Technologien viele Bereiche unseres Alltags verändert. Die Digitalisierung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Unter Digitalisierung versteht man die Umwandlung (Codierung) von Bild und Ton oder jeder anderen Art analoger (stufenloser) Signale in eine digitale d.h. schrittweise, ziffernmäßige Form. Im Gegensatz zu analogen Verfahren, bei denen die zu übertragenden Informationen in Form von Schwingungen dargestellt werden, beinhaltet der digitale Datenstrom die Infor-mationseinheiten 0 und 1 in langen Ketten. Von der Kamera im Studio über die Aufzeichnung, Nachbearbeitung und Übertragung bis hin zum Empfangsgerät im Wohnzimmer des Zuschauers die Digitaltechnik ist allgegenwärtig.

Über Satellit und Kabel werden Hörfunk- und Fernsehprogramme bereits heute digital ausgestrahlt.

Der europäische Übertragungsstandard DVB-T bietet eine größere Programmvielfalt in besserer Bild- und Tonqualität. Die Digitalisierung ermöglicht eine Datenreduktion des Signals, so dass in einem herkömmlichen analogen Fernsehkanal vier digitale TV-Programme ausgestrahlt werden können. Im Endausbau lassen sich über die bisher für die analoge terrestrische Verbreitung genutzten Frequenzen 24 bis 30 Programme digital verbreiten.

DVB-T bietet eine Vielzahl von Systemvarianten, die unterschiedliche Anforde-rungen an Übertragung und Empfang erfüllen. So kann zum Beispiel der Schutz gegen Übertragungsfehler unterschiedlich hoch gewählt werden. Durch diese Flexibilität besteht die Möglichkeit, die Anzahl der auszustrahlenden Programme und die Empfangsart zu bestimmen, z.B., ob mobil, portabel mit Stabantenne oder stationär, d.h mit Dachantenne, empfangen werden soll. Der mobile Empfang setzt z.B. einen sehr hohen Fehlerschutz voraus, um eine störungsfreie Wiedergabe von TV-Programmen zu ermöglichen.

DVB-T-Sender arbeiten im "Gleichwellenbetrieb", bei dem die Programme gleichzeitig von mehreren Sendemasten ausgestrahlt werden. Reflexionen und auch andere Einflüsse, die bei der herkömmlichen anlogen Pro-grammverbreitung zu Störungen wie "Geisterbildern" führten, tragen nun in Kombination mit dem bei DVB-T eingesetzten COFDM-Verfahren sogar zu einer Verstärkung des Signals bei. Das wesentliche Prinzip des COFDM-Verfahrens ist die Verteilung der Information auf eine Vielzahl von Trägerfrequenzen. Bei Störung einzelner Träger auf dem Übertragungsweg kann im Empfangsgerät eine Fehlerkorrektur durchgeführt werden, so dass der Zuschauer ein ungestörtes Bild erhält.

Beim digitalen terrestrischen Fernsehen unterscheidet man abhängig von der Qualität der Signale, die den Empfänger erreichen können, zwischen verschiedenen Empfangsmodi:

Portable Indoor/Outdoor: DVB-T kann mit tragbaren ("portable") Geräten überall im Haus ("indoor") bzw. im Freien ("outdoor") mit einer kleinen Staban-tenne empfangen werden.
Mobil: Der Empfang ist auch unterwegs möglich, z.B. in fahrenden Bussen oder im Auto.
Stationär: Der Empfang kann wie beim bisherigen analogen Fernsehen über eine Dachantenne erfolgen.

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