Fotomontage, Computertasten mit der Aufschrift Fake, Symbolfoto für Fake News  (Foto: picture alliance | CHROMORANGE / Christian Ohde)

„Fake News“ erkennen

SR startet digitale Medienkompetenz-Seminare für Schulen

  26.02.2021 | 13:48 Uhr

Besonders in Corona-Zeiten sind Falschmeldungen im Internet und in den sozialen Netzwerken offenbar auf dem Vormarsch - und viele sind auf den ersten Blick nur schwer als Fälschung zu erkennen. Wie man „Fake News“ im Internet enttarnen kann, lernen saarländische Schülerinnen und Schüler dank einer Kooperation des SR mit der gemeinnützigen Organisation „Lie Detectors“ (Lügendetektoren).

SR-Medienkompetenz-Projekt: Fake-News entlarven
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 02.03.2021, Länge: 03:08 Min.]
SR-Medienkompetenz-Projekt: Fake-News entlarven

Die neue Runde des Schulprojekts startet am Dienstag, 2. März, wegen der Pandemie als Online-Workshop. Zunächst wird der 9. Klassenstufe des Peter-Wust-Gymnasiums Merzig ein Webinar angeboten. Ein Team aus sechs Journalistinnen und Journalisten von Fernsehen, Hörfunk und SR.de hat sich von „Lie Detectors“ dafür schulen lassen. Bis Ende März sind neun Medienkompetenztrainings geplant. Das von "Lie Detectors" entwickelte pädagogisch-didaktische Programm richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5/6 und 8/9.

Das Interesse bei den Schulen im Saarland sei hoch, sagt SR-Programmdirektor Lutz Semmelrogge. „Gerade vor dem Hintergrund von Verschwörungstheorien und falschen Aussagen im Zusammenhang mit Covid-19 ist ein kritischer Umgang der jugendlichen Nutzerinnen und Nutzer mit Informationen im Internet wichtig. Hier bringt der Saarländische Rundfunk seine Recherche-Kompetenz gerne in den Schulunterricht ein.“

Vergangene Staffel 2019/20

Schon von November 2019 bis März 2020 hatte ein Journalisten-Team des Saarländischen Rundfunks 35 Klassen in neun Schulen im gesamten Saarland besucht. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Schulbesuche zunächst eingestellt werden, nun geht es weiter per Videokonferenz.

Die Bilanz der vergangenen Staffel fiel sehr positiv aus. "Lie Detectors" hat die Fragebögen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewertet. „Die überwältigende Mehrheit gibt dem Projekt zur Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen Bestnoten“, sagt "Lie Detectors"-Gründerin und -Geschäftsführerin Juliane von Reppert-Bismarck. So würden 100 Prozent der Lehrkräfte ihren Kolleginnen und Kollegen das 90-minütige, interaktive Medienkompetenztraining weiter empfehlen. Auch 97 Prozent der Schülerinnen und Schüler bewerteten das Angebot positiv, 90 Prozent gaben an, dass sie sich nun mehr für die Themen Falschmeldungen und Journalismus interessierten und besser verstehen.

Die Organisation "Lie Detectors"

Die „Lügendetektoren“ gibt es in drei Ländern. Sie sind in Deutschland, Österreich und Belgien aktiv, auf Deutsch, Englisch und Französisch. Das Projekt wurde durch eine von der Europäischen Kommission berufene Jury mit dem Digital Skills Award 2018 im Bereich Bildung ausgezeichnet – insbesondere, weil das Projekt europaweit in verschiedenen Sprachen und unterschiedlichen Schulen funktionieren kann. Seit Beginn der Pandemie hat "Lie Detectors" nun schon über 150 digitale Klassenbesuche durchgeführt.

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