Wir im Saarland - Kultur (09.06.2021)

Wir im Saarland - Kultur

 

Bob Ziegenbalg, legendärer Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Überzwerg, geht in Ruhestand; das Kino Achteinhalb eröffnet mit einer ambitionierten Anti-Rassimus-Filmreihe; und Schriftstellerin und Philosophin Thea Dorn besucht das Literaturfestival „erLesen!“ – das sind die Themen in Wir im Saarland – Kultur.

Sendung: Mittwoch 09.06.2021 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Bob Ziegenbalg - Abschied von einer Theaterlegende

Bob Ziegenbalg ist eine Saarbrücker Institution. Anfang der 80-er Jahre zog der Unterfranke nach Saarbrücken und machte das Kinder- und Jugendtheater Überzwerg weit über die Grenzen der Region hinaus zu einem wichtigen und impulsgebenden Kulturträger. Nun geht für den 1955 geborenen Künstler seine letzte Spielzeit zu Ende.

Als Schauspieler, Regisseur und Manager hat Bob Ziegenbalg saarländische Theatergeschichte geschrieben. Ein besonderes Faible hat er für das Erzählen in unaufwändigen Stücken mit kleiner Besetzung. In seiner Zeit als künstlerischer Leiter des Theaters hat er sich immer auch für die Nachwuchsförderung eingesetzt; Ziegenbalg ist deutschlandweit einer der Pioniere, was die professionelle Förderung von Jugendlichen angeht, und er ist gefragter Dozent für das Schulfach"Darstellendes Spiel". Chris Ignatzi hat Bob Ziegenbalg im Theater Überzwerg besucht und lässt dessen Ära und deren Stücke Revue passieren.


Saarbrückens heimliche Königin - ein Fotoband über die Geschichte der Bergwerksdirektion

Die Saarbrücker Bergwerksdirektion ist eines der zentralen Gebäude der Industriearchitektur der Landeshauptstadt. Ihr Umbau zur Europagalerie löste einen intensiven Denkmalstreit aus. Mit rund 160 historischen Fotografien dokumentiert Gregor Zewe die Geschichte des bedeutenden Baudenkmals.

Gebaut im Stil der Neo- und versehen mit Anklängen der italienischen Frührenaissance war die Saarbrücker Bergwerksdirektion viele Jahre Sitz der Verwaltung der saarländischen Steinkohlebergwerke. Im gusseisernen Treppenhaus erinnern künstlerisch gestalteten Fenster an die Toten des Grubunglücks von Luisenthal im Jahr 1962. Bis 2006 wurde das Gebäude von der RAG Deutsche Steinkohle AG genutzt, dann wurde es an einen privaten Investor verkauft. Der baute es zu einem Einkaufszentrum um - durch massive Proteste wurde erreicht, dass zumindest die künstlerisch gestaltete Fenster und die Treppe erhalten wurde. Die mehr als hundertjährige Geschichte des Baudenkmals zeichnet Gregor Zewe, Pressereferent und Werkredakteur der RAG Deutsche Steinkohle AG, nach den Entwürfen der Preußen bis zur heutigen Nutzung. Der Autor widmet sich vielen Details der heute noch sichtbaren Relikte des Saarbergbaus: von den Skulpturen und den Wappenschilden der Fassade über den Festsaal bis zur Fußbodenkeramik von Villeroy und Boch. Uwe Loebens hat sich mit dem Autor und dessen Bildband auf Spurensuche begeben.


"erLESEN" - Zum Start des saarländischen Literaturfestivals

Zwischen Streaming und Veranstaltungen mit Publikum: Coronagerecht findet das saarländische Literaturfestivalfestival "erLESEN" statt. Mit dabei: Thea Dorn und andere bedeutende Persönlichkeiten der Szene.

Was gerade angesagt und wichtig ist - darüber wissen am besten die Buchhändlerinnen und Buchhändler Bescheid. Deshalb haben sie 2018 zusammen mit Verlagen das Literaturfestival "erLESEN" auf den Weg gebracht. Nachdem es im letzten Jahr der Pandemie zum Opfer fiel, findet es dieses Jahr mit einem angemessenen Hygienekonzept statt. Mit dabei sind auch große Namen wie der Sams-Erfinder Paul Maar oder die Moderatorin des Literarischen Quartetts, die Philosophin und Autorin Thea Dorn. Sie gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen des deutschsprachigen Raums und widmet sich in ihrem neuen Buch "Trost. Briefe an Max", den Folgen der Pandemie. Maria C. Schmitt hat ihre Lesung in der Gebläshalle Neunkirchen sowie weitere "erLESEN"-Veranstaltungen besucht.


Rassismus aus filmischer Sicht

Mit Rassismus in unserer Gesellschaft beschäftigt sich eine Filmreihe im Saarbrücker Kino Achteinhalb. Sechs Dokumentar- und Spielfilme spüren Alltagsrassismus nach - auch vor dem Hintergrund des Postkolonialismus. Eine wichtige Frage dabei: Wie nehmen diskriminierte Menschen ihre Lebensumwelt wahr, und welche Auswirkungen hat dies auf ihre psychische Gesundheit?

Eine Liebesgeschichte aus dem Amerika der 70er-Jahre, inszeniert von Oscar-Preisträger Barry Jenkins, oder ein Dokumentarfilm über den Zusammenhang von Raubkunst und Asylsuchenden. Aus ganz unterschiedlichen Perspektiven nähert sich das Kino Achteinhalb der Problematik des Rassismus. Vor jedem Film bietet das Programmkino eine ausführliche Einleitung an, nach einigen Filmen gibt es die Möglichkeit zur Diskussion. Über die Filmreihe und die Arbeit des Kinos spricht Waldemar Spallek im Studiogespräch.


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

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