Eine überflutete Straße in Jakarta/Indonesien (Foto: dpa / picture alliance / EPA / Mast Irham)

Küstenstädte unter Wasser

  09.08.2018 | 09:02 Uhr

Ohne eine gewaltige Aufrüstung müssen die 136 größten Küstenmetropolen der Welt ab 2050 mit Flutschäden von über tausend Milliarden Dollar pro Jahr rechnen. In der indonesischen Küstenstadt Jakarta sind manche Viertel schon heute versunken. Das Thema in Achim Nuhrs langem Feiertagsfeature am 15. August.

Ein unrühmlicher Weltrekord: In der indonesischen Küstenstadt Jakarta sinken manche küstennahen Hot Spots bis zu 25 Zentimeter pro Jahr – manche Stadtviertel liegen bereits fünf Meter unter dem Meeresspiegel, geschützt nur von einer uralten, brüchigen Kaimauer. Jakarta droht im Zeitraffer, was anderen Hafenmetropolen wie Hamburg und Rotterdam später bevorsteht: der Untergang ganzer Stadtteile. Ohne eine gewaltige Aufrüstung müssen die 136 größten Küstenmetropolen der Welt ab 2050 mit Flutschäden von über tausend Milliarden Dollar jährlich rechnen. Weltbank und OECD warnen vor „sozial untragbaren Verlusten“.

Den Untergang der zehn Millionen-Einwohner-Metropole Jakarta soll das weltweit größte Flutschutz-Projekt verhindern, dem Kritiker bereits eine soziale Schieflage vorwerfen: Denn den neuen Dämmen müssen vor allem arme Bürger weichen. Wie rettet man eine Megacity vor steigenden Fluten? Wer baut, wer bezahlt die gewaltigen neuen Bollwerke? In Jakarta drängt die Zeit: „Wenn die alte Hafenmauer kollabiert, rast eine meterhohe Flutwelle über vier bis sechs Millionen Menschen hinweg“, warnt der niederländische Weltbank-Berater JanJaap Brinkman.

"Küstenstädte unter Wasser – Ein Lehrstück aus Jakarta", ein Beitrag von Achim Nuhr am Mittwoch, 15. August, 11.04 Uhr, auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen