Wir im Saarland - Kultur (19.01.2022)

Wir im Saarland - Kultur

 

Wir im Saarland - Kultur blickt in dieser Woche vor allem auf das laufende Filmfestival Max Ophüls Preis. Außerdem stellen wir die aktuelle Ausstellung des Luxemburgischen Künstlerpaars Karolina Markiewicz und Pascal Piron vor, das gegen das Vergessen von Fluchtgeschichten arbeitet.

Sendung: Mittwoch 19.01.2022 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Hinter den Kulissen des Festivalfunks

Der Festivalfunk hat sich 2021 beim Max-Ophüls-Preis als Alternative zu Lola's Bistro etabliert. Gespräche mit Filmschaffenden, Interviews, Hintergrundtalks - all das über Videocalls - haben das Festival sinnvoll ergänzt. In diesem Jahr sind die Filmteams dort wirklich zu Gast. Chris Ignatzi wagt einen Blick hinter die Kulissen und war auch bei der Eröffnung des Filmfestivals im Cinestar dabei.


Persönliche Geschichten in Ophüls-Wettbewerben

Junge Filmschaffende verarbeiten gern eigene Geschichten in ihren ersten Werken. Das liegt nahe, denn der Zugang dazu ist einfach. Im diesjährigen Wettbewerb hat Chris Ignatzi drei unterschiedliche Arten entdeckt, Fakt und Fiktion zu verschmelzen. Die Geschichte des Vaters einer Regisseurin, eine wahre Begebenheit, fiktional umgesetzt und vier Flüchtlinge in Wien, die als Schauspieler fungieren. Ein Überblick.


Starke Dokumentationen im Festivalprogramm

Uli Decker, die Regisseurin von „Anima – die Kleider meines Vaters“, und Erik Esser, Regisseur von „Nestwärme – mein Opa, der Nationalsozialismus und ich“, begeben sich in ihren Dokumentarfilmen auf die Spurensuche von Familiengeheimnissen. Wer war der Vater, im zweiten Fall der Großvater wirklich.

Je mehr sie sich in ihren sehr persönlichen Recherchen ihren verstorbenen Vorfahren nähern, umso deutlicher scheint auch die Zeitgeschichte in ihren Brüchen und Zwängen auf. Beide beindruckenden Filme stehen beispielhaft für den in diesem Jahr insgesamt stark besetzten Dokumentarfilmwettbewerb des Festivals Max-Ophüls-Preis.


Junge Elternschaft – ein Thema der Wettbewerbsbeiträge

Als Teenager schon ein Kind zu bekommen und damit die Verantwortung für einen Menschen zu übernehmen, ist eine Herausforderung. In den diesjährigen Wettbewerbsbeiträgen „Bulldog“ als auch in „Soul of a Beast“ kämpfen junge Protagonisten mit ihrer Rolle als Eltern und für die Freiheit, in der sie sich durch ihr Kind eingeschränkt fühlen.

In „Bulldog“ beweist Regisseur und Drehbuchautor André Szardenings Gespür für komplizierte Beziehungsdynamiken. Zwar sind sich der 21-jährige Bruno und seine nur 15 Jahre ältere Mutter besonders nah, aber ihre Rollen sind vertauscht: Während die Mutter in den Tag hinein lebt und vor allem auf Spaß aus ist, muss Bruno ihr Chaos beseitigen.

Der Spielfilmwettbewerb
Zehn Filmkandidaten am Start

Auch in „Soul of a Beast“ ist junge Elternschaft ein zentrales Thema. Gabriel, gerade erst 19 Jahre alt, kümmert sich völlig auf sich allein gestellt um seinen kleinen Sohn. Doch er bricht immer wieder aus der Verantwortung seiner Vaterrolle aus. Regisseur Lorenz Merz inszeniert Gabriels Suche nach Freiheit als in Bilder gegossene Gefühlswelt des Protagonisten.


Malerei gegen das Vergessen von Flüchtlingsschicksalen

Das luxemburgische Künstlerpaar arbeitet mit Videoinstallationen und Malerei gegen das Vergessen von Flüchtlingsschicksalen. Denn Pascal Piron und Karolina Markiewicz unterrichten beide an Luxemburger Gymnasien und sind daduch immer wieder mit sehr persönlichen Fluchtgeschichten konfrontiert.

Viele ihrer Schülerinnen und Schüler haben einen Migrationshintergrund und Fürchterliches erlebt. In der Ausstellung im Casino Luxemburg können Kunstineressierte noch bis zum 30. Januar erfahren, wie sich das Paar in seinen Kunstwerken mit Migration, europäischer Außenpolitik und der Flut von Katastrophenbildern in den Medien auseinandersetzt.

Vor allem durch Videopotraits von Geflüchteten werden die persönlichen Schicksale eindrücklich. Karolina Markiewicz und Pascal Piron, die seit 2013 zusammen arbeiten, nutzen in der Ausstellung Stronger than memory and weaker than dewdrops außerdem klassische Malerei neben hochmoderner Deepfake-Technologie, um die Themen Flucht und Erinnerung zu bearbeiten.


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