Wir im Saarland - Kultur (30.03.2022)

Wir im Saarland - Kultur

 

"Wir im Saarland - Kultur" beschäftigt sich in dieser Woche wieder mit der Europäischen Kulturhauptstadt Esch Sur Alzette und besucht hier die Ausstellung des Luxemburger Künstlers Filip Markiewicz. Außerdem hat der saarländische Autor Frank Meyer einen neuen Roman geschrieben und im nächsten Teil der Comicserie stellen wir Jürgen Schanz vor.

Sendung: Mittwoch 30.03.2022 18:50


Die Themen der Sendung


"Instant Comedy" - Ausstellung von Filip Markiewicz

Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahrs in Esch-sur-Alzette stellen internationale Künstler aus, aber auch solche, die aus Esch stammen. Einer von ihnen ist Filip Markiewicz. Der Künstler verknüpft unter dem Titel "Instant Comedy" neue Medien mit Malerei, Musik und Skulptur. Dahinter steht die These, es gebe anders als für die Generation nach dem Zweiten Weltkrieg keine Gewissheiten oder Versprechungen mehr für junge Menschen.

Filip Markiewicz wurde 1980 in Esch-sur-Alzette geboren. Er studierte Bildende Kunst an der Universität Straßburg und schrieb in seiner Abschlussarbeit über das Verhältnis von Rockmusik zu ihrer visuellen Darstellung. Er lebt heute in Deutschland, arbeitet als Künstler, Autor und Komponist und kehrt mit seinen Werken in seine Heimat zurück. Frei nach Zygmunt Bauman sieht er seine Generation gefangen in einer "flüssigen Gesellschaft". Die Ausstellung beschäftigt sich mit deren Auswirkungen und läuft bis zum 22. Mai in der Konschthal Esch. Bettina Rau hat sie besucht.


Saarbrücker Tausendsassa - der Schauspieler und Autor Benjamin Kelm

Wer es als Schauspieler weit bringen will, muss sich selbst vermarkten können. Vor allem aber benötigt er einen Bauchladen, ist sich Benjamin Kelm sicher. Ob vor der Kamera oder auf der Bühne - der Saarbrücker spielt nicht nur, er schreibt, inszeniert und begibt sich für seine Projekte selbst auf die Suche nach Geldgebern.

Benjamin Kelm, Jahrgang 1987, begann mit dem Schauspiel in der Jugendabteilung des Saarländischen Staatstheaters. Nach einer kaufmännischen Ausbildung lernte er an einer privaten Schauspielschule. Nach dem Gewinn von sechs Silbermedaillen bei der Schauspielweltmeisterschaft in Los Angeles erhielt er ein Stipendium für ein Studium in New York City. Zurück im Saarland widmet er sich nun Filmprojekten und seinem neuen Bühnenstück über die Zeit in New York. Chris Ignatzi hat einen jungen Schauspieler auf dem Weg zu einer erfolgreichen Karriere getroffen, der sich auch von den Widrigkeiten der vergangenen zwei Jahre nicht unterkriegen lässt.


"Vom Ende der Bundeskegelbahn" - neuer Roman von Frank P. Meyer

Der Chinese Wang Fei kommt nach Primstal, entdeckt dort eine leer stehende Fabrikhalle und gründet "Wangs Welthandel" - das erzählt Frank P. Meyer im Prolog zu seinem neuen Roman "Vom Ende der Bundeskegelbahn". Ein Globalisierungsroman zwischen dem Reich der Mitte und der Provinz im Nordsaarland, mit viel Humor erzählt - obwohl es auch einen Toten gibt.

2019 hatte Meyer die Idee auf einem deutsch-chinesisschen Sommerfest, auf dem er erfuhr, dass viele Chinesen in der Gegend Handelsgesellschaften aufgebaut haben. Das saarländische Autor Frank P. Meyer wurde 1962 in Primstal geboren. Er leitet die Studienberatung an der Universität Trier und hat Romane, Erzählsammlungen und Kolumnen veröffentlicht. Seit 2012 ist er Trierer Stadtschreiber. "Vom Ende der Bundeskegelbahn" ist sein vierter Roman. Mehr dazu hat der Autor Maria C. Schmitt erzählt.


Comics zum Saar-Jubiläum - Jürgen Schanz

Zum Jubiläum „65 Jahre Saarland“ haben sich Comiczeichner*innen zusammengetan und in einem Buch Höhepunkte aus der Vergangenheit des Bundeslandes in Bildern festgehalten. Jürgen Schanz erzählt in seiner Comic-Geschichte von einer Schmuggelaktion vor dem Tag X.

Bis 1959 gab es zwischen dem Saarland und der Bundesrepublik Grenzkontrollen. In Schanz' Geschichte will eine Dudweiler Familie aus Dudweiler in Kaiserslautern Kinderkleidung kaufen. Um an der Grenze nicht aufzufallen, muss die Kleine mehrere Kleider übereinander anziehen. Eine brenzlige Situation. Jürgen Schanz stammt selbst aus Dudweiler. Als Kommunikationsdesigner in der Agentur Schanz & Partner illustriert er Werbetexte und Kinderbücher. Seine Zeichnungen sollen die Leser zum Schmunzeln bringen. Bekannt ist er vor allem für seine Wimmelbücher mit regionalem Bezug, die sich durch detailgetreu gezeichnete Orte in Deutschland auszeichnen. Auch in seinem Saar-Comic sind Häuser in Dudweiler klar zu erkennen.


Elvira Sastre (Foto: WDR)

Liebe in Zeiten des Krieges - Elvira Sastres neuer Roman

Sie ist 29 Jahre jung, Feministin, Schriftstellerin, Poetry Slammerin und Spaniens neue literarische Stimme: Elvira Sastre. Gerade ist ihr Buch "Die Tage ohne dich" auf Deutsch erschienen. Der Familienroman über Liebe und Verlust erzählt davon, wie der Bürgerkrieg der 1930er Jahre die spanische Gesellschaft bis heute prägt. Ein Besuch bei der Autorin in Madrid.

Die literarische Aufarbeitung einer Epoche, deren Verwerfungen und Verwundungen bis heute zu spüren sind, trifft in dem Roman auf die überfällige Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Franquismo. Viele Jahre lang wurde über die Opfer geschwiegen – über die Toten und die Verschwundenen, von denen die Angehörigen nicht einmal wussten, wo sie begraben sind, weil die Täter sie in Massengräbern verscharrt hatten. Elvira Sastre kämpft mit ihrem Buch gegen das Vergessen.


Kulturtipps

Die Kulturtipps der Woche vom 30. März.


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja