Eugen Helmlé Übersetzerpreis (Foto: SR)

"Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis 2018" – Frank Witzel und Olivier Mannoni lesen zusammen bei der Preisverleihung am Freitag

  03.09.2018 | 10:56 Uhr

Der Preisträger des "Deutschen Buchpreises 2015" Frank Witzel liest gemeinsam mit dem dann frisch mit dem "Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis 2018" prämierten Übersetzer Olivier Mannoni am Freitag, 7. September, 19.00 Uhr, in der Aula in Sulzbach im Anschluss an die Verleihung des "Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises".

Der Schriftsteller Frank Witzel wird gemeinsam mit seinem französischen Übersetzer Olivier Mannoni aus "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" lesen. Der Roman, für den Frank Witzel 2015 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, behandelt die Geschichte der BRD und der Roten Armee Fraktion aus Sicht eines 13-Jährigen.

Mannonis brillante Übersetzung von Witzels 800 Seiten starken Roman war für die diesjährige Jury des Eugen Helmlé Übersetzerpreises ausschlaggebend. Seine französische Version überzeugt nicht nur sprachlich, sondern beweist ein tiefes Kulturverständnis des Nachbarlandes.

Deutsch-französische Lesung

In der deutsch-französischen Lesung aus Witzels Roman soll deutlich werden, wie Autor und Übersetzer zusammenarbeiten.

Olivier Mannoni, geboren 1960, hat an die 200 Werke ins Französische übertragen. Neben Belletristik übersetzt er historische und philosophische Texte zum Beispiel von Hans Blumenberg oder Peter Sloterdijk. Mannoni hat auch eine Neuübersetzung von Hitlers "Mein Kampf" erarbeitet, die 2020 in einer kritischen, kommentierten Edition in Frankreich erscheinen soll. Seit 2012 leitet Olivier Manonni die École de traduction littéraire, eine Schule für literarische Übersetzer in Paris, die er mitbegründet hat.

Frank Witzel, geboren 1955, lebt und arbeitet in Offenbach. Für seinen Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" bekam er den Robert Gernhardt Preis und den Deutschen Buchpreis 2015. Für das gleichnamige Hörspiel gewann er 2017 den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie bestes Hörspiel. Seither hat Frank Witzel unter anderem den Roman "Direkt danach und kurz davor" und gemeinsam mit Philipp Felsch "BRD noir" bei Mattes und Seitz veröffentlicht.

Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis

Der mit 10.000 Euro dotierte Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (Stiftung ME Saar), der Stadt Sulzbach und des Saarländischen Rundfunks würdigt das Andenken des bedeutenden Sulzbacher Übersetzers und Autors.

Die Juroren des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises 2018 waren die Berliner Journalistin Susanne von Schenck, die Literaturbeauftragte der Direction Régionale des Affaires Culturelles (DRAC) der Region Grand Est in Metz, Colette Gravier, und die Literaturredakteurin des Saarländischen Rundfunks, Tilla Fuchs.

Die bisherigen Preisträger waren Tobias Scheffel (2005), Claude Riehl (2006), Andrea Spingler (2007), Nicole Bary (2008), Lis Künzli (2009), Olivier LeLay (2010), Holger Fock und Sabine Müller (2011), Alain Lance und Renate Lance-Otterbein (2012), Jürgen Ritte (2013), Cécile Wajsbrot (2014), Hinrich Schmidt-Henkel (2015), Anne Weber (2016) und Simon Werle (2017).

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