Logo der Sendung "Wir im Saarland - Kultur" (Foto: SR)

Wir im Saarland - Kultur

 

In dieser Woche berichten wir über die St. Wendeler Kultrocker "Orchestra John C.", die nach über 40-jährigem Bestehen ihr Abschiedskonzert gegeben haben. Außerdem besuchen wir die Buchhandlung Gollenstein in Blieskastel und sehen uns "Dantons Tod" am Saarländischen Staatstheater an.

Sendung: Mittwoch 21.03.2018 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung am 21. März


Bücher (Foto: pixabay (CC0))

Schöner Schmöker

Im fünften Teil unserer Serie besuchen wir die Buchhandlung Gollenstein in Blieskastel

Kaffee und Kuchen gibt es bei Internetbestellungen nicht; aber hin und wieder in Buchhandlungen. Ein Versuch, Kunden an sich zu binden. Die Serie "Schöner Schmökern" stellt Buchhandlungen vor, die immer einen Besuch wert sind. Dass es einfach ist, über ein paar Klicks im Internet Bücher auszusuchen, die dann bequem per Post nach Hause kommen - diese Erkenntnis ist nicht mehr ganz neu. Dass der e-Book-Handel den etablierten Buchhandlungen zunehmend zusetzt, schon eher.

Dennoch gibt es immer noch über das ganze Saarland verteilt Buchhandlungen vor Ort. Mit allem Drum und Dran und oft noch ein bisschen mehr: Die Konzepte reichen von Kaffee und Kuchen über Bücher-Abos bis hin zu außergewöhnlichen literarischen Gottesdiensten. Maria C. Schmitt war für uns unterwegs; im fünften Teil ihrer Serie "Schöner Schmökern" besucht sie die Buchhandlung Gollenstein in Blieskastel. Dort werden Bücher nicht nur verkauft, sondern auch recycelt. Denn Ladenhüter und alte Schmöker finden sich im Geschäft als fantasievolle Figuren und Skulpturen wieder.


Szene aus "Dantons Tod" am Saarländischen Staatstheater (Foto: SST / Martin Kaufhold)

Der Ruf nach der Guillotine

"Dantons Tod" mit der Wucht der antiken Tragödie am Staatstheater

Die Französische Revolution wirkt bis heute nach; nicht nur, weil die damals diskutierten Werte auch heute noch eine Rolle spielen. Und weil vieles in unserer Zeit an sie erinnert. Das zumindest legt die Neuinszenierung von "Dantons Tod" am Saarländischen Staatstheater nahe. Die Wucht auf der Bühne erschlägt einen: Sprechchöre, Technorhythmen, Rufe nach der Guillotine. Immer wieder kommen einzelne Menschen nach vorne und verhandeln Politik. Das hat die Intensität eines Chores in einer griechischen Tragödie.

Und dazwischen wird das verhandelt, worauf es in der Welt und in der Politik ankommt: Wie gestaltet man Gesellschaft? Dramaturg Horst Busch und Regisseur Christoph Mehler zerlegen Georg Büchners Theaterstück in seine Einzelteile und setzen es in einer an Videoclips erinnernden Ästhetik wieder zusammen: kurze Szenenschnitte und dramatische Musik, aber in einer kühlen analytischen Klarheit, die nicht zuletzt auch Parallelen der Französischen Revolution mit dem Arabischen Frühling ziehen lässt.


Lothar-Günther Buchheim (Foto: dpa/picture alliance/Frank Mächler)

Künstler, Sammler, Despot

Lothar-Günther Buchheim aus dem Blickwinkel seines Sohnes

Rau, wuchtig, groß. So inszenierte er sich selbst. Alle anderen: Zwerge. "Dieser Freistaat mit seinen Sesselfurzern, Gully-Ratten", polterte Lothar-Günther Buchheim. Sein Sohn Yves hat nun ein Buch über den schwierigen Exzentriker geschrieben. Maler, Bestsellerautor, Multimillionär. Und Besitzer einer großartigen, über 100 Millionen Euro teuren Expressionismus-Sammlung. Er war ein Egomane. Schon zu Lebzeiten brach Yves Buchheim mit dem Vater, unterzeichnete einen Erbverzicht. Die Biografie "Künstler, Sammler, Despot: Das Leben meines Vaters" liest sich wie ein Thriller und ist zugleich eine Familiensaga.

"Mein Vater war der schlimmste Vater, den man sich eigentlich als Kind überhaupt vorstellen kann. Er hat auch zu mir gesagt, zum Beispiel: 'Solche Menschen, wie dich, die hätten schon längst erschossen gehört. Weil: Du weißt zu viel'". Yves war anfangs beteiligt an der Steuerhinterziehung, die inzwischen verjährt ist. Aber er wusste auch von der Haftstrafe seines Vaters. Buchheim hatte unmittelbar nach dem Krieg den Amerikanern Wertsachen und Unmengen Benzin gestohlen. Und Kunst geschmuggelt.


Orchestra John C. (Foto: SR)

Kultrocker drehen auf

Vor mehr als 40 Jahren wurde das Orchestra John C. gegründet

Sie sind mehr als 40 Jahre im Geschäft. Damals mit Schlaghosen, Dackelohrkragen und Föhnwelle. Heute sehen die Musiker des Orchestra John C. natürlich anders aus - doch die Liebe zu alten Rockklassikern ist geblieben. Die haben sie in einem langen Konzert in St. Wendel gespielt; und das war wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, die Altrocker zu erleben. Entstanden ist das Orchestra John C. aus der St. Wendeler Beatgruppe "The Starfighters", einer Sechziger-Jahre-Kultband. Dann hieß die Band "Sodama" und schließlich bildete sich daraus Anfang der Siebziger Jahre das "Orchestra John C."

Bis auf ein Mitglied, das sich aus dem aktiven Musikmachen zurückgezogen hat, sind die ehemaligen Starfighters noch komplett im Orchestra John C. integriert. Verstärkt wird die Band durch ein komplettes Bläser-Arrangement und einen Background-Chor. Bemerkenswert ist die Altersspanne, vom jungen Schlagzeuger, der gerade 18 Jahre alt geworden ist und den Drummer aus der Ur-Besetzung unterstützt, bis hin zum Saxophonisten, der in den Siebzigern Mitbegründer war und heute mit 76 Jahren nichts vom damaligen Schwung verloren hat. Isabel Heine hat den Konzertabend besucht.


Logo: WimS Kulturtipps (Foto: SR)

  • Musik 22.03.2018 "Mir redde Platt- Festivalabend" - Breite 63 Saarbrücken; Beginn: 20.00 Uhr

  • Musik 23.03.2018 "St. Patricks Day Party" - Eisenbahnhalle Losheim; Beginn: 20.00 Uhr

  • Kino 22. 03.2018 " I, Tonya" - Kino Camera Zwo Saarbrücken

  • Kino 24.03.2018 "Die stille Revolution" - Kino achteinhalb Saarbrücken

  • Show 03.04.2018 "Shaolin Mönche des Shaolin Kung Fu" Theater am Ring Saarlouis; Beginn: 20.00 Uhr

  • Show 04.04.2018 Zaiubergala "Modern Art of Magic" - Congresshalle Saarbrücken Beginn: 20.00 Uhr

  • Musik 08.04.2018 "Elaiza" - Stummsche Reithalle Neunkirchen Beginn: 18.00 Uhr


Moderation: Isabel Sonnabend

Isabel Sonnabend (Foto: SR)

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