Wir im Saarland - Kultur (12.09.2018)

Wir im Saarland - Kultur

 

Abseits von Trends und Modeerscheinungen ist Hans Husel im besten Sinne eigensinnig als Grafiker und Künstler seinen Weg gegangen. Politisches Kabarett mit linken Liedern pflegen "Marx, Ruge und Holzhauser". Und politisch wird's auch im Theaterstück "Das achte Leben".

Sendung: Mittwoch 12.09.2018 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Hans Husel (Foto: SR Fernsehen)

Kunst, Grafik und Geräusche - eine Begegnung mit Hans Husel

Er ist Künstler, Grafiker, Freejazzbegeisterter, Konzertveranstalter, kurz gesagt: Ein Original. Hans Husel gehört zu den farbigsten Persönlichkeiten der Saarbrücker Kulturszene. Eine Würdigung.

Werbung hat ihn nie interessiert, obwohl er immer auch Werbung gemacht hat. Aber nur für das, was ihm selbst wichtig war. So hat er neben seiner Kunst Plakate für die Stadtgalerie entworfen und für die Konzert, die er dort und später im Künstlerhaus organisiert hat - meist Freejazz oder improvisierte Musik. Hans Husel ist das, was man gerne authentisch nennt. Sehr vielschichtig in seiner Persönlichkeit hat er der regionalen Kulturszene wichtige Impulse gegeben. Uwe Loebens zeichnet diesen faszinierenden Menschen nach, so, wie es ihm am besten gerecht wird: in einem filmischen Mosaik.


Kabarett „Freistaat Saarpfalz“ (Foto: SR Fernsehen)

Freistaat Saarpfalz - Kabarett mit linken Liedern und liberalen Provokationen

Sie sind sich treu geblieben. "Marx, Ruge und Holzhauser" machen das, was in Zeiten der allübermächtigen Comedy immer seltener wird: Politisches Kabarett mit linken Liedern und liberalen Provokationen.

Mit ihrem Programm "Freistaat Saarpfalz" bringen Marx, Ruge und Holzhauser sowohl die bayerische Zeit des Landeskreises im 19. Jahrhundert als auch aktuelle Gegebenheiten kabarettistisch auf die Bühnen der Städte und Gemeinden im Saarpfalz-Kreis. Nach der Premiere im Frühjahr in Homburg treten sie jetzt auch in Gersheim und St. Ingbert auf. Susanne Kirchhofer hat sich die Scharmützel aus dem bayrisch-preußischen Grenzgebiet, voll Sehnsucht nach der neuen alten Monarchie, angesehen.

Die nächsten Veranstaltungen finden am 15. September 2018 in Gersheim im Kulturhaus und am 22. September 2018 im Pfarrheim Sankt Josef in St. Ingbert statt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.


Das achte Leben (für Brilka) (Foto: SST/Martin Kaufhold)

Dramatische Familiensaga - "Das achte Leben" auf der Theaterbühne

Eine spannende und geschichtsträchtige Familiensaga. Von Anpassung, Verrat und Widerstand, Liebe und Hass erzählt die georgische Autorin Nino Haratischwili. Ihr preisgekrönter Roman "Das achte Leben" kommt nun auf die Bühne.

Es beginnt im Jahr 1900 in Georgien, und viele, viele Seiten später kommt die Geschichte in der Berliner Gegenwart an: Die Mauer ist gefallen, die UdSSR aufgelöst, und in Georgien herrscht Bürgerkrieg. Über sechs Generationen erzählt die Autorin die Familiengeschichte eines Schokoladenfabrikanten; ein faszinierender Roman mit viel Geschichte und Leid. Aber kann man eine so komplexe und umfangreiche Jahrhundert-Geschichte für einen Theaterabend auf die Bühne bringen? Sven Rech über das "Achte Leben" in der Alten Feuerwache in Saarbrücken.


Bodo Busse (Foto: SR)

Wie politisch kann und darf Theater sein - Intendant Bodo Busse im Gespräch

Seine Rede anlässlich der Spielzeiteröffnung war klar: Theater muss politisch sein, und das ist in einer Zeit fremdenfeindlicher Übergriffe für einen Betrieb, in dem viele Nationen zusammenarbeiten, Pflicht.

Eigentlich dient die Spielzeiteröffnung dazu, das neue Ensemble zu begrüßen und gut gelaunt in die neue Saison zu starten. Das war auch dieses Jahr am Saarländischen Staatstheater so. Allerdings waren auch andere, deutliche Töne zu hören. "Bei aller richtigen Verpflichtung auch auf Zerstreuung und Unterhaltung - auch das sind Formen Gemeinsinn stiftender kollektiver Erfahrungen - ist es doch nicht das Hauptgeschäft der Kultur, sich im Status quo zurückzulehnen, sondern(...) sich aufzulehnen, auch gegen populistische Stimmungsmache und eitle Selbstgerechtigkeit." Es sei schwierig geworden einen "aufgeklärten, moralisch fairen humanistischen Diskurs zu führen", sagte Intendant Bodo Busse - und umreißt damit ein Thema, das Wir-im-Saarland Moderator Marcel Lütz-Binder mit Bodo Busse im Studiogespräch erörtert.


Moderation: Marcel Lütz-Binder

Die Moderatoren des neuen Vorabends: Jochen Erdmenger, Susanne Gebhardt und Marcel Lütz-Binder. (Foto: SR)

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