Ventil einer Propangasflasche (Foto: pixabay/rkit)

Grillen mit Gas – wie gut ist ein günstiger Grill vom Discounter?

Im Saarland wird schon seit Wochen wieder geschwenkt, aber wie sieht es eigentlich aus, wenn man mit Gas grillen möchte? Kann der Discounter-Grill das Gleiche bieten wie ein teurer Marken-Grill? Wie viel Geld muss man für einen guten Gas-Grill ausgeben? Antworten bei uns.

Auf einem guten Gasgrill ein schönes Steak zuzubereiten ist nicht schwer. Anders als beim Kohlegrill ist die Hitzezufuhr über die Gasflammen gut kalkulierbar. Das Feuer ist gleichmäßig verteilt, ein Knopfdruck, und schon kann es losgehen.

Die Tücken des Discounter-Gasgrills

Doch ein richtig guter Gasgrill ist teuer. Discounter wie Aldi oder Lidl bieten dagegen immer wieder preisgünstige Gasgrills an. Die funktionieren zwar auch auf Knopfdruck - allerdings ist das Grillergebnis meist nicht so zuverlässig gut. Das liegt zum einen am Material. Bestehen bei hochwertigen Grills die Roste aus Gussstahl, sind sie beim Discounter-Grill meist aus leichtem, dünnem Edelstahl. Sie speichern die Hitze schlechter und leiten sie nicht so intensiv und gleichmäßig weiter.

Innen verkohlt, außen roh

Eine geringere Anzahl von Flammen führt dazu, dass sich die Hitze nicht gleichmäßig auf dem gesamten Grillrost verteilt. Wenn man nicht aufpasst, verbrennen die Steaks in der Mitte, während sie am Rand noch nicht gar sind. Hinzu kommt: Steht der Grill nicht windgeschützt, kann die Hitzekonzentration unter dem Grillgut "wandern" - der Wind drückt die wenigen Flammen mangels massiver Umfassung schräg weg.

So geht es auch auf dem Billig-Grill

Aber mit etwas Übung lassen sich auch auf einem günstigen Gasgrill gute Ergebnisse erzielen:

Roste aus Edelstahl sollten zunächst gründlich eingeölt werden, sonst klebt das Fleisch schnell an. Vorheizen ist in jedem Fall empfehlenswert, der Rost sollte sich bereits gut erwärmt haben, wenn das Fleisch aufgelegt wird. Mittels "Weißbrottest" kann man sich anfangs direkt ein Bild davon machen, wo der Grill seine besten Stellen hat: Man belegt den gesamten Rost einmal mit Toastscheiben. Das Ergebnis liegt vor, wenn die ersten Scheiben schön gebräunt sind. Fette Stücke, wie zum Beispiel Bauchfleisch, verlangen auf dem Discounter-Gerät etwas Übung. Meist fehlt nämlich eine Schutzabdeckung über den Gasflammen gegen tropfendes Fett. Im Nu kann es dann ziemlich heftig qualmen. Hier hilft es, eine der Flammen abzuschalten. Vorsicht beim Öffnen des Deckel: Oft ist der nämlich so konstruiert, dass kondensiertes Fett dann hinten heruntertropft. Damit ist die schöne Holzterrasse schnell ruiniert.

Gasflasche in Reserve

Noch ein Tipp: Discounter-Grills sind meist mit kleineren Fünf-Liter-Gasflaschen ausgestattet. Sie sind schnell aufgebraucht. Also immer einen Reserveflasche vorrätig haben.

Ein Beitrag unseres Kollegen Thorsten Risch vom WDR.

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