Nunavut, Kanada (Foto: Imago/Aurora Photos)

FeatureZeit am Dienstag

  19.12.2018 | 10:38 Uhr

Einer von vielen Brennpunkten im kanadischen Inuit-Territorium Nunavut ist das malerisch gelegene Örtchen Pangnirtung mit seinen nur 1400 Einwohnern. Allein in zwei Wochen im Februar gab es dort zwölf Selbstmordversuche - vornehmlich unter jungen Menschen. Das Thema im Feature am Ersten Weihnachtsfeiertag.

Nunavut: Das ist die Magie des kanadischen Nordens. Das Territorium erstreckt sich von der Hudson Bay im Süden bis hoch in die Arktis und grenzt an Grönland. Es ist um ein Vielfaches größer als Deutschland und doch leben dort nur rund 36.000 Menschen.
Vor 25 Jahren wurde die Gründung mit dem „Nunavut Act“ beschlossen, 1999 wurde sie dann vollzogen. Immer am 9. Juli feiert der Landstrich sich beim so genannten Nunavut Day selbst, vor allem das reiche Erbe seiner Inuit-Bevölkerung. Zugleich hat gerade erst die Gesundheitsministerin Pat Angnakak gewarnt, Nunavut stecke in der Krise. Einer von vielen Brennpunkten ist das malerisch zwischen Fjord, Gletschern und Bergen gelegene Pangnirtung mit seinen nur 1400 Einwohnern. Allein in zwei Wochen im Februar gab es dort 12 Selbstmordversuche – vornehmlich unter jungen Menschen.

Zusammen mit häuslicher Gewalt und Alkoholmissbrauch zeichnet das ein Bild der Verzweiflung. Der deutschstämmige Markus Wilcke, Ratsmitglied in Pangnirtung, versucht zu helfen, soweit es eben geht. Er sagt aber auch: „Es gibt ein Gefühl der Verzweiflung, ein Gefühl der Verbitterung.“ Der Ort habe seine Grenzen erreicht, sei schlicht erschöpft. Unterwegs zwischen Jubiläum und Krise in Nunavuts Hauptstadt Iqaluit und in Pangnirtung, wo sich gerade erst wieder ein 22-Jähriger umgebracht hat.

Am Dienstag, 25. Dezember, 11.04 Uhr, auf SR 2 KulturRadio.
Von Kai Clement.

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