Susanne Fritz, Wie kommt der Krieg ins Kind (Foto: Buchverlag)

Susanne Fritz in Literatur im Gespräch

  13.03.2018 | 09:19 Uhr

Ein Fingerabdruck als Ausgangspunkt des Schreibens, ein Fingerabdruck der letztlich zum Abdruck eines Buches führen sollte. Der Fingerabdruck, der auf den ersten Seiten von Susanne Fritz‘ neuem Buch eingehend beschrieben wird, gehörte ihrer Mutter und befindet sich auf einem polnischen Dokument.

1945 wurde die damals Vierzehnjährige verhaftet und später in ein polnisches Arbeitslager gebracht. Der Grund: Sie hatte fünf Jahre zuvor ein Formular unterschrieben, das sie in einem von Hitler überfallenen Gebiet als Deutsche auswies.

Susanne Fritz begibt sich in ihrem sehr persönlichen Buch auf Spurensuche in Vergangenheit und Gegenwart: Was hat ihre Mutter aus dieser Zeit erzählt? Was aufgeschrieben? Was steckt hinter den Wörtern und wofür fand die Mutter keine Sprache? Und wie kommt es, dass ein Mensch, der nie Krieg und Lager erleiden musste, diese Erfahrungen Jahrzehnte später spürt, als seien sie ihm selbst zugestoßen?

„Wie kommt der Krieg ins Kind“ von Susanne Fritz in "Literatur im Gespräch" am Dienstag, 20. März, 20.04 Uhr, in "Literatur im Gespräch" auf SR 2 KulturRadio, Lesung und Gespräch, Gesprächspartnerin ist Tilla Fuchs.

„Wie kommt der Krieg ins Kind“ ist eine literarisch hoch interessante, sehr persönliche Auseinandersetzung mit Zeit- und Familiengeschichte und dem auch vor dem Hintergrund aktueller Konflikte viel diskutierten Begriff der transgenerationellen Weitergabe.

Susanne Fritz, geboren 1964, lebt in Freiburg. Sie schreibt Erzählungen, Romane, Hör- und Bühnenstücke, sowie journalistische Texte. Ihre Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. In ihrem Bühnenprogramm „WortMusik“ tritt sie mit Musikern aus Neuer Musik und Jazz auf.

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