Michael Hartmann - Die Abgehobenen (Foto: Campus)

Fragen an den Autor mit Michael Hartmanns

  04.09.2018 | 14:20 Uhr

Eliten werden zunehmend zu in-sich-geschlossenen Selbstrekrutierungsbetrieben ohne Bezug zum Normalbürger, meint der Autor Michael Hartmann. Die Folge: Politikverdrossenheit und Rechtspopulismus. Wie die Entwicklung umgekehrt werden kann, das erfahren Sie am Sonntag, 9. September, um 9.04 Uhr, in "Fragen an den Autor" auf SR 2 KulturRadio.

Natürlich: Die Kritik an "Denen da oben", die "machen was sie wollen" und auf Kosten des "kleinen Mannes" leben, ist so alt wie die Erfindung des Stammtischs. Der renommierte Elitenforscher Michael Hartmann zeigt aber jenseits allen "Eliten-Bashings" eindrucksvoll, wie gefährlich es für die Demokratie ist, wenn so genannte "Eliten" immer mehr zu einem exklusiven Club, zu einer geschlossenen Gesellschaft werden. Hartmann beschreibt, was passiert, wenn Lebenswelten von Wirtschaftslenkern und Politikern auf der einen Seite – und ganz normalen Bürgern auf der anderen Seite – immer weiter auseinander driften.

Eine kleine Gruppe lebt auf Kosten der Mehrheit, indem sie sich ihre eigenen Regeln gibt und "einen Steuer- und Finanzskandal nach dem anderen produziert". Die Folgen laut Hartmann: Politikverdrossenheit und Rechtspopulismus. Hartmanns Befund: Die Eliten sind ein abgehobener Selbstrekrutierungsbetrieb, der die Demokratie aushöhlt. Nur durch eine durchgreifende soziale Öffnung der politischen Elite ist eine Wende möglich.

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