Wir im Saarland - Kultur extra: Déja-vu (06.03.2019)

Wir im Saarland - Kultur extra: Déja-vu

Ein Trip durch 40 Jahre Filmfestival Max-Ophüls-Preis

Sven Rech  

Im Jahr 1980 startete zum ersten Mal in Saarbrücken das Max-Ophüls-Filmfestival. Zum 40. Geburtstag des inzwischen renommiertesten Festivals für den deutschsprachigen Nachwuchsfilm wollen wir auf eine etwas unorthodoxe Weise zurückblicken auf vier Jahrzehnte Festival- und Filmgeschichte.

Sendung: Mittwoch 06.03.2019 18.50 Uhr

Es ist unglaublich: 40 Jahre Nachwuchsfilmfestival in Saarbrücken, und kein einziger Gewinner kam aus dem Saarland. Max, (fiktiver) junger Filmemacher, nimmt sich vor, das zu ändern. Auf der Suche nach dem Erfolgsrezept für einen preisträchtigen Film schaut sich Max unzählige Streifen aus 40 Jahren an.

Rund um Ophüls 2019
"Das melancholische Mädchen" von Susanne Heinrich hat den Hauptpreis des 40. Filmfestivals Max Ophüls Preis gewonnen. Der Publikumspreis für den besten Spielfilm ging an "Kaviar". Hier gibt es alle Infos zum Festival 2019.

Es ist ein Kreuz – schon wieder ist ein Jahrzehnt vergangen, und der (echte) Filmemacher Sven Rech soll wie schon zum 30. Jubiläum einen Film über die Vergangenheit des Festivals machen; nur dass dieses Mal ein ganzes Jahrzehnt Filmfülle dazu kommt. Selbst zwar durchaus preisgekrönt, aber noch ohne Ophüls-Trophäe, ersinnt Sven Rech zur Feier des 40. Jubiläums die Geschichte des jungen Filmstudenten Max, gespielt vom wiederum echten Filmstudenten, Filmemacher und sogar Festivalchef Jörn Michaely aus Sankt Ingbert.

Der absolviert einen liebevollen, temporeichen Parcours durch die Festivalgeschichte. Schräg startete es 1979; erster Gewinner war der „Willi-Busch-Report“, eine Komödie an der deutsch-deutschen Grenze. Festivalgründer Albrecht Stuby setzte in den frühen Achtzigern auf ziemlich provokante Schwulen-Filme; bis heute spricht alles von Frank Ripplohs „Taxi zum Klo“, im dem es viel nacktes Männerfleisch zu sehen gibt.

40 Jahre Festival-Geschichte

Auf der Suche nach einem neuen Filmstoff verzweifelt Max, denn irgendwie ist alles schon mal dagewesen: Horror, Komödie, Mißbrauch, Apokalypse, Kinder- und sogar Hochkantfilme. Und so viele Coming-of-Age-Geschichten, dass sich Max daran garantiert nicht versuchen wird. Dafür holt er sich Tipps bei Drehbuchjuror und Filmjournalist Oliver Hottong, bei Hochschulprofessorin und Filmemacherin Sung Hyunh Cho, die selbst 2007 den Ophülspreis gewann mit ihrem spektakulären Dokumentarfilm über das alljährlich wiederkehrende friedliche Aufeinandertreffen von Metalfans und norddeutschen Dorfbewohnern in Wacken. Dazu gibt’s ein Wiedersehen mit bekannten und wieder vergessenen Regisseur*innen und Schauspieler*innen, Filmausschnitte und Gespräche mit dem heutigen Festivalteam um Svenja Böttger und Oliver Baumgarten.

Der Film „Déja-vu – Ein Trip durch 40 Jahre Max-Ophüls-Preis“ ist nicht nur ein Rückblick, sondern zu einem ganz eigenen Film geworden, der im Januar 2019 in der Festivalwoche sogar im Kino gezeigt wurde. Ein großes Vergnügen, nicht nur für Cineasten und Ophüls-Fans.

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