Logo der Sendung "SAARTALK" (Foto: SR)

SAARTALK mit Sahra Wagenknecht und Michael Kunert

  04.09.2018 | 10:20 Uhr

Die traditionellen Volksparteien verlieren immer mehr an Zustimmung, im Gegensatz dazu kann die AFD Stimmenzuwächse verzeichnen. Geht es den Wählern und Unterstützern nur um allgemeinen Protest oder ist tatsächlich eine Radikalisierung im Gange? Diese und weitere spannende Fragen werden Norbert Klein und Peter Stefan Herbst mit Sahra Wagenknecht und Michael Kunert diskutieren. Zu sehen, im SAARTALK, am Donnerstag, 6. September, um 20.15 Uhr, im SR Fernsehen.

Die traditionellen Volksparteien CDU/CSU und SPD erleben seit Jahren einen zum Teil dramatischen Schwund in der Wählergunst, der sich von Wahl zu Wahl weiter fortzusetzen scheint. Trotzdem gelingt es den Oppositionsparteien kaum, deutliche Stimmenzuwächse zu erzielen. Mit einer Ausnahme: der AfD. Dabei brennen bei genauerem Hinsehen vielen Bundesbürgern vor allem soziale Themen auf den Nägeln – sei es Chancengleichheit in Schule und Beruf, gerechte Verteilung von Vermögen, bezahlbares Wohnen oder ein fairer Ausgleich der Interessen, Einkommen und Belastungen von Jung und Alt. Doch eine frühere rechnerische Mehrheit für Rot-Rot-Grün ist im Bund wie den meisten Ländern in weite Ferne gerückt.

Die Richtungskämpfe der einzelnen Parteien und ihre Personalquerelen in jüngster Vergangenheit haben viele Inhalte weit in den Hintergrund gedrängt. Und der Streit um die Zuwanderung und die richtige Asyl- und Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa hat viele andere Themen völlig überlagert, in den Medien ebenso wie in den sozialen Netzwerken.

Sammlungsbewegung "#Aufstehen"

Sahra Wagenknecht, die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, will nun einen ganz neuen Weg gehen – mit einer so genannten "Sammlungsbewegung" unter dem Namen "#Aufstehen". Am Dienstag in Berlin offiziell vorgestellt, wollen sie und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter den Unmut vieler Bürgerinnen und Bürger kanalisieren und in neue politische Konzepte und Mehrheitsoptionen münden lassen. Aber kann eine solche Bewegung, die nicht aus sich heraus entstanden ist, sondern "von oben" geplant wurde, tatsächlich mehr erreichen als die bisherigen Parteien?

Politische Stimmung im Land

Wie die Wähler in unruhigen Zeiten ticken und warum sie an der Wahlurne welche Entscheidungen treffen, darüber kann kaum jemand besser Auskunft geben als Michael Kunert. Der Geschäftsführer von Infratest dimap sammelt und analysiert mit seinem Team Woche für Woche eine Fülle von Informationen über die politische Stimmung im Land.

Was ist im Osten der Republik passiert? Woher kommt der Trend zu rechten Parteien und Gruppierungen? Geht es den Wählern und Unterstützern nur um allgemeinen Protest, oder ist tatsächlich eine Radikalisierung im Gange? Warum verlieren die einstigen Volkspartien immer mehr an Bindekraft? Was heißt es für zukünftige Regierungskonstellationen im Bund und den Ländern, wenn Union und SPD zusammen oft nicht einmal mehr die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigen können? Wie wird sich die unübersichtliche Gemengelage auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Bayern und Hessen auswirken? Werden die klassischen Parteien ernsthafte Konkurrenz durch neue Formen von "Bewegungen" bekommen? Oder wird sich der Trend nach rechts noch weiter verstärken wie in vielen europäischen Nachbarländern?

Viele spannende Fragen, die Norbert Klein und Peter Stefan Herbst, die Chefredakteure von SR und SZ, mit ihren Gästen besprechen wollen.

Im "SAARTALK", am Donnerstag, 6. September, um 20.15 Uhr, im SR Fernsehen.

Artikel mit anderen teilen