Logo der Sendung "Wir im Saarland - Kultur" (Foto: SR)

Wir im Saarland - Kultur

 

Entführte Frauen, impressionistische Begegnungen und das gute alte Brot. Wie stemmt man eine große Ausstellung zu Max Slevogt und dessen Verhältnis zu den Impressionistenstars aus Frankreich? Kultautor Ferdiun Zaimoglu schreibt Mozarts "Entführung" um. Und: Brot ist ein Kulturgut!

Sendung: Mittwoch 22.08.2018 18:50 Uhr


Die Themen der Sendung


Kulturgeschichte des Brotes (Foto: SR)

Brot ist Lebensart - Würdigung eines deutschen Kulturgutes

Schon im Abendmahl spielt Brot eine besondere Rolle. Seit Jahrtausenden prägt es unsere Kultur. In einer alten Mühle in Theley kann man das Brotbacken wieder lernen.

Bäcker Reiner Kasper nimmt sich Zeit; für seinen Sauerteig, den er nach allen Regeln der Kunst ansetzt, knetet, gehen und ruhen lässt. Dieses Wissen vermittelt er in Kursen auch jedem Interessierten. Das selbstgebackene Brot erfährt in Zeiten von Discounter-Backautomaten eine Renaissance. Isabel Heine blickt nicht nur in die Backstube, sondern mit der Kulturanthropologin Barbara Krug-Richter auch auf die Kulturgeschichte des Brotes.


Oper im Zelt (Foto: SR)

Mozarts Frauenbild heute - "Die Entführung aus dem Serail" in Merzig

Nach sechs Jahren ist sie wieder da: Die Merziger Zeltoper. Ihr Comeback feiert sie mit einem provozierenden Blick auf Mozarts "Entführung aus dem Serail" mit neuen Texten von Kultautor Ferdium Zaimoglu.

1782 war eine Huldigung westlicher Freiheitsideale. Klar, von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau war die damalige Gesellschaft noch weiter entfernt als die unsrige heute. Dennoch: In der Geschichte werden zwei, wie sie sich nennen, "zur Freiheit geborene" Engländerinnen in den Harem des osmanischen Herrschers Bassa Selim verschleppt. Und so komödiantisch die Oper "Die Entführung aus dem Serail" auch daherkommen mag: Es geht um den Konflikt von Wertevorstellungen und Menschenbildern. Das wiederum schreit in einer heutigen Inszenierung dieser Oper nach Aktualisierung. Ja, die Konflikte zwischen Muslimen und den Werten Europas schwelen derzeit. Bei der "Oper im Zelt" - geht es aber nicht um eine einfache, platte Aktualisierung. Ferdium Zaimoglu hat das Libretto umgeschrieben und will mit Regisseur Andreas Gergen das Frauenbild damals und heute untersuchen. Susanne Kirchhofer stellt die Macher der neuen Fassung vor.


Max Slevogt, Selbstbildnis, um 1899, Bleistift (Foto: mpk)

Max Slevogt - Wie die Ausstellung im Saarlandmuseum Gestalt annimmt

Der deutsche Maler Max Slevogt trifft auf Manet, Renoir, Cézanne, die ihn lebenslang beschäftigt haben. Das beleuchtet erstmals das Saarlandmuseum. Wie wurde diese erste Großausstellung nach der Wiedereröffnung gestemmt?

Erstmals soll seine lebenslange Beziehung zu Frankreich im Mittelpunkt stehen. Dazu setzen die Kuratoren des Saarlandmuseums das Schaffen von Max Slevogt in Beziehung zu Meisterwerken der französischen Impressionisten. Das heißt, dass Slevogts Werke neben Arbeiten von Künstlergrößen wie Delacroix, Manet, Renoir oder Cézanne hängen. Der Eigenbestand des Museums wird dabei ergänzt durch internationale Leihgaben. Aber wie werden die am Ende hängen und warum an farbigen Wänden? Was bedeutet es für die Haustechniker mit wertvollen Exponaten von außerhalb umzugehen? Wie kommen die teuren Kunstwerke nach Saarbrücken? Und wie werden die rund 190 Exponaten ausgewählt? Uwe Loebens berichtet über das "Making of" einer bedeutenden Ausstellung.

Dazu im Studiogespräch: Kathrin Elvers-Švamberk, stellvertretende Leiterin des Saarlandmuseums und Kuratorin der Ausstellung


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

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