Wir im Saarland - Kultur (23.01.2019)

Wir im Saarland - Kultur

 

Glamour und starke Frauen, Til Schweiger war da, Christiane Paul auch. Eine Nachlese zum 40. Filmfestival Max Ophüls Preis. Außerdem in der Sendung: Eine Hommage an Alfred Gulden und Rosa Luxemburg.

Sendung: Mittwoch 23.01.2019 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Nachlese Jubiläumsfestival Max Ophüls Preis

Das 40. Max-Ophüls-Filmfestival ist Geschichte. Eine Woche lang trafen sich die Stars der Filmbranche mit hoffnungsvollen Nachwuchstalenten in Saarbrücken. Für viele zählt es zu den Höhepunkten des Nachwuchsfestivals, wenn die Großen der Filmebranche nach Saarbrücken kommen und mal so richtig live zu erleben sind: Zwei hat Susanne Kirchhofer getroffen: Til Schweiger und Christiane Paul.


Aber auch der Produzent des Publikumspreisgewinners " Die Migrantigen" von 2018, Arash T. Riahi, selbst als Regisseur für seinen Dokumentarpreis " Exile Family Movie" ausgezeichnet, ist dieses Jahr erneut zum Festival angereist, das er liebt.


Insgesamt eine würdige Jubiläumsausgabe - auch mit Filmen, die ein derzeit viel diskutiertes gesellschaftliches Thema spiegeln: Missbrauch. Diese hat sich Stefanie Otto ein wenig genauer angeschaut.


Hommage an Alfred Gulden

Er ist vielfach ausgezeichneter Schriftsteller, hat ein avantgardistisches Theater gegründet und realisierte zahlreiche Filme, auch für den Saarländischen Rundfunk. Nun wird Alfred Gulden 75 Jahre alt. Er lebt in München und in seinem Heimatort Wallerfangen - und das ist typisch für das Leben und Denken des Autors Alfred Gulden. Seit vielen Jahrzehnten lebt und arbeitet er im Spannungsfeld zwischen Heimatverbundenheit und Weltläufigkeit. Mit seinem Roman " Greyhound", der sich mit dem " American Dream" auseinandersetzt, gelang ihm der Durchbruch, gleichzeitig ist er ein wichtiger Vertreter der Mundartdichtung. Auch in seinen Arbeiten für den Saarländischen Rundfunk beschrieb er Lebensumstände, Landschaften und Menschenschicksale in der Großregion Lothringen-Luxemburg-Saarland-Wallonien-Rheinland-Pfalz. Eine Würdigung von Uwe Loebens.


Rosa Luxemburg  (Foto: SR)

Neue Biografie Rosa Luxemburgs zum 100. Jahrestag ihrer Ermordung

Vor 100 Jahren, am 15. Januar 1919 wurde Rosa Luxemburg ermordet. Ernst Piper zeichnet in seinem Buch" Rosa Luxemburg - Ein Leben" die Biografie nach. Rosa Luxemburg, 1871 im russischen Teil Polens geboren, gehörte vielen Minderheiten an. Sie kam aus einem jüdischen Elternhaus, perfektionierte erst während ihres Studiums in Zürich die deutsch Sprache, fand mithilfe einer Scheinehe in Deutschland ihre politische Heimat, war auf SPD-Parteitagen die einzige Frau mit einem Doktortitel und engagierte sich als rastlose Kämpferin für die europäische Arbeiterbewegung in nicht weniger als sieben verschiedenen sozialistischen Parteien. Luxemburg war die bedeutendste marxistische Denkerin ihrer Zeit. Sie kämpfte für die Dikatur des Proletariats, aber zugleich gegen den autoritären Zentralismus Lenins, weshalb sie auch die Gründung der Kommunistischen Internationale ablehnte. Ihre Revolutionstheorie, ihr Freiheitsbegriff und ihr unbedingter Internationalismus ließen sie zur Ikone des weltweiten Protests der 1968er-Bewegung werden. Ihr berühmter Satz " Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden" wurde eine Parole der Bürgerrechtler in der untergehenden DDR. In ihrer Gedanken- und Ideenwelt ist vieles zu finden, was auch heute, in einer Zeit des wieder erwachenden Nationalismus, anregend und wichtig ist.


Moderation: Jochen Erdmenger

Die Moderatoren des neuen Vorabends: Jochen Erdmenger, Susanne Gebhardt und Marcel Lütz-Binder. (Foto: SR)

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