Wir im Saarland - Kultur (19.05.2021)

Wir im Saarland - Kultur

 

Wir beantworten die Frage warum Mediziner eine überdurchschnittliche Leidenschaft für Musik haben, stellen einen Fotografen vor, der alte Postkarten mit neuen Fotos verbindet und lassen uns von Modere Galerie – Chefin Andrea Jahn ihr Lieblingsbild aus der Ausstellung über die Brücke-Maler zeigen.

Sendung: Mittwoch 19.05.2021 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Warum Mediziner die Musik lieben.

Fast jeder zweite Arzt im Saarland macht Musik. Und bundesweit dürfte es nicht viel anders sein, zumindest gibt es in jeder größeren Stadt ein Ärzteorchester. Woher kommt diese innige Verbindung zwischen Musik und Medizin?

Hans-Ullrich Brand ist Urologe und liebt das klassische Klavierspiel. Und wenn Igor Kos nicht gerade als Internist arbeitet, ist er gerne mal als Straßengitarrist unterwegs. Zwei Beispiele, für eine Berufsgruppe die sich gerne und häufig nicht nur der Heilkunst, sondern auch der Klangkunst widmet. Aber woher kommt diese Verbindung? In vormodernen Heilerkulten waren Musik und Rhythmen kultisch immer auch mit Gesundung verbunden. Hat sich das von der Antike bis heute erhalten? Oder ist es einfach nur die Lust am Schönen oder die gemeinschaftliche Verbindung gleichgesinnter wie in Ärzteorchestern? Chris Ignatzi hat sich auf Spurensuche begeben.

Zu Gast im Studio

Anne Reinhardt, Ärztin und Geigerin

Anne Reinhardt, Ärztin und Geigerin, spricht im Interview über den Ausgleich zu ihrem Alltag als Ärztin, den sie in der Musik findet. Musizieren - bei ihr das Geige Spielen - beanspruche ganz andere Hirnaktivitäten als ihr Beruf und schafft dadurch für sie einen Ausgleich im Alltag.


Vorhang wieder zu - das Projekt "Opernstudio" fällt dem neuen Lockdown zum Opfer

Es wäre so wichtig gewesen: Zwei Monate lang probte das Saarländische Staatstheater mit Studierenden der Musikhochschule die Operette "Stumme Serenade" von Erich Wolfgang Korngold ein. Nach einem Jahr Lockdown, in dem die Nachwuchsmusiker auf das für ihre Ausbildung so wichtige gemeinsame Musizieren verzichten mussten, ein wichtiges Projekt. Zwei Tage vor der Premiere wurde dann das Saarlandmodell zunächst abgebrochen, und die Aufführung musste ausfallen.

Einige seiner Mitstudierenden, sagt Sebastian Gros, hätten schon aufgegeben - zu unsicher seien für sie die Zeiten in Corona, um ein Musikstudium weiter zu wagen. Da war der Gesangsstudent noch hoffnungsvoll, dass er in der Operette "Stumme Serenade" auf der Bühne stehen könnte. Bei dem Projekt "Opernstudio" geht es darum, jungen Musikern über das Studium mit den Professorinnen und Professoren Praxiserfahrung auf der Bühne zu ermöglichen. Ausgewählt wurden diejenigen, die das Talent für eine Bühnenkarriere haben. Mit Publikum vor Ort unter Beweis stellenkonnten die Studierenden ihr Talent auch dieses Jahr nicht. Aber am 30. Mai findet die Premiere der "Stummen Serenade" nun online statt


Die fotographische Metamorphose der Stadt.

Er hat eine Leidenschaft für Fotografieren und für Postkarten. Das verbindet der Hobbyfotograf Horst Rauhoff indem er versucht, die Motive auf den alten Ansichtskarten an den Originalplätzen nachzufotografieren.

Zu seinen Lieblingsmotiven gehören die Saarbrücker Brücken. Die alte Ansicht der Kaiser Friedrich Brücke hat der der neuen Ansicht der Wilhelm-Heinrich-Brücke gegenüber gestellt. So entsteht ein bildstarkes Zeitpanorama, auf dem man sehr klar die Veränderungen der Zeit nachverfolgen kann. Dies nennt er "Metamorphosen".Gerade hat der frühere Betriebswirt 60 seiner Bilder in einem Fotoband veröffentlicht. Maria C. Schmitt stellt den Fotografen und sein Werk vor.


Lieblingsbilder - Andrea Jahn und ihr kritischer Blick auf das nackte Paar bei Max Pechstein

Kunstexpertinnen sehen meist mehr in Bildern als Kunstliebhaber. Aber was heißt es, wenn sie beispielsweise von besonderen Persektiven reden. Eine solche hat Andrea Jahn, die Vorständin der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz auf dem Bild mit einem nackten Paar von Max Pechstein in der Brücke-Ausstellung im Saarlandmuseum entdeckt.

Denn hier ist nicht nur die klassische Perspektive auf einen nackten Frauenkörper mit all seinen erotischen Projektionsmöglichkeiten zu sehen, hier geht es auch darum, über das Phänomen Nacktheit nachzudenken. Und über Anfang des 19. Jahrhunderts als exotisch geltende Menschen. Pechstein bezeichnete den männlichen Akt auf dem Bild als Inder. Im letzten Teil der Serie "Lieblingsbilder" in denen Mitarbeitende des SaarlandMuseum über ihre Favoriten in der Ausstellung über die Maler der Künstlergruppe "Die Brücke" reden, reflektiert die Museumschefin über Sexismus und Rassismus in der Kunst und den modernen Blick darauf.


Moderation: Marcel Lütz-Binder

Marcel Lütz-Binder (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

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