Wir im Saarland - Kultur (07.11.2018)

Wir im Saarland - Kultur

 

In dieser Woche wagen wir unter anderem einen Blick in deutsche Wohnzimmer und stellen Theater für die Kleinsten vor. Außerdem setzen wir unsere Reihe "Lieder des Lebens" fort.

Sendung: Mittwoch 07.11.2018 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Schilans "Lied des Lebens"

Ein Gefühl das jeder kennt: Man hört einen Song, eine klassische Melodie, ein Chanson, und fühlt sich automatisch in eine bestimmte Situation, in eine andere Lebensphase versetzt. Erinnerungen steigen an die Oberfläche. Die Filmemacherin Sarah Moll hat für "Wir im Saarland-Kultur" fünf Menschen im Saarland nach ihrem Song gefragt und die Geschichten dazu ins Bild gesetzt. "Chöre" von Mark Forster ist das Motivations- und Gute-Laune-Lied der elf Jahre alten Schilan Al-jaaf. Ein Song, den sie sich anhört, wenn sie traurig ist, weil er sie sofort fröhlich stimmt.

1. Teil: "Lieder des Lebens“ (31.10.2018)
1. Teil: "Lieder des Lebens“ (31.10.2018)

Schilan lebt in Saarbrücken und ist stolz auf ihre Herkunft aus drei Ländern: Sie sieht sich als Araberin, Kurdin und Deutsche und setzt sich mit dem Umgang mit Menschen aller Religion auseinander. Ihr Berufswunsch steht schon fest: Weil sie Chirurgin werden will, plant sie ihre Schullaufbahn genau. Dass sie bei aller Ernsthaftigkeit ein lebensfrohes Kind ist, wird in dieser mit Trickfilmanimationen angereicherten Folge der neuen Serie "Lieder des Lebens" aber auch klar.


Wie groß muss man für Theater sein?

Seit sechs Jahren zeigt das Festival" Loostik" deutsche und französische Theaterstücke für Kinder. Dabei geht es nicht nur verspielt zu. Letztes Jahr gab es harte Shakespeare-Themen und dieses Jahr steht moderne Oper auf dem Programm. Das Kinder-Theater-Festival Loostik ist nicht nur deshalb grenzüberschreitend, weil es deutsch-französisch ist. Auch so manche Altersgrenze wird da eingerissen oder zumindest in Frage gestellt.

Interview mit Martha Kaiser
Interview mit Martha Kaiser

Denn bei Loostik gibt es Aufführungen schon für die Allerkleinsten - diesmal für junge Menschen ab 2 Jahren. Aber bekommen die Kleinen überhaupt schon etwas mit von Theater und Kultur? Und welche Bedeutung spielt in diesem Festival die deutsch-französische Zusammenarbeit? Diese Fragen beantwortet Martha Kaiser, die künstlerische Leiterin des Festivals im Studiogespräch.


Malen im Einklang mit sich und der Welt

"Etwas geht immer", sagt Rolf Stöckle, und meint damit, dass er bei Ausstellungen immer mindestens ein Bild verkauft. Er trifft den Geschmack seines Publikums. In seinen Bildern findet jeder etwas, das ihn bewegt. Anklänge von Landschaften des Bliesgaus zum Beispiel sind sichtbar. Bilder, die Menschen nach Feierabend eine angenehme Wohnatmosphäre schaffen. Dabei geht es Rolf Stöckle, der im Hauptberuf das Synchronstudio des Saarländischen Rundfunks leitet, gar nicht um konkrete Bilder und Situationen.

Zwar fließt sein Leben mit Hund, Schafen, Garten und Spaziergängen in seine Kunst mit ein. Die Bildinhalte sind dennoch nie Abbilder von Gesehenem, sondern reine Phantasieprodukte. Wir im Saarland Kultur hat Rolf Stöckle beim Malen im Garten getroffen und einen Künstler erlebt, der im Einklang mit sich und seinem Leben arbeitet.


Theatralischer Blick in deutsche Wohnzimmer

Nina Schopka war einer der Stars des Saarländischen Staatstheaters. Mittlerweile arbeitet die Schauspielerin frei und hat die Gruppe "Korso.Op" mitgegründet. Nach BabylonPogo, das den Irrsinn unserer Arbeitswelt unter die Lupe nahm, kommt nun die zweite theatrale Collage "Das Folgenreich" auf die Bühne. Zentrale Fragestellung ist: Wie viel Individualität braucht und verträgt unser Zusammenleben.

Dabei wandert das Publikum durch das alte Bunkerhotel in Saarbrücken, in dem in mehreren Räumen gespielt wird. Pathetisch, humorvoll und erbarmungslos will die Gruppe das Soziotop unserer Wohnzimmer unter die Lupe nehmen. Uwe Loebens ist bei den Proben durch die Räume des Bunkershotels mitgewandert.


Die Kulturtipps der Woche vom 7. November 2018.


Moderation: Marcel Lütz-Binder

Die Moderatoren des neuen Vorabends: Jochen Erdmenger, Susanne Gebhardt und Marcel Lütz-Binder. (Foto: SR)

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